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Ostholstein Amphibien-Wanderung: „Leguan AG“ der Bahn rückt aus
Lokales Ostholstein Amphibien-Wanderung: „Leguan AG“ der Bahn rückt aus
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20:20 20.02.2016
Kröten, Frösche und Molche sind Amphibien, die in der Region vorkommen.

Sie sind mit Taschenlampen und Schreibblöcken ausgerüstet. Ihre Arbeitszeit: nachts. Es ist die Rede von der „Leguan AG“ der Deutschen Bahn. Sie rückt aus, um in den für die Schienenhinterlandanbindung relevanten Gebieten die Amphibienwanderung zu begleiten und die Tierbestände zu zählen.

Maja Weihgold, Sprecherin der Bahn: „Im Rahmen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung gehören vertiefende Untersuchungen von Flora und Fauna zum Prozess dazu.“ Zehn Biologen werden nachts die Kartierung der Amphibienbestände vornehmen. Sobald die Temperaturen auf fünf Grad Celsius und mehr ansteigen, rücken sie aus. Zwischen Lübeck und Puttgarden werden unter anderem die Wege sämtlicher Amphibien zu geeigneten Laichgewässern dokumentiert. Die Experten der Bahn haben rund 1000 Laichgewässer ermittelt, die für Moorfrosch oder Kammmolch interessant sind.

Bahnprojektleiter Bernd Homfeldt sagt: „Es ist uns wichtig, dass die Menschen wissen, dass unsere Biologen zwecks Amphibienzählung nachts an der Trasse unterwegs sind.“ Die erfassten Daten fließen dann in die Umweltbetrachtungen des Projektes ein. Die Bahn betreibt hier einen immensen Aufwand, um den gesetzlichen Vorgaben mit einer umfassenden Umweltverträglichkeitsstudie nachzukommen.

Umfangreich werden auch die für dieses Jahr geplanten archäologischen Untersuchungen ausfallen. Denn beispielsweise im Oldenburger Bruch könnten bei den Ausgrabungen interessante Funde zu Tage treten. Kosten in Höhe von 900000 Euro fallen allein hierfür an. Eine große Herausforderung steht der Bahn schließlich im Sund bevor. Taucher sollen dort an mehr als 300 Unterwasserstationen diverse Untersuchungen durchführen. Homfeldt: „Wir haben es normalerweise ja eher mit Flüssen zu tun, über die wir mit der Schiene rüberkommen. Dieses hier ist eine andere Dimension.“

Unter Wasser wird es hoch technisch. Geplant sind videogestützte Kartierungen in einem festgesetzten Korridor von Miesmuscheln (Makrozoobenthos) sowie von Algen und Seegras (Makrophyten).

Fischereibiologische Untersuchungen mit speziellen Fangtechniken sind erforderlich, um einen Überblick über die Fischarten zu erhalten. Dabei gilt es auch, Verhaltensweisen der Meeressäuger zu dokumentieren. Verwendet werden hierfür auch akustische Detektoren. Von Bedeutung für die baulichen Abwägungen einer Sundquerung sind auch der Seegrund (Topographie), die Grundbeschaffenheit (Sedimentologie) sowie Wasserströmungen, Wasserstand und Trübung (Hydrologie).

Die Umweltuntersuchungen finden über einen Zeitraum von zwei Jahren statt — so wollen es die gesetzlichen Auflagen. Experten der Bahn zählen, buddeln und tauchen in Ostholstein für das Jahrhundertprojekt ab.

Haltestellen-Durcheinander

Erhält Timmendorfer Strand einen eigene Bahn-Haltestelle bei Groß Timmendorf oder wird eine gemeinsame Haltestelle mit Ratekau — die in der Diskussion steht — bevorzugt?

Die aktuelle Diskussion überrascht die Deutsche Bahn. Projektleiter Bernd Homfeldt sagte den LN: „Land, Kommunen und Kreis wollten gemeinsam mit uns ein Konzept erarbeiten. Als wir dann von ersten konkreten Planspielen erfuhren, waren wir etwas irritiert.“ Insbesondere auch darüber, dass die Haltestelle Groß Timmendorf nirgends mehr auftauchte. Homfeldt signalisiert Gesprächsbereitschaft, wundert sich aber auch. „Wir würden gern erfahren, was augenblicklicher Stand in dieser Thematik ist.“ pm

Peter Mantik
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