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Amnesty-Gruppe kämpft seit 40 Jahren für Menschenrechte

Neustadt Amnesty-Gruppe kämpft seit 40 Jahren für Menschenrechte

Neustädter engagieren sich für Folteropfer in aller Welt und Flüchtlinge im Kreis Ostholstein – Nun verstärken sie ihren Kampf gegen Rassismus.

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Heinke und Wolfgang Hafemann gehören der Amnesty-Gruppe seit 38 Jahren an. In den kommenden Monaten wollen sie sich vor allem gegen Rassismus engagieren.

Quelle: Sebastian Rosenkötter

Neustadt. Sie unterstützen Gefangene in Südamerika, setzen sich für Folter-Opfer in Afrika ein, kümmern sich um Flüchtlinge in Ostholstein und verstärken ab sofort den Kampf gegen Rassismus. Die Neustädter Gruppe von Amnesty Internation (ai) zählt zwar derzeit nur sieben Mitglieder, ist aber dennoch international aktiv – und das seit genau 40 Jahren.

Bereits 38 Jahre mit dabei sind Heinke und Wolfgang Hafemann. Ihr Antrieb: „Wir wollen Menschenrechtsverletzungen nicht tolerieren.“ Das Vorhaben ist riesig. Ein Mammutprojekt. Etwas, was wohl nie zum Abschluss kommen wird. Heinke und Wolfgang Hafemann wissen das. Dennoch sei ihr Handeln erfolgreich und könne die Situation für einzelne Menschen deutlich verbessern.

Die Sprecherin der Neustädter ai-Gruppe weiß, dass oftmals Hunderte, ja Tausende Briefe von Mitstreitern aus aller Welt an Regierungen, Gefängnisse und Botschafter geschrieben würden. Mit dem Ziel, die Situation eines Gefangenen zu verbessern. „Waschkörbeweise Briefe sind unangenehm. Die kann man nicht einfach wie eine E-Mail wegklicken“, so Heinke Hafemann über die Einzelfall-Arbeit.

Freigelassene Gefangene hätten erzählt, dass sich ihre Haftbedingungen plötzlich geändert hätten, Folter sei eingestellt worden, die Behandlung durch Wärter spürbar besser geworden. Hafemanns sind davon überzeugt, dass Druck und Aufmerksamkeit von Amnesty International viel bewegen können.

Welche Themen angegangen werden, dass entscheiden die 600 Gruppen in Deutschland autark. Jüngst entschieden die Neustädter, sich gegen Rassismus stark zu machen. „Die aktuelle Lage ist klar. Die Stimmung verschlechtert sich. Nationalismus nimmt zu. Ebenso, dass verstärkt wieder über die Todesstrafe geredet werde. Wir wollen Hintergründe beleuchten, aufmerksam machen, wo es Rassismus gibt.

Rassismus ist eine Menschenrechtsverletzung“, betont Heinke Hafemann. Um möglichst viel zu bewegen, arbeiten sie mit der Neustädter Frauenrunde, dem Kinder- und Jugendnetzwerk, dem Jugencafé und den DAZ-Zentren zusammen.

Heinke und Wolfgang Hafemann sind davon überzeugt, dass die langfristig angelegte Kampagnenarbeit etwas verändern könne. „Es gibt eine Gruppe in der Bevölkerung, die will das alles nicht hören. Diese erreichen wir nicht und wir könnten das Gespräch auch einstellen. Aber es gibt eine größere Gruppe, die nachdenklich wird“, so Heinke Hafemann. Sie habe die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass Menschen, die mit Flüchtlingen in Kontakt kommen, ihre Meinung ändern.

Stellt sich die Frage, ob der jahrzehntelange Einsatz für Menschenrechte glücklich macht? Heinke Hafemanns Antwort ist eindeutig. „Die Arbeit macht mich zufrieden, aber nicht glücklich. Ich weiß, dass wir die Situation in Ländern wie Syrien und Afghanistan nicht ändern. Glücklich wäre ich, wenn Amnesty International in 40 Jahren nicht mehr nötig wäre.“

Zwei Aktionen zum 40-Jährigen

Amnesty International wurde 1961 in London von dem englischen Rechtsanwalt Peter Benenson gegründet.

Ziel war es, politische Gefangene zu unterstützen. Heute gibt es weltweit mehr als drei Millionen Mitglieder und Unterstützer in über 150 Ländern.

Das 40-jährige Bestehen der Neustädter Gruppe wird mit zwei Aktionen begangen:

Am 16. September gibt es ab 17 Uhr einen Vortrag von Wolfgang Grenz in der Freien Evangelischen Gemeinde, Am Binnenwasser 5. Der ehemalige Generalsekretär von Amnesty International Deutschland spricht über „Aktuelle Herausforderungen an die Menschenrechte, wie arbeitet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International?“.

Am 22. September wird der Dokumentarfilm „Seefeuer“ im Koki gezeigt. Darin geht es um einen Jungen, der auf Lampedusa aufwächst und dort immer wieder erlebt, wie Flüchtlinge ankommen. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Sebastian Rosenkötter

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