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Ostholstein Anbindung des Fährhafens: Land geht auf Scandlines zu
Lokales Ostholstein Anbindung des Fährhafens: Land geht auf Scandlines zu
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22:49 25.08.2017
Fährschiff-Verkehr im Fehmarnbelt im Halbstunden-Takt: Der Nautische Verein und Scandlines haben Sicherheitsbedenken.
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Rødby/Puttgarden a. F

 „Es geht vielleicht nicht alles, was sich Scandlines als ideal vorstellt“, betonte Buchholz gestern an Bord der Fähre „Deutschland“. Konkret: Der deutsch-dänische Staatsvertrag sähe eine vierstreifige Autobahnanbindung zum mautpflichtigen Tunnel vor, jedoch keine gleichberechtigte Zufahrt zu den Fähren. Wer sie weiterhin nutzen wolle, müsse vor Puttgarden nach rechts abbiegen. Für Buchholz ist dies trotzdem eine „vernünftige Lösung“. Gequert werden müssten aber dennoch Autobahn und Schiene: „Aber dort ist nicht so viel Verkehr wie auf dem Kurfürstendamm.“ Zudem ließen sich bei der Einreise nach Deutschland die Ampeln bedarfsgerecht schalten, damit der Verkehr zügig auf die Beschleunigungsspur komme: „Wir wollen es hinbekommen, dass Scandlines weiter gut erreichbar ist.“

Minister Buchholz gestern auf der Fähre: Keine Autobahn bis zum Hafen.

Beltretter-Aktion

131 735 Unterschriften hat Karin Neumann von den „ Beltrettern“ gestern Nachmittag an Verkehrsminister Bernd Buchholz übergeben.

Sie stammen von einer Online-Petition gegen den geplanten Belttunnel. Mitsamt der teilweise ausführlichen Kommentare füllen sie rund 7000 DIN-A4-Seiten.

Ganz so euphorisch war Scandlines-Geschäftsführer Søren Poulsgaard Jensen nicht. Immerhin: Anders als sein Vorgänger habe Buchholz die Einladung der Reederei zum Dialog zügig angenommen. Die Fährschiffsroute müsse aber konkurrenzfähig bleiben: „Auch jetzt führt keine Autobahn direkt zum Fährhafen. Aber es muss nicht unnötig schwierig sein, zu uns zu kommen.“ Eine 90-Grad-Verschwenkung sei für Scandlines weiterhin nicht hinnehmbar.

Zur Diskussion standen ferner Sicherheitsbedenken, die auch vom Nautischen Verein Vogelfluglinie angemahnt wurden. Buchholz: „Die Sicherheit der Seewege im Fehmarnbelt während der Tunnel- Bauphase muss gewährleistet sein, für die Fähren, aber auch für alle andere Verkehre.“

Gefordert wird eine Computer- Simulation der Bauphase. Buchholz hat bei Femern A/S nachgehakt: Sie sei noch nicht in der Ausschreibung enthalten, solange nicht feststehe, welche Schiffe später tatsächlich im Einsatz seien. Buchholz vertraut darauf, dass die deutschen Planfeststellungsbehörde diesen Punkt im Blick behalte.

Zuvor hatte Buchholz gemeinsam mit seinem dänischen Amtskollegen Ole Birk Olesen in der Nähe des Fährhafens Rødby unter anderem das Gelände für die geplante Tunnelelemente-Fabrik besichtigt. Olsen bestätigte, dass Dänemark die Mautgebühren für die Große-Belt-Querung um bis zu 25 Prozent reduzieren wolle. Mit rund 500 Fahrzeugen weniger am Tag belaste das aber nicht die geplante Fehmarnbelt-Querung. „Die Bürgschaft für Femern A/S hat Dänemark abgegeben“, dämpfte Buchholz die Hoffnungen der Tunnelgegner auf mögliche Folgen dieser Verkehrsverlagerungen.

 Gerd-J. Schwennsen

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