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Angelunglück im Nebel: 52-Jähriger stirbt vor Dahme

Dahme Angelunglück im Nebel: 52-Jähriger stirbt vor Dahme

In der Ostsee vor Dahme ist am Sonntagvormittag ein 52- jähriger Angler tödlich verunglückt. Die Retter konnten ihn nur noch tot bergen. Eine Reanimation blieb erfolglos. Der Mann aus Niedersachsen war allein mit einem Schlauchboot auf der nebligen Ostsee unterwegs gewesen.

Der Seenotrettungskreuzer BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Quelle: DGzRS - Die Seenotretter

Dahme . Am Sonntag gegen 11 Uhr hätten andere Sportangler ein monotones Motorengeräusch wahrgenommen, heißt es in einer gemeinsamen Medieninformation der Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion Lübeck. Sie seien daraufhin in die Richtung dieses Geräusches gefahren. Circa 300 Meter vom Ufer entfernt hätten sie dann ein unbesetztes, im Kreis fahrendes Schlauchboot mit eingekuppeltem Außenbordmotor entdeckt.

„Der Angler in diesem Boot hatte circa 45 Minuten zuvor noch kurz mit ihnen gesprochen und war danach im dichten Nebel verschwunden“, berichten die Behörden. Mittlerweile hatte sich nach Angaben der Ermittler der Nebel ein wenig gelichtet. Schließlich hätten die Angler in einiger Entfernung eine im Wasser treibende Person entdecken können. Dabei habe es sich um die vermisste Person aus dem herrenlosen Schlauchboot gehandelt.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte gegen 11.45 Uhr die Meldung erhalten, dass ein Mensch über Bord eines Schlauchboots gegangen sei, teilte Pressesprecher Christian Stipeldey mit. Sofort seien die Seenotrettungskreuzer „Bremen“ aus Großenbrode und die „Vormann Jantzen“ aus Grömitz zum Unglücksort nahe der Dahmer Seebrücke ausgerückt und hätten die Suche begonnen. Zudem hätten die Seenotretter das Polizeiboot „Habicht“ hinzugebeten. Dann sei die Meldung gekommen, dass der Vermisste gefunden worden sei.

Der im Wasser treibende Mann wurde von der Crew des „Bremen“-Tochterboots „Vegesack“ aus dem Wasser geborgen, an Land gebracht und dort an die Besatzung eines Rettungswagens und an einen Notarzt übergeben. Jegliche Reanimationsversuche kamen zu spät.

Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 52-jährigen Mann aus dem Landkreis Gifhorn (Niedersachsen). Er war mit seinem Campingwagen zu Gast in Dahme gewesen. Die weiteren Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizeistelle Neustadt übernommen.

Wie Polizeisprecher Dierk Dürbrook auf LN-Anfrage mitteilt, seien sich die anderen Angler sehr sicher gewesen, dass der 52-Jährige beim kurzen Treffen auf der Ostsee noch eine Rettungsweste anhatte. Der leblosen Körper sei später jedoch ohne Weste gefunden worden.

Von Stefanie Schlemmer

Ein Schalter als Lebensretter

Für Karl-Heinz Rohde von „Kalles Angelshop“ in Neustadt ist klar: „Kein Fisch ist es wert, dass man bei Nebel auf See fährt.“ Man sollte bei diesen Sichtverhältnissen immer den sicheren Hafen anlaufen. Wer sich noch außerhalb der Nebelschwaden befinde, müsse zumindest 1000 Meter weit sehen können und auch das Land im Blick haben. Zudem sollte, wer zum Angeln herausfährt, immer eine Rettungsweste anlegen, betont Rohde. Das würden leider nicht alle machen, oft liege das Rettungsmittel nur im Boot. Auch solle man sich warm anziehen, einen Kompass sowie ein wasserdicht verpacktes Mobiltelefon dabeihaben. Der Handyempfang sei – zumindest in der Neustädter Bucht – meist ausreichend.

Mann-über-Bord-Schalter: Der Außenbordmotor des unbemannten Schlauchboots lief noch, als die Helfer es fanden. Das spricht dafür, dass der Niedersachse wahrscheinlich keinen Mann-über-Bord-Schalter (auch Totmann-Schalter) befestigt hatte, sagt Rohde. Dieser Sicherheitsclip verbinde den Außenbordmotor mit dem Handgelenk oder der Weste des Bootsführers und sei eigentlich standardmäßig dabei. „Sobald man über Bord geht, geht der Motor aus“, erklärt der Experte. „So werden Sie nicht von Ihrem eigenen Boot überfahren und können eventuell auch wieder reinklettern.“

Christian Stipeldey von der DGzRS rät zudem jedem, der allein hinausfährt, „möglichst einen Beobachter an Land zu haben oder Zeit und Ort auszumachen, wo man zurückerwartet wird“. Zudem gebe es Seenotsignalmittel auch in einfachster handlicher Form. Stipeldey: „Grundsätzlich sollte man sich nicht weit hinauswagen, wenn man kein Funkgerät dabeihat."

Mehr Infos finden Sie auf der Seenotretter-Seite www.sicher-auf-see.de. Dort gibt es auch die Sicherheits-App „SafeTrx“, mit der sich Menschen auf See orten lassen können.

sts

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