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Ostholstein Anwohner wollen ihre Tempo-30-Zone zurück
Lokales Ostholstein Anwohner wollen ihre Tempo-30-Zone zurück
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02:19 06.07.2013
Die Anwohner wollen umgehend wieder Tempo 30 in ihrer Straße und am liebsten weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Quelle: Foto: Benthien

Diese Aktion hat umgehend Wellen geschlagen: Seitdem am Donnerstag im Broderdammskamp im gleichnamigen Ortsteil von Ekelsdorf (Gemeinde Süsel) die Ortsbeschilderung geändert und die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 in einem Teilbereich aufgehoben wurde — dort sind jetzt 50 Stundenkilometer zulässig — sind die betroffenen Anwohner mächtig aufgebracht. Sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit ihrer Kinder.

Sie habe sich eingesetzt und beim zuständigen Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Eutin-Süsel immer wieder genervt, bis in ihrem Ortsteil vor rund zwei Jahren endlich eine Tempo-30-Zone eingerichtet worden sei, sagt Nicole Bublitz. Nun sei diese Beruhigung quasi über Nacht hinfällig geworden. „Wir haben Angst um unsere Kinder. Sobald sie das Grundstück verlassen, sind sie in Gefahr“, klagen auch andere Eltern. Denn der einseitige Bürgersteig in der Straße hat einen abgesenkten Bordstein, damit Autos in der maximal 4,50 Meter breiten Straße im Begegnungsfall ausweichen können. „Die Kinder müssen sich also den Weg als Verkehrsraum mit Autos teilen.“

In der Vergangenheit habe es schon bei Tempo 30 mehrfach äußerst gefährliche Situationen gegeben, da der Verkehr unmittelbar an den Gartenpforten vorbeiführe und gerade kleine Kinder für Autofahrer nicht zu sehen seien. Die Kinder wiederum erwarteten auf dem Gehweg keine Autos, selbst wenn sie sie heranfahren hörten, argumentiert Anwohnerin Gerda Petrich. Die Straße sei zudem kurvig, es gebe viele Haushalte mit zwei Autos und auch noch reichlich Lieferverkehr.

Zum Ortsteil Broderdammskamp gehören neben der Straße gleichen Namens mit rund 40 Haushalten auch die Straßen Messenkamp und An der Aue (circa 60 Haushalte). In diesem Neubaugebiet wohnen viele junge Familien, deren Kinder den Broderdammskamp als Schulweg nutzen. Ihr Sohn Linus ist zwar erst eineinhalb Jahre alt, aber Sarah und Florian Körth sind hergezogen, „weil die Wohngegend familienfreundlich war“. Dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 vor seiner Haustür nicht mehr gelten soll, will der junge Vater Körth nicht ohne Weiteres hinnehmen, ebenso wenig wie viele andere Eltern und Nachbarn. Ihn ärgert vor allem die Begründung vom Kreis, der die Änderungen veranlasst hat und die ihm zugetragen wurde: „Es soll vorher falsch beschildert gewesen und jetzt angepasst worden sein.“

Wie Claudia Leibrandt vom Fachdienst Straßenverkehr in einer schriftlichen Stellungsnahme erklärt, habe die Beschilderung im Broderdammskamp nicht den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung entsprochen. Von Pönitz kommend liegt rechts ein Feld, auf der linken Seite gebe es, so Leibrandt, lediglich wenige bebaute Grundstücke mit einer Zufahrt zum Borderdammskamp. Aufgrund der fehlenden durchgehenden Bebauung sei die bisherige Ortstafel entfernt worden, eine Tempo-30-Zone müsse aber innerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegen. Folglich seien auch diese Schilder beseitigt worden.

Dafür ist seit vorgestern der alte Broderdammskamp, ein Stichweg, ausgewiesene Tempo-30-Zone. „Wenn man aus diesem aber herauskommt und nach rechts in den ,jüngeren‘ abbiegt, gibt es gar kein Schild. Da könnte man also theoretisch 100 fahren“, erbost sich Gerda Petrich. Sie fordert, dass die neue Regelung umgehend zurückgenommen wird. ben

LN

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