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Ostholstein Amin will Volleyball spielen
Lokales Ostholstein Amin will Volleyball spielen
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20:37 07.08.2017

Aus dem Iran ist Amin Afshar 2015 über die Balkan-Route nach Deutschland geflohen. Der 27-Jährige spielte in Teheran in der 1. Liga Volleyball und war schon Junioren-Nationalspieler. Seit einem Jahr ist der anerkannte Flüchtling in Lensahn und möchte seinen Sport weiter ausüben.

„Ich bekam zuletzt auch schon keinen Spielerpass mehr.Amin Afshar über die Zeit im Iran

Seinem Heimatland hat Amin aus politischen Gründen den Rücken gekehrt. Er lebte auch nicht nach dem muslimischen Glauben und verspürte immer mehr Repressalien. „Ich bekam zuletzt schon keinen Spielerpass mehr, um weiter Volleyball spielen zu können“, erzählte er jetzt den LN. So sah er keinen anderen Ausweg mehr und machte sich auf den Weg nach Europa. Dass in der Bundesrepublik sein Sport nur „Hobby“ ist und man kaum Geld damit verdiene, verstehe er gar nicht so richtig. Zuhause habe er als Profi jeden Tag sieben bis acht Stunden trainiert.

Zunächst war Amin Afshar in Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt untergebracht. Dort durfte er beim zweitklassigen Verein CV Mitteldeutschland im benachbarten Spergau mittrainieren und hoffte darauf, auf diesem Niveau den Sport ausüben zu können, den er seit dem zwölften Lebensjahr mit großer Leidenschaft betrieb. Doch dann wurde er nach Ostholstein umverteilt und landete in Lensahn. „Da ist er natürlich gar nicht gut aufgehoben. Er müsste näher an eine Großstadt ran“, meint Rainer Kuczewski aus Oldenburg. Er hat Amin im Waldschwimmbad kennengelernt und greift dem jungen Mann seitdem unter die Arme.

Zunächst hatte der Iraner die Hoffnung, in Lüneburg beim dortigen Bundesligisten einsteigen zu können. Aber die regelmäßigen Fahrten wären zu teuer und von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen umzuziehen, das erlaubt die Ausländerbehörde nicht.

So versuchte er es bei Vereinen in Lübeck, Pinneberg und Kiel, wurde eine Zeitlang zum Training der KMTV Eagles in die Landeshauptstadt mitgenommen. „Das Team spielt in der 3. Liga und ist ein Aufstiegsaspirant“, sagt Kuczewski. Damit es vorangeht sind beide nun gemeinsam in Kiel auf der Suche nach einer Wohnung oder WG-Zimmer für Amin. „Jetzt hatten wir eine WG gefunden, was schwer genug war, nun verbietet der Vermieter die Untervermietung an Amin, weil er Flüchtling ist. Wir mussten leider generell viel Desinteresse erfahren“, berichtet der Oldenburger.

Ein Dreivierteljahr war Amin Afshar schon nicht mehr in einer Halle auf einem Volleyballfeld. Er hält sich aber weiter fit und spielt des Öfteren Beachvolleyball. Allerdings hätten die Gegner bei seiner Leistungsstärke und einer Größe von 1,96 Meter selten eine Chance. Und er hat sich mittlerweile zum christlichen Glauben bekannt. In Bad Dürrenberg besuchte er bereits einen Kursus und in Lensahn wurde er vor drei Monaten getauft. Außerdem möchte er sein Deutsch weiter verbessern und nach Arbeit Ausschau halten, da eine Volleyballkarriere in Schleswig-Holstein kaum realisierbar sei.

Markus Billhardt

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