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Ostholstein Auch Johnny Cash saß bei ihm Modell
Lokales Ostholstein Auch Johnny Cash saß bei ihm Modell
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19:14 05.10.2016
Dieter Köhn zeigt Flohmarkt-Besucher Helmuth Pufpaff (l.) ein Porträt des Hamburger Sängers Rocky. Quelle: Fotos: Marc Hofmann

Wangels. Mittlerweile 80 Jahre alt, kann Dieter Köhn auf ein langes und bewegtes Leben zurückblicken, in dessen Verlauf er Größen aus Showbusiness und Politik vor der Linse hatte.

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Fotograf Dieter Köhn aus Döhnsdorf gewährte Freunden und Gästen bei einem „Vintage-Flohmarkt“ in seinem Haus Einblick in sein bewegtes Fotografenleben mit Studios in Palm Beach und Hamburg.

„Die Amerikaner haben bis zu 3000 Dollar bezahlt. Eine Fotosession dauerte bis zu sechs Stunden. Die Entwicklung hat aber nur 15 Minuten gebraucht.“ Dieter Köhn

Unter ihnen internationale Stars wie Johnny Cash und June Carter oder Hamburger von Klaus von Dohnanyi bis Max Schmeling. Besonderheit vieler seiner Fotos: Er arrangierte einmalige „Positiv-Aufnahmen“ vor einer mehr als 200 Kilogramm schweren, selbstentwickelten Kamera. Sie steht nun in seinem ehemals zum Gut Weissenhaus gehörenden Haus im Ortsteil Döhnsdorf.

„Leider hat Kodak aufgehört, das dafür nötige Spezialpapier herzustellen“, so der studierte Fotograf. Für ihn ein Grund, nach Jahren in den USA wieder in die alte Heimat zurückzukehren. „Wir haben lange gesucht, aber dieses tolle Haus und die naturstarke Landschaft Ostholsteins haben uns schließlich überzeugt“, sagte er, während er eine Fotografie eines weißgetünchten Herrenhauses mit einem blühenden Rapsfeld in den Händen hielt.

So groß das Haus auch ist, die Kamera, Fotolabor, Retuschierraum und Werkstatt nehmen viel Platz ein. Zeit, ein paar „Schnipsel“ aus dem Leben zu verkaufen. Neben großformatigen Werbeplakaten, Langspielplatten und Laborzubehör gehören dazu auch alte Werkzeuge. „Mein Großvater war Tischler und hat für Wilhelm Conrad Röntgen das erste Kameragehäuse gebaut.“ Dieser habe zu ihm gesagt, er wolle „Menschen von innen fotografieren“.

Unter den Besuchern war auch Helmuth Puffpaf (Onkel des Kabarettisten Sebastian), der beim Betrachten eines Fotoalbums selbst eine interessante Geschichte beizusteuern wusste: „Max Schmeling, der auch Landwirt war, hat Eier für die Likörproduktion meiner Eltern zugeliefert“, erzählte der Schwartauer.

Beim Rundgang durch das Haus kommt einem das ein oder andere Gesicht bekannt vor, so auch Norman van Norman. Er ist Freund und Kunde: „Das bin ich auf dem Bild im Eingangsbereich“, sagte der Neu-Lübecker mit Blick auf das Foto, das ihn in einem eleganten Morgan-Sportwagen zeigt.

So ist dieser Flohmarkt auch eine Reise durch das Leben des Hamburgers Dieter Köhn: Von 1983 bis 1996 führte er besagtes ein Porträt- Studio in der Worth Avenue, einer der besten Adressen in Palm Beach, Florida. „Die Amerikaner haben für unsere Porträts bis zu 3000 Dollar bezahlt“, so Köhn. Dafür sei der Anspruch an die Qualität der Arbeit auch sehr hoch gewesen: Da die Fotoplatte das letztendliche Bild war, konnten Veränderungen nur vor dem Ablichten vorgenommen werden. Eine Fotosession dauerte bis zu sechs Stunden. „Die eigentliche Entwicklung hat aber nur 15 Minuten gebraucht“, ergänzte seine finnische Frau Ulla- Maija. Davor betrieb der passionierte Fotograf mit seiner Frau bereits ein „Show-Studio“ im Hamburger Hanse-Viertel. Dort konnte jedermann zuschauen, während Kunden wie Rocky, der Irokese (zeitweise Mitglied in Udo Lindenbergs Panik-Orchester) oder Ballettchoreograf John Neumeier sich ablichten ließen. Dennoch denkt Köhn noch nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Am Döhnsdorfer Kapitel wird noch geschrieben.

Marc R. Hofmann

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