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Ostholstein Arbeitslosenquote in Ostholstein sinkt stetig weiter
Lokales Ostholstein Arbeitslosenquote in Ostholstein sinkt stetig weiter
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21:26 03.03.2016
Karsten Marzian (l.) und Markus Dusch stellten gestern die Arbeitsmarktbilanz 2015 für den Kreis Ostholstein vor. Quelle: Astrid Jabs

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Ostholstein hat 2015 weiter zugenommen. Das Plus liegt bei 1,2 Prozent oder 655 Arbeitnehmern. Das geht aus der Arbeitsmarktbilanz für das vergangene Jahr hervor, die Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, und Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein, gestern vorstellten. Danach standen Ende Juni 2015 insgesamt 57090 Menschen im Kreis in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Die Entwicklung fiel etwas schwächer aus als in Schleswig-Holstein (+1,9 Prozent) und im Bundesgebiet (+2,0 Prozent). Der Hauptanteil der Zunahme ist auf die Wirtschaftszweige Gesundheitswesen (+457), Gastgewerbe (+392), Handel (+298), Immobilen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+210) konzentriert. 2015 wurden in Ostholstein 5223 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, das waren 6,3 Prozent mehr als 2014.

Offensichtlich wird der häufig beklagte Mangel an Fachkräften. Dabei wird von der Agentur für Arbeit dann ein Engpass konstatiert, wenn auf eine gemeldete freie Stelle weniger als drei Arbeitslose angerechnet werden können. Besonders betroffen sind hier Berufe im Mechatronik- und Elektro- sowie im Gesundheitsbereich, wo nach der Ausschreibung eines Arbeitsangebotes durchschnittlich 100 beziehungsweise 152 Tage vergehen, ehe ein geeigneter Bewerber gefunden werden kann. Auch die Tourismus- und Gastronomiebranche und das Reinigungsgewerbe können erst nach Vakanzzeiten von mehr als drei Monaten einen Arbeitsplatz besetzen. Einen möglichen Lösungsansatz entwickelte Dusch im Zusammenhang mit dem Thema „Flucht und Asyl“, das für die Arbeitsagentur 2016 ein neues Thema im Portfolio der Aufgaben darstellen wird: „Zwei Drittel der Menschen sind unter 30 Jahre alt, denen wollen wir jetzt etwas anbieten, denn wir brauchen Fachkräfte“, erklärte Dusch. Dafür werden von der Agentur verschiedene Projekte wie beispielsweise Sprachunterricht aufgelegt, aber auch intern gibt es Maßnahmen, um die Menschen beraten und ihnen eine berufliche Orientierung bieten zu können. „Dies geschieht nicht zu Lasten unserer anderen Aufgaben. Es sind zusätzliche finanzielle Mittel und Personal bereitgestellt worden. Es ist also nicht so, dass die Flüchtlinge irgendjemandem Geld oder Arbeitskapazität wegnehmen“, betonte Dusch.

Für das Jobcenter Ostholstein bezifferte Karsten Marzian die Zahl der Leistungsempfänger aus Ländern wie Syrien und Eritrea mit rund 290, insgesamt erhalten über 9300 Menschen Unterstützung. Insgesamt hat das Jobcenter Ostholstein 29,5 Millionen Euro (+3,9 Prozent) für Arbeitslosengeld II ausgegeben. Grundsätzlich sei 2015 mit 2900 Arbeitsvermittlungen ein erfolgreiches Jahr gewesen: „Wir haben noch nie so viele Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren können“, so Marzian. Als besonders hilfreich habe sich für die ländlich geprägte Region dabei die Förderung von Führerscheinerwerb und Autokauf erwiesen, führte er aus.

Eine zentrale Aufgabe für 2016 sieht Dusch in der Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und der Qualifizierung von jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss. Mit Blick auf die Flüchtlinge erinnerte er an die Situation 1993, als der Jugoslawienkrieg ähnlich viele Menschen nach Deutschland flüchten ließ, und stellte fest: „Das haben wir schon einmal geschafft.“

Von Astrid Jabs

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