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Ostholstein Ameos will Flüchtlinge ausbilden
Lokales Ostholstein Ameos will Flüchtlinge ausbilden
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20:26 11.04.2016
Kinderschutzbund und Ameos wollen kooperieren. Zudem überreichte das Unternehmen eine Spende in Höhe von 1000 Euro an den Verein. Bei der Übergabe dabei waren (v. l.): Martin Liegmann, Heino Esmann, Mechtild Piechulla, Henning Reimann sowie Michael Dieckmann. Quelle: Rosenkötter

„Die Zahl der deutschen Schüler ist rückläufig.“ Und: „Ich rechne mit einer hohen Abbrecherquote.“ Diese beiden Sätze machten gestern Morgen klar, dass nicht um den heißen Brei herumgeredet wird. Der erste stammt vom Ameos-Vorstand Michael Dieckmann. Er bezieht sich auf den stetig steigenden Fachkräftemangel. Den zweiten hat Kinderschutzbund-Geschäftsführer Martin Liegmann gesagt. Seine Aussage zielt auf Flüchtlinge, die eine Ausbildung machen sollen. Anlass des Gesprächs war die Vorstellung einer neuen Ausbildungsmöglichkeit am Ameos Institut Nord in Neustadt. In den kommenden Monaten soll erstmals eine Altenpflegehilfe-Ausbildung angeboten werden. 16 Plätze stehen zur Verfügung.

„Probleme werden kommen, wir sind nicht blauäugig.“Michael Dieckmann, Ameos-Vorstand

Dieckmann verdeutlichte, dass die Ameos-Gruppe sich immer intensiver um ausreichend qualifiziertes Personal bemühen müsse. Der Markt gilt als hart umkämpft. Rund 300 Azubis werden aktuell zu Altenpflegern, Ergotherapeuten sowie Gesundheits- und Krankenpflegern ausgebildet. Nun sollen neue Fachkräfte aus dem Pool der Flüchtlinge rekrutiert werden. Voraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss und ein Sprachtest. Mit der einjährigen Variante soll jungen Menschen die Möglichkeit geboten werden, sich für eine weitere dreijährige Berufsausbildung zu qualifizieren.

Instituts-Leiter Heino Esmann erklärte, dass es bereits jetzt etliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund gebe. Laut Dieckmann seien es mehr als 30 Nationalitäten. Dass kulturelle und sprachliche Vielfalt ein Vorteil für Ameos sein könnten, habe auch mit den Patienten zu tun. „Der ein oder andere Flüchtling kommt mit erheblichen psychischen Belastungen zu uns. Da können gut ausgebildete Personen helfen, da sie schneller einen Zugang bekommen dürften“, betonte Michael Dieckmann.

Der Kinderschutzbund Ostholstein, der sich in weiten Teilen des Kreises um die Integration von Neubürgern kümmert, begrüßt das Ausbildungsangebot. Jedoch warnte Martin Liegmann eindringlich davor, die Schwierigkeiten zu unterschätzen. „Die höchste Abbrecherquote bei Ausbildungen gibt es bei Menschen mit Migrationshintergrund“, sagte er. Zudem gebe es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen, was Ehrgeiz, Engagement und Umgang mit dem anderen Geschlecht betreffe. Henning Reimann, ebenfalls Geschäftsführer beim Kinderschutzbund, ergänzte, dass man sich um jeden einzelnen Azubi kümmern müsse, um möglichst viele in die Arbeitswelt zu integrieren. Und eben dabei wolle man helfen.

Von Sebastian Rosenkötter

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