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Ostholstein Auch wenn es teuer ist: Eutin setzt auf mehr Schulsozialarbeit
Lokales Ostholstein Auch wenn es teuer ist: Eutin setzt auf mehr Schulsozialarbeit
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09:01 08.01.2013
Julia Dabelstein (v.l.), Christine Ludwig und Ulrike Meyer stimmen sich eng miteinander ab. Quelle: Benthien

Ihre jungen Einwohner sind der Stadt wichtig und auch viel wert: Trotz der schwierigen finanziellen Lage investiert Eutin in die Schulsozialarbeit in ihren Bildungseinrichtungen. 134 500 Euro werden dafür insgesamt im Jahr aufgebracht, nach Abzug von Zuschüssen des Bundes und Landes bleiben als Eigenanteil noch 57 000 Euro. Gerade gewährte der städtische Schulausschuss der Gustav-Peters-Schule, an deren drei Standorten zwei Fachkräfte mit Kindern, Eltern und Lehrern arbeiten, eine Aufstockung ihrer gemeinsamen Wochenstunden von 40 auf 56.

Verbunden sind damit Mehrkosten in Höhe von 19 200 Euro.

Der Ausschuss war sich in seiner Einschätzung einig: Was pädagogisch erforderlich sei, solle möglich gemacht werden. Aber Elgin Lohse (CDU) sagte auch: „Das reißt uns finanziell ‘rein. Es heißt immer nur, Eutin habe so viele Schulden. Von der Schulsozialarbeit, die wir unter anderem schultern, ist dabei leider nie die Rede.“ Das Land stehle sich aus seiner Verantwortung und laste Städten und Gemeinden seine Aufgaben auf, beklagte Ausschuss-Vorsitzender Hanjo Iwanowitsch (SPD). Auch wenn Bund und Land sich an den Personalkosten beteiligten (eine Zusage für die Förderung gibt es zunächst nur bis zum Schuljahr 2013/14), trage Eutin doch die Auswirkungen politischer Entscheidungen, ergänzte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU).

Zwar hatte Schulleiterin Christine Ludwig gehofft, ihre Schulpädagoginnen ab dem zweiten Halbjahr jeweils zehn Stunden mehr pro Woche in Anspruch nehmen zu können, denn: „20 wären besser, gerade als Schule mit drei Standorten, aber wir freuen uns auch über 16 Stunden.“ Sie nannte es „segensreich, dass wir solche Leute haben“. Mit der Sozialpädagogin Ulrike Meyer (48) und Julia Dabelstein (36), Verhaltens-Biologin und systemische Familienberaterin, stünden der Schule zwei qualifizierte Frauen zur Seite.

Ihnen begegnen Mädchen und Jungen, die unruhig oder sehr in sich zurückgezogen sind. Zu ihnen kommen Eltern, die das Gefühl haben, dass ihre Kinder von Ängsten geplagt werden, die aber keinen Zugang zu ihnen finden. „Es gibt auch Eltern, die nicht wissen, wie sie ihr Kind erziehen oder ihm das Einhalten von Regeln vermitteln sollen“, schildert Ulrike Meyer. Lehrkräfte wenden sich an sie, weil sie einen Leistungsabfall bemerken und gemeinsam mit den Pädagoginnen und Eltern die Ursache herausfinden wollen. Kindern falle es leichter, sich an die Schulsozialarbeiterinnen zu wenden, als an Mutter,Vater, Lehrerin, weil zu ihnen keine Abhängigkeit bestehe und sie anders vermitteln könnten.

Die Schule habe von der bisherigen Tätigkeit der Schulsozialarbeiterinnen sehr profitiert, berichtet Christine Ludwig: „Die Klassengemeinschaften sind gestärkt, die Lehrkräfte schätzen es, sich mit jemandem austauschen zu können, der einen anderen Blick auf die Kinder hat.“ Ihre Arbeit liege im Zusammenbringen von Eltern, Kindern, Lehrern, sagt Meyer. „Es geht uns um gegenseitigen Respekt und Wertschätzung“, ergänzt Julia Dabelstein.

Seit 2008 gibt es Schulsozialarbeit in Eutin

Im Dezember 2008 wurde die erste Stelle für Schulsozialarbeit in Eutin an der Wilhelm-Wisser-Schule (derzeit rund 700 Schüler) eingerichtet. Die Vollzeitkraft mit 40 Stunden bekam am 1.

Dezember 2012 endlich Verstärkung: Eine weitere halbe Stelle war schon längst im Verwaltungsplan vorgesehen und im Haushalt verankert, konnte aber mangels geeigneter Bewerber nicht vorher besetzt werden.

Im Sommer 2011 lief die Schulsozialarbeit an der Gustav-Peters-Schule (rund 600 Schüler) an. Die beiden Pädagoginnen, gestartet mit jeweils 20 Wochenstunden, sind seitdem überwiegend an der Hauptstelle an der Blauen Lehmkuhle und an der Außenstelle Am Kleinen See tätig, bei Bedarf auch an der Außenstelle in Fissau.

Zum Schuljahr 2012/2013 konnte auch an der Albert-Mahlstedt-Schule (48 Schüler) Schulsozialarbeit angeboten werden. An der Förderschule gibt es dafür eine Stelle mit 20 Wochenstunden.

Ulrike Benthien

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