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Ostholstein Anklage gegen Mutter von Juri erhoben
Lokales Ostholstein Anklage gegen Mutter von Juri erhoben
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21:13 19.09.2016

Ist Ramona R. schuldfähig? Diese Frage wird entscheidend sein, wenn die 34-Jährige aus Eutin demnächst vor dem Landgericht Lübeck stehen sollte. Die Frau wird wegen Totschlags angeklagt. Das bestätigte Christian Braunwarth von der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Die Eutinerin soll am Abend des 13. April dieses Jahres ihren zweieinhalb Jahre alten Sohn Juri erdrosselt haben. Nach damaliger Aussage der Mutter habe sie ihr Kind am Morgen des 14. April leblos in seinem Schlafsack in seinem Bett vorgefunden und dann selbst den Notarzt gerufen, der aber nur noch den Tod des Jungen feststellen konnte. An dieser Schilderung von Ramona R., die von einem Unfall sprach, bestanden von Anfang an Zweifel. Eine Obduktion des Kleinkindes erfolgte. Fremdeinwirkung konnte zunächst nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Erst Mitte Juni wurde Ramona R. wegen Verdacht des Totschlags verhaftet. Da lag nach umfangreichen rechtsmedizinischen Untersuchungen ein Gutachten vor, das den Anfangsverdacht untermauerte: „Der Mutter wird vorgeworfen, den Schlafsack des Kindes so zugedreht zu haben, dass es erstickt ist“, so Staatsanwalt Christian Braunwarth.

Unmittelbar nach der Tat hatte auch der damalige Lebensgefährte (37) der Eutinerin unter Verdacht gestanden, für das Geschehen, das sich in seiner Wohnung ereignet hatte, verantwortlich zu sein. Zur Tatzeit sei er aber nicht zuhause, die Mutter mit Juri allein gewesen. Der Mann war nicht Juris leiblicher Vater. Wie Staatsanwalt Braunwarth erklärte, ist das Verfahren gegen den 37-Jährigen eingestellt worden. Er soll vor Gericht als Zeuge gehört werden.

Dem Jugendamt war Ramona R. schon längere Zeit bekannt. Sie hat zwei Kinder aus anderen Beziehungen, beide sollen in Pflegefamilien leben. Nachbarn der Frau und ihres Lebensgefährten hatten aus dessen Wohnung häufig Schreie und Schläge gehört und sich aus Sorge um Juri wiederholt an das Jugendamt gewandt. Mitarbeiter seien vor Ort gewesen, hätten aber nichts festgestellt, was auf eine Gefährdung des Kindes hingewiesen hätte, hatte Matthias Badenhop, Fachgebietsleiter Soziales und Jugend beim Kreis Ostholstein, auf LN-Anfrage im April berichtet.

ben

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