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Ostholstein Arbeitsagentur zahlt nicht: Jugendliche warten auf ihr Geld
Lokales Ostholstein Arbeitsagentur zahlt nicht: Jugendliche warten auf ihr Geld
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22:15 28.10.2013
Oldenburg

Mit der Hoffnung, doch noch eine Lehrstelle zu finden, haben rund 30 Jugendliche im September eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) bei der JobB-GmbH in Oldenburg begonnen. Der ersten Euphorie folgte mittlerweile Ernüchterung. Der Grund: Die Agentur für Arbeit in Lübeck hat bisher weder die in Aussicht gestellte Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) noch das Busgeld bewilligt. Erste Teilnehmer der Maßnahme mussten daraufhin bereits das Handtuch werfen.

Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme ist eine Qualifizierungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit, die Jugendliche auf eine Eingliederung in die Ausbildung vorbereiten soll. Durchgeführt werden die Maßnahmen von Bildungsträgern wie JobB im Auftrag der Arbeitsagentur. Bei bestimmten Einkommensverhältnissen steht den Jugendlichen eine finanzielle Förderung zu, damit sie sich die Teilnahme an der Qualifizierung leisten können.

„In der JobB-Maßnahme in Lensahn haben die Teilnehmer dieses Geld bereits. Wir warten jetzt schon seit zwei Monaten darauf“, empört sich Erik-Christian Rateyczak, gemeinsam mit seinen Klassenkameraden Janine Marquardt, Selina Goltz, Nicolai-Dominik Hanke, Madita Strupeck und Leon Harm. Die fünf BvB-Teilnehmer aus Oldenburg wissen lediglich von drei Klassenkameraden, deren Antrag bereits bewilligt wurde. Der Rest wartet. Und muss vermutlich noch sehr viel länger warten: „,Rufen Sie mal Ende November wieder an‘ hat man mir auf meine Nachfrage bei der Arbeitsagentur gesagt“, berichtet Christine Marquardt, Mutter von Janine. „Für uns würde sich der Betrag dann auf über 1000 Euro summieren“, rechnet sie vor. „Für einen Haushalt mit nur einem Einkommen ist das eine enorme Belastung.“

Von einer Lehrerin der JobB- GmbH wissen Janine und ihre Klassenkameraden, dass eine Mitschülerin die Maßnahme wegen fehlenden Busgeldes bereits abgebrochen hat. Eine weitere Schülerin habe die Maßnahme aus finanziellen Gründen erst gar nicht angetreten.

Erst zu Beginn der Maßnahme hätten die Förderhilfen beantragt werden können. „Darin stand, dass mit einer möglichen Bearbeitungszeit von vier bis sechs Wochen zu rechnen sei — allerdings nur für das Fahrgeld“, schildert Christine Marquardt. Die sechs Wochen seien mittlerweile längst überschritten. „,Zwei bis drei Monate sind eine angemessene Wartezeit‘ hat man mir bei der Arbeitsagentur gesagt. Alle Jugendlichen haben bisher gerne an der Maßnahme teilgenommen, nach eigenen Aussagen auch ein gutes Verhältnis zu den Lehrern. Die ausbleibende Bezahlung habe sie jetzt jedoch bewogen, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.

„Wir können den Unmut Teilnehmer verstehen. Wir können jedoch im Vorfeld nicht einschätzen, wie viel Anträge auf Ausbildungsbeihilfe gestellt werden. Und in diesem Jahr sind das extrem viele“, erklärt Olga Nommensen, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Lübeck. Man bedauere die lange Wartezeit auf eine Bewilligung der Anträge, die nach Eingangsdatum bearbeitet würden.

Nommensen: „Bevor jemand die Maßnahme aus finanziellen Gründen abbricht, sollte er oder sie unbedingt mit uns in Verbindung treten. Wir würden dann gemeinsam schauen, ob der Antrag vorgezogen werden kann oder ob gegebenenfalls noch Unterlagen für die Bearbeitung fehlen. Auch sei es möglich, sich unter der Hotline 08 00/455 55 00 mit der Agentur in Verbindung zu setzen, um dann gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. „Diese Möglichkeiten zu kommunizieren, halten wir jedoch auch für eine Aufgabe des Bildungsträgers der Maßnahme“, so Nommensen.

Thomas Klatt

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