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Ostholstein Asyl-Wohnungen stehen leer
Lokales Ostholstein Asyl-Wohnungen stehen leer
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20:16 25.02.2016
Rund 360000 Euro kostet der Umbau des Verwaltungssitzes. Quelle: ser

Wochenlang haben die Mitarbeiter vom Amt Ostholstein-Mitte nach Wohnraum gesucht. Bürger wurden gebeten, freie Einheiten zu melden. Parallel trieben Kommunalpolitik und Verwaltung den Neubau von Schlichtwohnungen in Schönwalde und die Sanierung der Obdachlosenunterkunft in Groß Schlamin voran. Und was passiert? Seit Weihnachten werden kaum Flüchtlinge zugewiesen. 40 Plätze sind frei. Die anfallende Miete trägt das Amt. Erstattet wird diese vom Kreis nur, wenn die Zimmer belegt sind.

„Die Entwicklung hat uns überrascht. Wir sind aber — genau wie andere Kommunen — nicht in der Lage, einfach so umzuschalten. Wenn wir jetzt Mietverträge kündigen und an Ostern Menschen kommen, haben wir ein Problem“, so Peter Zink. Der Amtsvorsteher weiß, dass niemand die Entwicklung vorhersagen kann. Zudem versichert er, dass das Amt getroffene Zusagen mit Vermietern einhält. Klar ist lediglich, dass derzeit keine neuen Objekte angemietet werden. Die angekündigten Bauvorhaben in Schönwalde und Groß Schlamin sollen jedoch vorangetrieben werden. Für die Schlichtwohnungen liegt laut Burkhard Busch, Leitender Verwaltungsbeamter, die Baugenehmigung vor. „Die Ertüchtigung in Groß Schlamin ziehen wir auch durch“, so Busch weiter.

Darüber hinaus liegt der Fokus bei der Aufnahme der Flüchtlinge auf der Integration. Gerade im sehr ländlich geprägten Bereich des Amtes ist es schwer, ohne Auto Supermarkt, Bank oder Behörden zu erreichen. Der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt. Deshalb hat das Amt vor wenigen Tagen einen VW Bus angeschafft. „Das ist kein ÖPNV-Ersatz. Vielmehr geht es darum, die Menschen zu den Bussen zu bringen“, betont Zink.

Zudem gebe es zwei Kinder, die den Kindergarten in Schönwalde besuchen. Sie werden aus Mönchneversdorf und Kasseedorf abgeholt. Zink ist sich bewusst, dass solche Angebote schnell Neid aufkommen lassen. „Der Bus ist eine Unterstützung und kein Taxiverkehr. Wir müssen aufpassen, dass keiner bevorteilt wird“, sagt er. Jedoch sei das Fahrzeug, welches von einem Mitarbeiter der Beschäftigung und Qualifizierung Ostholstein gGmbH (BQOH) gefahren wird, auch eine Entlastung für Ehrenamtler. „Wir dürfen diese nicht überfordern“, so Zink. Generell gelte aber, dass das Engagement weiterhin ungebrochen sei und viele Menschen sich toll einbringen würden.

Arbeiten im Zeitplan

Der Umbau des Verwaltungssitzes vom Amt Ostholstein-Mitte in Schönwalde kommt voran. Das Gerüst steht. Im Sommer soll alles fertig sein und das Bauamt einziehen.

Der Bürgerkoffer kommt dienstags von 14 bis 18.30 Uhr und mittwochs von 10 bis 13 Uhr in der Sierksdorfer Tourist-Info zum Einsatz. Er ist Ersatz für die Außenstelle der Verwaltung in Neustadt.

Sebastian Rosenkötter
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