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Ostholstein Angeklagter profitiert von Gesetzesnovelle
Lokales Ostholstein Angeklagter profitiert von Gesetzesnovelle
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18:12 23.08.2017

Im März 2017 ist eine Gesetzesnovelle zur Strafbarkeit von Stalking in Kraft getreten – und dass dieses erst im März 2017 geschah, ist einem Ostholsteiner zugute gekommen. Das Verfahren gegen den 30-Jährigen, der seiner Ex-Freundin unter anderem nachgestellt hatte, wurde eingestellt.

Der Mann musste sich gestern wegen Nachstellung sowie wegen versuchter Vergewaltigung vor dem Eutiner Schöffengericht verantworten. Unter anderem weil er das Stalking bereits 2016 begangen hat, muss er lediglich eine Geldbuße von 300 Euro zahlen. Dabei sah die Sachlage so aus: Fabian G. und seine gleichaltrige Ex-Freundin Meike R. (Namen geändert) trennten sich nach eher kurzer Beziehung vor einigen Jahren, ohne den Kontakt vollständig abbrechen zu lassen – wegen des gemeinsamen Kindes, aber auch, weil sich das ehemalige Paar doch immer wieder näher aufeinander einließ.

Dann aber lernte Meike R. einen anderen Mann kennen – und Fabian G. lief aus dem Ruder.

Er legte mehrere falsche Facebook-Profile an und kontaktierte seine ehemalige Partnerin im Namen dieser – erfundenen – Männer. „Um mich zu kontrollieren“, vermutete die 30-Jährige in ihrer Zeugenaussage. Fabian G. stellte zudem in eine Internet-Partnerbörse ein Profil von Meike R. – mit Nacktfotos der Frau. Außerdem bombardierte er sie zeitweise mit Nachrichten auf dem Handy, schickte ihr im Dezember 2016 innerhalb von drei Stunden 230 Mitteilungen. Zusätzlich fing er sie einmal nach Feierabend ab, bedrängte sie und schlug ihr mit der Faust in den Magen.

Die Nachstellungen räumte Fabian G. ein, verwies aber darauf, dass er unter Depressionen und „leichter Schizophrenie“ gelitten habe, mittlerweile medikamentös behandelt werde und sich deutlich besser fühle. Sie sei durch das Stalking nicht nachhaltig beeinträchtigt, erklärte Meike R., zudem der Umgang ihres Ex-Freundes mit dem gemeinsamen Kind problemlos funktioniere. „Bis zur Gesetzesänderung, also auch noch 2016, war Stalking aber nur strafbar, wenn es eine massive Beeinträchtigung der Lebensführung für das Opfer bedeutete“, erklärte Richter Otto Witt. Erst seit März 2017 kann ein Stalker auch dann bestraft werden, wenn sein Verhalten lediglich „objektiv geeignet“ ist, für eine solche Beeinträchtigung zu sorgen.

Auch mit Blick auf die angeklagte versuchte Vergewaltigung entschied das Gericht zugunsten von Fabian G. Demnach hatte er nach Angaben von Meike R. seine Ex-Freundin im Mai 2016 nach einem Musikfest und beträchtlichem Alkoholgenuss in deren Wohnung begleitet, sie dort aufs Sofa geworfen, ihr die Jeans heruntergezogen und ihren Slip zerrissen. Sie habe sich massiv gewehrt und nach Fabian G.

getreten, berichtete die Zeugin. Schließlich habe der massige, ihr körperlich deutlich überlegene Mann von ihr abgelassen. „Aber wenn er gewollt hätte, hätte er mich vergewaltigen können“, sagte Meike R. Sie habe den Vorfall am nächsten Tag jedoch mit Fabian G. während eines Ausfluges zum Strand besprechen können und der Polizei gegenüber erst davon berichtet, als sie zum später erfolgten Stalking befragt wurde.

Das Gericht sah in der Tat eine Nötigung und wertete das Verhalten des Angeklagten als „strafbefreienden Rücktritt vom Versuch“. Die Geldbuße muss Fabian G. wegen Körperverletzung zahlen: Meike R.

erlitt während der Auseinandersetzung Hämatome und eine Schürfwunde.

latz

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