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Anrufbus und Co.: Kreis setzt auf Alternativen zum Linienbus

Oldenburg Anrufbus und Co.: Kreis setzt auf Alternativen zum Linienbus

Metropolregion Hamburg will mehr Mobilität im ländlichen Raum — Gemeinsames Konzept für den Nahverkehr in Arbeit — Ostholstein federführend.

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Treffen am Oldenburger Zob: Projektkoordinator Horst Weppler (l.), Marion Köhler von der Metropolregion Hamburg und Ostholsteins Landrat Reinhard Sager erläutern das Projekt zum Thema Nahverkehr.

Quelle: Fotos: Binder, Schwennsen

Oldenburg. Mobil bleiben auf dem Land: Die Metropolregion Hamburg arbeitet an einem Konzept für den öffentlichen Nahverkehr. Mit Blick auf demografischen Wandel und Klimaschutz sei das Thema „von herausragender Bedeutung“, betont Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU). Der Kreis ist federführend bei dem Projekt, das gestern in Oldenburg vorgestellt wurde.

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Metropolregion Hamburg will mehr Mobilität im ländlichen Raum — Gemeinsames Konzept für den Nahverkehr in Arbeit — Ostholstein federführend.

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Gemeinsam etwas erreichen: Die Metropolregion

Die Metropolregion ist ein Zusammenschluss von vier Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen) und hat insgesamt etwa fünf Millionen Einwohner. Gemeinsam wollen die Kooperationspartner die Region mit verschiedenen Projekten stärken und weiterentwickeln. Das Thema Mobilität spielt eine zentrale Rolle.

Unter dem Titel „flexible Bedienformen“ wurden Alternativen zum Linienbus zusammengestellt, um „die Mobilität bedarfsorientiert sicherzustellen“. „Möglichst viele Busse mit nur sehr wenigen Fahrgästen können natürlich nicht das System der Zukunft sein“, so Sager. Stattdessen setzen die Verantwortlichen auf Anrufbusse, Linientaxen oder Bürgerbusse, wie es sie in Ostholstein schon vielerorts gibt.

70 verschiedene Angebote wurden in der Bestandsanalyse beleuchtet. Auf dieser Basis solle nun eine Art „Werkzeugkasten“ für die beteiligten Kreise und Kommunen erstellt werden, kündigt Horst Weppler an, Projektkoordinator beim Kreis. Darin sollen Empfehlungen und Tipps aller Art gegeben werden — vom einfachsten Weg, einen Bürgerbus zu gründen, bis zu Entwürfen für Verträge mit Taxiunternehmen.

Es soll thematisiert werden, wie lange im Voraus ein Anrufbus am besten bestellt werden sollte, wie Fahrpreise bei welchem System abgerechnet werden können, und wie das Zusammenspiel der verschiedenen Angebote funktionieren kann.

Das Ziel sei es, so viel zu standardisieren wie möglich, erklärt Weppler. Zwar sollten „die Kommunen mitgenommen werden“, auf den jeweiligen Ort zugeschnittene Angebote erhalten und auch Individualität bewahrt werden. Der Fahrgast solle auf lange Sicht bestenfalls jedoch nur noch zwischen zwei einfachen Systemen unterscheiden müssen: „Entweder, der Bus kommt von allein, oder ich rufe an, damit er kommt.“ Welcher Anbieter dann jeweils dahinter stecke, könne den Nutzern egal sein, so Weppler — wichtig sei nur, dass das Konzept in der gesamten Region das gleiche sei und damit Wiedererkennungswert habe. Auf diese Weise wüssten Fahrgäste immer, wie das Ganze funktioniere.

Laut einer Karte der Metropolregion, in der die „flexiblen Angebote“ wie Anrufbusse verzeichnet sind, ist Ostholstein bei dem Thema schon vergleichsweise gut aufgestellt. Fast flächendeckend sind derlei Systeme zumindest vorhanden — wenn vielleicht auch nicht täglich. Anders als zum Beispiel in den Kreisen Segeberg oder Herzogtum Lauenburg, wo fast gar keine Bereiche über alternative Angebote abgedeckt werden.

Viele der ostholsteinischen Transportmittel hätten sich bereits etabliert, berichtet Weppler. Die Nachfrage sei auf jeden Fall da, berichtet zum Beispiel Beate Burow vom Bürgerbus Fehmarn. Knapp 10000 Fahrgäste würden sie pro Jahr verzeichnen. Insofern sollten die Alternativen zum herkömmlichen Linienverkehr hierzulande nun flächendeckend fest verankert werden. Diverse Bereiche seien bereits abgedeckt; die Planungen für weitere Projekte liefen. So solle beispielsweise im Raum Malente bald ein „Dorfbus“ — der zum Teil ebenfalls erst gerufen werden muss — die gängigen Linien ergänzen. Auch liefen Gespräche mit Kommunen und Ämtern im Nordkreis, weil der Vertrag mit dem jetzigen Anrufbus Ende 2017 ausläuft.

Von Jennifer Binder

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