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Auf dem Weg in ein eigenständiges Leben

Eutin Auf dem Weg in ein eigenständiges Leben

Sprache, Alltag, Umgebung, Beruf — Projekt „Lernreich“ macht unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge fit für den fremden Sozialraum.

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„Neben der Sprache geht es um die Orientierung im Alltag.“ Andrea Belitz, Leiterin von „Lernreich“

Eutin. Hussein war einer der ersten. Der junge Afghane ist inzwischen über 18 Jahre alt und dabei, seine Fachhochschulreife zu absolvieren. „Seit er nach Deutschland gekommen ist, möchte er zur Polizei“, erinnert sich Andrea Belitz. Er ist dabei, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Der junge Mann war einer der ersten, der als Flüchtling an dem Projekt „Lernreich“ des Kinderschutzbundes (KSB) Ostholstein teilgenommen hat. Damit zählt er vor allem zu jenen, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind.

In solchen Fällen, bei unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern, nimmt zunächst der Kreis die Jugendlichen in Obhut. In Ostholstein werden sie für einige Tage vorläufig im Jugendhilfehaus in Lensahn untergebracht, um das Nötigste zu klären: Gesundheit, Verpflegung, Erstausstattung. In den weiteren sechs bis acht Wochen wird der Asylantrag gestellt und geklärt, ob sie einen Vormund bekommen oder sich eine Pflegefamilie findet. Es entscheidet sich, wo sie wohnen werden: in einer teilstationären Wohngruppe, in einer stationären Einrichtung mit 24-Stunden-Betreuung oder in eigenem Wohnraum mit ambulanter Hilfe.

Dann setzt der KSB mit dem Projekt „Lernreich“ an. Im Bildungs- und Beschäftigungszentrum Eutin-Pulverbeck werden Jugendliche von 13 bis 18 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund auf den Unterricht an der Regelschule vorbereitet. „Kinder, die über Jahre nicht mehr regelmäßig eine Schule besucht haben, benötigen einen besonderen und sehr sensiblen Förderansatz“, erläutert Belitz, die Leiterin des Projekts. Dieses Angebot gilt sowohl für Kinder und Jugendliche, die in den stationären Einrichtungen des KSB Ostholstein leben, als auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die der Verband seit 2009 aufnimmt.

Für letztere reicht das Angebot noch weiter: Sie werden fit für ein selbstbestimmtes Leben gemacht — für einen Sozialraum, der ihnen fremd ist. „Neben der Sprachförderung geht es um die Orientierung im Alltag“, erklärt Belitz. Es geht um Mülltrennung, den Umgang mit Ressourcen, um Kontoeröffnung oder auch, was Gleichberechtigung bedeutet. Hinter dem Lernfeld Sozialraumorientierung verbirgt sich das Leben in der Umgebung: Wo kann man günstig einkaufen, wie bekommt man einen Krankenschein, wie lese ich den Stadtplan. Von 8 bis 12 Uhr kommen die Jungen in das Bildungszentrum. Sie lernen, arbeiten in einer Holzwerkstatt oder spielen Fußball. Innerhalb eines Jahres sollten sie soweit sein, eine weitere Einrichtung besuchen zu können.

Bis Anfang 2015 sei die Zahl der Flüchtlinge noch überschaubar gewesen, berichtet Belitz. Rund hundert Jugendliche haben von 2009 bis März 2015 an dem Projekt teilgenommen. Mindestens 40 sind es allein seit September. „Die Jungen aus Afghanistan, den arabischen und nordafrikanischen Krisengebieten waren teils jahrelang auf der Flucht. Eine Schule haben sie lange oder gar nicht besucht“, so Andrea Belitz. In Eutin werden daher Grundlagen für gleiche Bildungschancen geschaffen. So ist auch die Berufsorientierung ein Thema, um zu überlegen, wo es in Zukunft hingehen könnte, welche Berufsfelder es gibt, wie man sich qualifizieren kann — zum Beispiel eben für die Polizei.

Spendenstand
10807Euro sind bis gestern auf dem Konto der Hilfe beim Kinderschutzbund eingegangen.
HILFE IM ADVENT
Liebe Leserinnen und Leser,


gerade die Betreuung minderjähriger Flüchtlinge stellt die Hilfsorganisationen vor besondere Aufgaben. Geld für dringend benötigte Traumatherapien fehlt ebenso wie die Finanzierung von gezielten Programmen, um beispielsweise gerade junge Mädchen zu stärken. Nicht nur für sie bedeutet es eine gravierende Umstellung, mehr Rechte zu haben. Auch die Familien brauchen professionelle Hilfe. Mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, möchte „Hilfe im Advent“ dieses dringend benötigte Geld sammeln. Bitte unterstützen Sie uns. Nur mit Ihrer Hilfe kann es gelingen. Wir danken Ihnen sehr für Ihre Spenden.



Bitte überweisen Sie Ihre Spende unter dem Stichwort „Hilfe im Advent“ (bitte unbedingt angeben!) an den Deutschen Kinderschutzbund, Kreisverband Ostholstein, Bankverbindung: Sparkasse Holstein, IBAN: DE08 2135 2240 0081 4797 19 / BIC: NOLADE21HOL


Neu ist in diesem Jahr die Spende per GiroCode oder auch QR-Code. Ganz einfach den Code über die kostenfreie Banking-App mit dem Smartphone scannen — alle relevanten Zahlungsdaten erscheinen automatisch in der Überweisungsmaske — und über die Banking- App fünf Euro spenden (Zahlung per TAN freigeben). Auch ein anderer Betrag ist möglich.
Mit dem Integrationspreis ausgezeichnet
2009 wurde das Projekt ins Leben gerufen, um schulpflichtige Kinder und Jugendliche zu fördern, die in Regelschulen nicht oder nur teilweise beschult werden können. Die Einrichtung bietet Menschen in kritischen Entwicklungsphasen Schutz. Niemand soll aufgrund von Defiziten ausgeschlossen werden und innerhalb eines Jahres (re)integriert werden.
100 Jugendliche haben von 2009 bis März 2015 am Projekt teilgenommen. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind inzwischen in einer Schule, in Ausbildung oder Arbeit.
„Lernreich“ ist mit dem Integrationspreis 2013 des Deutschen Fußball-Bundes und Mercedes-Benz ausgezeichnet worden. „Der Kinderschutzbund Ostholstein ist ein mehr als würdiger Preisträger, der uns mit seiner Arbeit, die von existentieller gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist, tief beeindruckt hat“, sagte der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Hans-Ludwig Meyer, im Zuge der Preisverleihung 2014.
Das Projekt finanziert sich zu hundert Prozent aus Spenden. Gebraucht wird Lernmaterial aller Art, zum Beispiel Wörterbücher, mit denen die Jugendlichen direkt arbeiten können.
DANKESCHÖN
Auszug aus der Spenderliste:

Angelika Flus (100 Euro), Bodo Nehring (25 Euro), Heike Schulz (20 Euro), Urselruth Rokus (20 Euro), anonym (30 Euro), Margrit und Karl Sachau (20 Euro), Utta Koenig-Ohlenschlager (30 Euro), Stefan Lindner (300 Euro), Silke Hinrichsen (50 Euro), Birgid Ast (40 Euro), Manfred Klein (100 Euro), Maria und Rolf Prieß (30 Euro), Hans Hinrich Lemburg (15 Euro), Barbara Ritterhoff (30 Euro), Angelika Christine Mühe-Moll (20 Euro), Renate Maria Drechsel (100 Euro), Marlies und Christof Hinz (100 Euro), Irene und Werner Eggert (100 Euro), anonym (20 Euro), anonym (20 Euro), Elisabeth Menne-Rebischke (50 Euro), Udo Reitz (25 Euro), Horst Hemmerich (20 Euro), Wolfgang Tengler (100 Euro), Helgard Schlegel (50 Euro), Christina und Udo Koepke (100 Euro), Birgitt Bluhm-Wrage (20 Euro), Christa und Enno Meier (100 Euro), Heiner Woller und Ute Woller-Goeckert (100 Euro), Waltraud Eggers (20 Euro), Hans-Hermann Teegen (100 Euro), Maren-Svendine Geest (100 Euro), Annegret Kratofil (100 Euro), Timo Gaarz (55,55 Euro), Magrit Assmann (20 Euro), Roswitha und Rainer Suhr (50 Euro), anonym (20 Euro), Renate und Bernd Oesterling (20 Euro), Imme und Reinhard Sager (100 Euro), Winfried Langbecker (15 Euro), Ursula Stelzer (20 Euro), Annette Kolbe (40 Euro), Gabriela Schuldt (50 Euro), Dieter Grümmer (200 Euro), anonym (30 Euro), Irma und Hinnerk Bahr (50 Euro), Helga Jürgensen (30 Euro), Toni und Willy Nitsche (20 Euro), Olaf Buchholz (75 Euro), anonym (100 Euro), Rainer Jahnke (150 Euro), Heinz Mollmann (25 Euro), Otfried Kraemer (50 Euro), Monika Bode (50 Euro), Heinz Becker (20 Euro), Ingrid Schulz (30 Euro), Marion und Wolfgang Linsker (100 Euro), Silke und Johannes Sommer (50 Euro), Petra und Göran Bertelson (20 Euro), Dorothea und Dieter Klaus (100 Euro), Margarete und Johann Peters (100 Euro), Ingeborg und Goetz Ahrens (200 Euro), Brigitte Holm (30 Euro), anonym 20 (Euro), Margot Arlt (50 Euro), anonym (50 Euro), anonym (100 Euro) und Helene Bracker (10 Euro). Allen Spendern ein herzliches Dankeschön.

Irene Burow

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