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Ostholstein Appell zur Rettung der Sundbrücke
Lokales Ostholstein Appell zur Rettung der Sundbrücke
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20:17 09.01.2016
Ganz schön schwer, dieses wuchtige Argument für der Erhalt der Sundbrücke: Josef Meyer (l.) übergab das Mitbringsel an Daniel Günther.

Mit einem wuchtigen Mitbringsel von der Insel trat Daniel Günther gestern Mittag die Heimreise an. Beim CDU-Neujahrsempfang auf Fehmarn überreichte Gastgeber Josef Meyer dem Oppositionsführer im Kieler Landtag eine schwere metallene Nachbildung der Sundbrücke. Parteimitglied Jan Inkens hatte sie zuvor in Burgstaaken gefertigt.

Unter starkem Beifall warb Meyer für Erhalt statt Abriss des Kleiderbügels, wenn die neue Sundquerung fertig ist: „Neben dem Lübecker Holstentor ist die Sundbrücke d a s Wahrzeichen Schleswig-Holsteins.“ Wenn das Land 16 Milliarden Euro für die HSH Nordbank riskiere, sollten doch auch ein paar Euro für die Rettung der Sundbrücke aufzubringen sein, so Meyer.

In der Mensa der Inselschule, in der selbst die Stehplätze knapp wurden, nahmen zahlreiche Ehrenamtler und Bürger von der Insel, ebenso Vertreter der anderen Fraktionen in der Stadtvertretung Fehmarn am Traditionsempfang teil. Zwei Themen standen besonders im Mittelpunkt: der Dauerbrenner feste Beltquerung und die anhaltende Flüchtlingsproblematik.

Meyer verschwieg nicht, dass viele Fehmaraner sich weiter schwer mit dem Belttunnel anfreunden könnten. „Viele schauen mit der Hoffnung Richtung Dänemark, dass den Dänen das Geld ausgeht.“

Kämpferisch zeigte sich später Günther in seinem Festvortrag: „Ich wünsche mir das nicht.“ Bei allem Verständnis für die Ängste vieler Bürger sei der Belttunnel eine Riesenchance für das ganze Bundesland, aber auch die Region. Es gab zaghaften Beifall, aber bei weitem nicht von allen Zuhörern.

Respekt zollten alle Redner dem anhaltenden Engagement vieler Bürger für die Flüchtlinge — mit kritischen Tönen. „Das Flüchtlingsproblem können wir auf Fehmarn allein sicher nicht lösen“, monierte Meyer immer neue, wenig hilfreiche Forderungen aus Bayern: „Als Vorsitzender einer Schwesterpartei sollte man sich auch schwesterlich beziehungsweise brüderlich verhalten und zuerst das Gespräch innerhalb der Familie suchen.“

„Jede Art von Gewalt ist verabscheuungswürdig“, distanzierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens von den bösen Vorfällen in der Silvesternacht in Köln und anderswo. Wer derlei Straftaten begehe, „verwirkt das Bleiberecht in Deutschland und gehört umgehend des Landes verwiesen.“ Er erntete starken Beifall.

Günther bekannte sich zur bisherigen Flüchtlingspolitik: „Ich bin stolz darauf, dass wir in Deutschland eine Vorreiterolle eingenommen haben.“ Strikte Obergrenzen seien zudem unrealistisch.

Allerdings: Eine Million Flüchtlinge im Jahr könne auch Deutschland nicht auf Dauer verkraften.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte Gädechens‘ Ex- USA-Stipendiat Peer Fiete Dreyer (Gitarre). Die „Sternsinger“ traten auf und sammelten mit Unterstützung durch Rapsblütenkönigin Christine Spenden, ehe der Ansturm auf die Erbsensuppe begann.

Gerd-J. Schwennsen

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