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Ostholstein Ansiedlung eines dm-Markts vor dem Aus
Lokales Ostholstein Ansiedlung eines dm-Markts vor dem Aus
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19:43 20.02.2019
Die Errichtung eines Drogeriemarkts im Gewerbegebiet Burg-West ist gefährdet. Quelle: Rüdiger Nickel (HFR)
Burg auf Fehmarn

 In der Stadtvertretung Fehmarn gibt es Redebedarf über die Erweiterung des Einzelhandels im Gewerbegebiet Burg-West. Nach einer Neuabstimmung im Bauausschuss wird der Bau eines dm-Drogeriemarkts, anders als vor rund 15 Monaten, jetzt abgelehnt.

Innenstadt contra Gewerbegebiet

„Die Entscheidung kommt nicht überraschend“, erklärt Andreas Herkommer (SPD), Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses. Schon im November 2017 habe seine Partei dagegen gestimmt, nur hätten sich nach der Kommunalwahl die politischen Verhältnisse geändert. „Wir haben Sorge, wie es auch ein Gutachten nahelegt, dass die Ansiedlung der Innenstadt schadet“, sagt Herkommer.

Es habe einen Runden Tisch mit den Investoren gegeben, berichtet der Ausschussvorsitzende. Die Beteiligten seien dabei nicht zu einem Ergebnis gekommen. So kam die Idee einer erneuten Abstimmung auf. Diese endete vergangene Woche mit 5:5-Stimmen (der Vertreter der Grünen fehlte) und fiel somit gegen den dm-Markt aus.

Abwanderung aus dem Zentrum

„Es ist grundsätzlich egal, was es für ein Drogeriemarkt ist, es geht um die relevanten Waren“, betont Herkommer. Wenn der ursprüngliche Plan umgesetzt würde, habe das „Kaufhaus Stolz“ signalisiert, unter Umständen aus der Innenstadt auch auf die Grüne Wiese zu ziehen. Dies seien eben die Kräfte des Marktes. Und man stelle sich Burg ohne „Stolz“ vor, gibt der SPD-Mann zu bedenken.

Der Vorsitzende der CDU-Fehmarn, Raphael Ackermann, hält nichts davon, das Zentrum von Burg totzureden. „Außerdem – wie sollen Unternehmen an uns herantreten, wenn wir keine Verlässlichkeit bieten können.“ Das Signal führe nicht in die richtige Richtung. Und bei der Weiterentwicklung eines Gewerbegebiets gehe es wohl nicht gänzlich ohne Berührungspunkte mit der Innenstadt.

Ausschuss ist Herr des Verfahrens

Der Neubau von Edeka und Aldi im Gewerbegebiet Burg-West wird von allen Seiten mitgetragen. Sollten die Stadtvertreter am Donnerstag für den Drogeriemarkt votieren, bleibt dennoch offen, ob es eine Ansiedlung geben wird. Denn der SPD-Mann Herkommer macht deutlich: „Die Leitung des Verfahrens liegt in den Händen des Ausschusses. Wird kein Aufstellungsbeschluss verabschiedet, ist die Sache vom Tisch.“

Die Erweiterung von Edeka wird ebenso befürwortet wie der Neubau von Aldi. Quelle: Nickel (HFR)

Die Stadtvertretersitzung findet am Donnerstag, 21. Februar, um 19 Uhr im Senator-Thomsen-Haus, Breite Straße 28, in Burg statt. Es werden auch der Landschaftsrahmenplan und eine Klageerhebung zur festen Fehmarnbeltquerung beraten.

Markus Billhardt

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