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Ameos will Pflegekräfte besser binden und bietet Studium an

Neustadt Ameos will Pflegekräfte besser binden und bietet Studium an

Kliniken in Neustadt und Heiligenhafen sind nun „Akademisches Lehrkrankenhaus für Pflege“ — Kooperation mit Hochschule für Ökonomie und Management in Hamburg.

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Ameos- und FOM-Vertreter freuen sich über die Verleihung des Titels (v. l.): Ute Magiera, Alessandro Chirico, Ute Stahl, Dr. Sylvia Wachholz, Michael Dieckmann, Andreas Tüting, Professor Dr. Claudia Schulte-Meßtorff und Heino Esmann.

Quelle: Rosenkötter

Neustadt. Fachkräfte halten, Abiturienten zu einer Ausbildung mit anschließendem Studium ermutigen, das Ansehen als Unternehmen steigern: Die Ameos-Kliniken in Neustadt und Heiligenhafen rüsten sich für den Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Vorstand Michael Dieckmann erwartet, dass in Zukunft zehn bis 15 Prozent aller Mitarbeiter im Bereich Pflege einen akademischen Titel tragen werden. Möglich machen soll dies eine gestern vorgestellte Kooperation mit der Hamburger FOM (private Hochschule für Ökonomie und Management). Zum Auftakt erhielten die beiden Standorte den Titel „Akademisches Lehrkrankenhaus für Pflege“.

Läuft alles glatt, könnten die Ersten bereits zum 1. September mit einem Studium beginnen. Zur Auswahl stehen Gesundheits- und Sozialmanagement sowie Gesundheitspsychologie. Die Regelstudienzeit für den Erhalt des Bachelors liegt bei dreieinhalb Jahren. Pro Monat werden 295 Euro Gebühren fällig. Alessandro Chirico, stellvertretender Geschäftsführer der Hamburger Hochschule, betont, dass ein Musterstudent etwa 20 Wochenstunden einplanen sollte, um das Pensum zu schaffen. Darin enthalten seien sowohl Präsenzzeiten unter der Woche als auch am Wochenende. Ameos kündigt an, Mitarbeiter bei Bedarf freizustellen.

Die Verbindung von akademischer und praktischer Ausbildung in der Pflege ist für Dr. Sylvia Wachholz (Ärztliche Direktorin Ameos) ein logischer Schritt. „Für uns ist das eine Chance, wirklich gute Pflegekräfte zu halten. Viele wechseln nach der Ausbildung in den Managementbereich, im besten Fall im Gesundheitswesen. Andere wechseln die Profession“, sagt sie. Dr. Claudia Schulte-Meßtorff, Professorin für Gesundheits- und Sozialmanagement, ergänzt, dass die Arbeit mit Demenz- und chronisch Kranken sowie der ständige medizinische Fortschritt immer neue Herausforderungen mit sich bringe.

Dass sich die Pflegebranche dringend überlegen muss, wie sie mehr Kräfte gewinnt, die Arbeit attraktiv gestaltet und ihr Personal langfristig bindet, ist klar. Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst.

Das Bundesministerium für Gesundheit rechnet damit, dass bis 2060 etwa 4,7 Millionen Menschen Hilfe benötigen. Das wären rund sechs Prozent der Gesamtbevölkerung.

Michael Dieckmann beobachtet schon heute, dass es schwieriger wird, Stellen nachzubesetzen. Da verwundert es nicht, dass Ameos bereits über Bedarf ausbildet. An den Standorten in Neustadt und Heiligenhafen gibt es 300 Plätze in den Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ergotherapie. Das Durchschnittsalter der Angestellten in der Pflege liegt laut Dieckmann bei etwa 49 Jahren. Das Renteneintrittsalter beziffert er mit 58,5 Jahre. Kein Wunder, die Arbeit ist zum Teil körperlich sehr anstrengend.

Eines ist dem Ameos-Vorstand besonders wichtig: Das Studium soll keine Konkurrenz zum bisherigen System der Ausbildung sein. „Es ist eine wichtige und sinnvolle Ergänzung.“ Mitarbeiter würden heute gezielt für bestimmte Aufgaben aus- und weitergebildet.

Tausende studieren an der FOM

Die FOM (Fachhochschule für Ökonomie & Management) besteht seit 1991. Gegründet wurde sie von Unternehmensverbänden in Essen. Zwei Jahre später folgte die staatliche Anerkennung durch das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mehr als 38000 Studenten sind derzeit an der FOM Hochschule eingeschrieben. Mittlerweile gibt es die FOM an 31 Standorten in Deutschland.

Schwerpunkte sind Wirtschaft und Management, Wirtschaft und Psychologie, Wirtschaft und Recht, IT Management, Ingenieurwesen und Gesundheit und Soziales.

Von Sebastian Rosenkötter

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