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Ostholstein Armenier rettet Kinder — kein Dank
Lokales Ostholstein Armenier rettet Kinder — kein Dank
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20:19 27.01.2016
Der Feuerlöschteich in Lensahn zwischen Mühlenbach und Lübecker Straße. Quelle: Thomas Klatt

Zwei Kinder aus Lensahn, die während der kalten Wintertage vergangene Woche auf den vereisten Feuerlöschteichen spielten und einbrachen, sind von einem Armenier gerettet und nach Hause gebracht worden. Doch der Vorfall hinterlässt nicht nur beim Retter einen bitteren Nachgeschmack. Denn bedankt haben sich die Eltern der Kinder bei dem Retter kaum.

Der armenische Familienvater, der die Kinder rettete, möchte nicht genannt werden. Was war an diesem bitterkalten Januartag passiert? Der Mann hatte sich trotz der Kälte auf die Terrasse seiner Wohnung in der Lensahner Kirchenkoppel gesetzt, um eine Zigarette zu rauchen. Plötzlich hörte er „Hilfe“-Rufe von Kindern aus Richtung der etwa 100 Meter entfernten Feuerlöschteiche. Der Armenier rannte sofort los und sah, dass Kinder ins dünne Eis eingebrochen waren. Noch im Laufen warf er die Jacke ab, weil er damit rechnete, schwimmen zu müssen. Die beiden Kinder im Alter von 6 bis 7 Jahren drohten unter das Eis zu rutschen.

Der Mann zögerte nicht, lief aufs brüchige Eis, brach ein und versuchte so nahe wie möglich an die Kinder heranzukommen. Mit Hilfe eines Stockes und gutem Zureden zog er die Kinder wieder aufs Eis und brachte sie zurück ans Ufer. Völlig durchnässt liefen die Kinder mit ihm, der ebenfalls bis zum Gürtel im Eiswasser gestanden hatte, nach Hause. Dort angekommen, öffnete der Vater der Kinder die Tür. „Er zeigte sich allerdings wenig beeindruckt von der Rettungsaktion, sagte nur ,Danke und tschüss‘“, berichtet der Armenier. Dann habe er dem Retter die Tür vor der Nase zugeschlagen.

Was viele Lensahner, die bereits von der Geschichte gehört hatten, erstaunen und den Kopf schütteln ließ: Wenige Tage später waren die Kinder erneut auf dem Teich.

LN

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