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Ostholstein Angelverbot im Belt: Klares Signal nach Berlin
Lokales Ostholstein Angelverbot im Belt: Klares Signal nach Berlin
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22:34 13.05.2016
Die Freizeitfischerei in Fehmarn und Heiligenhafen blickt mit Sorge auf das geplante Angelverbot im Belt.

Gegen das vom Bundesumweltministerium geplante Angelverbot im Fehmarnbelt formiert sich auf der Insel der politische Widerstand – über alle Parteigrenzen hinweg.

 

„Die Aus- wirkungen des Verbotes wä- ren verheerend und existenz- gefährdend.“Josef Meyer, CDU Fehmarn

Donnerstagabend verabschiedete der Tourismusausschuss Fehmarn einen Dringlichkeitantrag der CDU. Darin werden weitere Einschränkungen beim Freizeitangeln entschieden abgelehnt. Das Votum fiel einstimmig aus. Es soll am 30. Juni zusätzlich von der Stadtvertretung Fehmarn bekräftigt werden.

Dass aus dem Tourismusausschuss vorab ein klares Signal in Richtung Berlin gesandt wird, hat aber einen triftigen Grund. Denn bereits am 10. Juni kommt Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth (parteilos) nach Ostholstein. Auf einer Kutterfahrt von Fehmarn nach Heiligenhafen soll er doch noch zum Einlenken beim Angelverbot im Fehmarnbelt bewogen werden. „Diskutiert wird dann auf dem Schiff, damit keiner weglaufen kann“, scherzte im Tourismusausschuss SPD-Fraktionssprecher Heinz Jürgen Fendt.

Einige Kommunalpolitiker hatten sogar gehofft, Flasbarth schon am Donnerstag persönlich ansprechen zu können. Doch beim Empfang zum 40-jährigen Bestehen des Wasservogelwartes Wallnau fehlte er. „Dann bleiben wir eben unter uns“, kommentierte der stellvertretende Bürgermeister Werner Ehlers (CDU).

Stattdessen verteidigte Meeresschutzreferent Dr. Kim Cornelius Detloff, beim Nabu federführend für die Projekte „Fishing for Litter“ und „Meere ohne Plastik“, den Vorstoß aus Berlin. Der Bund setze nur endlich die „Natura 2000“-Ziele um, die EU-weit schon vor mehr als einem Jahrzehnt beschlossen worden seien. Detloff: „Der Nord- und Ostsee geht es wirklich schlecht. In Schleswig-Holstein sind diese Maßnahmen daher bitter nötig, doch dort sind die Stimmen leider auch am lautesten.“

Ganz anders reagierten die fehmarnschen Kommunalpolitiker von CDU, SPD, FWV, WUW und Grünen sowie die Vertreter aus der Tourismuswirtschaft im Ausschuss. „Überall gibt es Ablehnung gegen das Angelverbot, doch bislang haben wir uns nie konkret dagegen ausgesprochen“, warb Josef Meyer (CDU) für einen klaren Beschluss gegen das angedrohte Verbot der Freizeitfischerei im Fehmarnbelt. Seine Begründung: Die Auswirkungen wären für Tourismus der Region, den Einzelhandel sowie die Sportangelfahrzeug- und Campingplatzbetriebe mit vielen Arbeitsplätzen auf der Insel „verheerend und existenzbedrohend“. Ohne große Diskussion wurde dies vom Ausschuss abgesegnet.

Rund 20 000 Fahrgäste starten jedes Jahr von Fehmarn aus zu Hochseenangelfahrten, weitere 50 000 kommen von der Stadt Heiligenhafen dazu. Bisher noch gar nicht erfasst ist die große Anzahl der Bootsangler. Allein auf den 16 Campingplätzen der Insel gehen rund ein Drittel der Gäste vor allem in der Vor- und Nachsaison dem Angelsport nach, so Meyer.

 Gerd-J. Schwennsen

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