Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Antrittsbesuch der Ministerin: Schnell zurück zu G 9
Lokales Ostholstein Antrittsbesuch der Ministerin: Schnell zurück zu G 9
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:54 31.08.2017
Der CDU-Ortsvorsitzende Christian Freitag (r.) und Ingo Gädechens begrüßen Bildungsministerin Karin Prien in Timmendorfer Strand. Quelle: Foto: S. Latzel

Grundsätzlich war es wohl ein Wahlkampf-Termin, zu dem die Timmendorfer CDU in die Sportsbar „Penalty“ im Eissport- und Tenniscentrum geladen hatte. Allerdings haben die Gastgeber dabei vermutlich keine neuen Wähler gewonnen – denn die etwa 25 Besucher, die Karin Prien zum Thema „G 8/G 9 – Chancen und Modelle“ hören wollten, stammten fast ausschließlich ohnehin aus den Reihen der örtlichen Union. Dementsprechend einmütig wurden die Seitenhiebe der Ministerin auf die ihrer Ansicht nach bislang verfehlte Bildungspolitik der SPD aufgenommen. „Es ist gut, dass die Bildungspolitik im Wahlkampf eine so wichtige Rolle spielt“, erklärte die 52-jährige Juristin, die sechs Jahre lang als Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft saß und seit zwei Monaten Ministerin im nördlichsten Bundesland ist.

Karin Prien sprach vor ihren Parteikollegen von der Timmendorfer CDU.

Da die Rückkehr zum G-9-Modell an den Gymnasien ein „zentrales Wahlversprechen“ von Ministerpräsident Daniel Günther gewesen sei, solle diese Änderung schnell umgesetzt werden, kündigte Prien an. Demnach hätten bereits diejenigen Schüler, die zum Schuljahr 2019/2020 in die fünfte Klasse kommen, wieder neun Jahre Zeit bis zum Abitur. Und warum? „Es ist vielfach der Wunsch geäußert worden, den Kindern mehr Lernzeit zu geben“, sagte Prien. „Außerdem sollen einzelne Themen vertieft werden – und die Kinder mehr Freizeit am Nachmittag haben.“ Insgesamt hätten die Schüler in den neun Jahren bis zum Schulabschluss mehr Unterrichtsstunden zu leisten als zuvor bei G 8.

Wie schon bekannt, sollen die Schulen in einem „Vorschaltprozess“ entscheiden, ob sie bei G 8 bleiben oder zu G 9 zurückkehren. Für den Verbleib bei G 8 braucht es eine Dreiviertel-Mehrheit in der Schulkonferenz. „Wer nichts entscheidet, wird G 9“, sagte Prien. Laut Bildungsministerium gibt es derzeit in Schleswig-Holstein 99 Gymnasien, davon 84 mit G-8-Modell und elf G-9-Gymnasien. Vier Schulen bieten sowohl G 8 als auch G 9 an. Ende nächster Woche werde der Gesetzesentwurf zu G 9 ins Parlament eingebracht, sagte Prien. „Ziel ist die Schulgesetz-Änderung zum 1. Januar 2018.“ Laut Ministerin wird auch die schriftliche Schularten-Empfehlung am Ende der Grundschule wieder eingeführt.

Ein weiteres Thema war die gerechte Verteilung der 100 Millionen Euro vom Bund für die Schulsanierungen im Land, wobei es laut Prien innerhalb dieser Legislaturperiode weitere 50 Millionen Euro vom Land für die maroden Schulen geben soll. Ebenfalls in den nächsten fünf Jahren sollen 500 neue Lehrerstellen sowie 350 weitere Stellen für Sonderpädagogen geschaffen werden.

latz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige