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Ostholstein Auf der Jagd mit einem echten Profi
Lokales Ostholstein Auf der Jagd mit einem echten Profi
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21:12 18.01.2017

Deutsch-Kurzhaar „Deern“ ist in der Jägersprache ein Vollgebrauchshund – also ein echter Allrounder. „Sie können alles“, sagt Jäger Hans-Heinrich Jaacks und lässt auf einem Feld bei Pansdorf seine selbstgezüchtete Hündin von der Leine. „Voran“, ruft er der Vierjährigen zu. Sie versteht sein Kommando sofort: Voller Elan und mit dem Kopf immer am Boden spurtet sie los. „Sie soll ihre Nase einsetzen und suchen“, erklärt ihr Besitzer. Plötzlich bleibt sie wie erstarrt stehen: Eine Drossel flattert aus dem Knick in die Luft. Sie markiere, erklärt Jaacks und pfeift in seine Hundepfeife. Sofort dreht der Vorstehhund ab und kommt zu seinem Herrchen gelaufen.

Nach Wild-Hetze in Bosau: Hans-Heinrich Jaacks und Deutsch-Kurzhaar „Deern“ zeigen, wie es geht.

Anders erging es einem Reh in Bosau, das bis zur Erschöpfung von zwei streunenden Hunden durch den Wald gehetzt wurde. Sie packten das Wild immer wieder an den Läufen, am Hals und an der Kehle, bis ein Jäger das Reh erlöste. „Schrecklich. Tierschutzrechtlich ist das sehr verwerflich“, sagt der 50-Jährige noch immer bestürzt. Eine derartige Hetze würde ein Jagdhund nie machen. Eine „tierschutzkonforme“ Jagd sei sehr wichtig. „Bei der Jagd rennt ein ausgebildeter Hund nicht grundsätzlich einfach dem Wild hinterher“, betont der Obmann für Jagdhundewesen der Kreisjägerschaft Eutin. Dahinter steckt sehr harte Arbeit mit dem Vierbeiner. „Wir müssen uns intensiv mit dem Hund beschäftigen, dass er für uns ein Teampartner wird“, sagt Jaacks. „Der Hund absolviert eine zwei- bis dreijährige Ausbildung.“

Wer einmal ein sogenannter brauchbarer Jagdhund nach dem Landesjagdgesetz – der für einen Revierpächter übrigens Pflicht ist – werden möchte, der muss früh anfangen. Schon im Welpenalter werden das Ablegen und die Leinenführigkeit geübt. Auch eine kleine Schleppe mit Geräusch, also eine kleine Spur zum Napf mit beispielsweise Innereien eines Wildtieres, wird schon einmal gelegt. „Das trainiert die Nase“, sagt Jaacks. Es folgen unter anderem Arbeiten mit der Reizangel.

Beim Üben sei eine Belohnung immer unheimlich wichtig. Neben kleinen Apportier- Übungen und dem Schwimmenlernen wird auch das Erschnüffeln von Spuren weiter verfeinert. „Die Geräusch

-Schleppe wird verlängert, um den Spurwillen des Hundes zu verfestigen“, erklärt der Ausbilder. Als junger Hund geht es dann an einer langen Leine auch aufs Feld, um das Verhalten des Tieres bei der Jagd kennenzulernen. „Wir wollen das Wesen erkennen“, sagt Jaacks, denn er weiß: „Jeder Hund ist unterschiedlich.“ Eines muss jedoch bei jedem Vierbeiner stimmen. „Gehorsam und Vertrauen steht allem voran. Das Wichtigste ist, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht gebrochen ist“, betont der Maschinenbautechniker.

Nach dem anfänglichen Training allein und auch in der Welpengruppe wartet die Verbandsjugendprüfung, wenn der Hund zwischen zwölf und 18 Monate alt ist. Mit Lebendwild kommen die Hunde erst mit etwa zwei Jahren in Berührung. Es folgt die Herbstzuchtprüfung, in der es auch auf das Apportieren ankommt. Erst wenn diese und die Brauchbarkeitsfächer „Feldarbeit, Wasserarbeit und Gehorsam“

erfolgreich abgelegt wurden, ist der Vierbeiner ein brauchbarer Jagdhund.

Damit aber nicht genug. Die vierjährige „Deern“ hat auch die Verbandsgebrauchsprüfung, also die Meisterprüfung der Vorstehhunde mit dem weiteren Fach Waldarbeit, erfolgreich bestritten

. Jaacks geht mit ihr in dem Pansdorfer Revier regelmäßig Fasane, Hasen, Enten und Gänse jagen. Er nutze den Hund zur Niederwild- und Wasserwildjagd.

Der Pansdorfer ist mit Jagdhunden groß geworden. Seit 1989 geht er nur als Duo auf Jagd, seit 2006 bildet er selbst Jagdhunde aus und seit 2006 züchtet der Pansdorfer sogar Deutsch-Kurzhaar. Eine echte Passion also. „Wenn man das einmal gemacht hat, dann lässt es einen nicht mehr los. Ich kann das mit Worten gar nicht beschreiben. Das wird es bei mir nicht geben, dass ich ohne Hund zur Jagd gehe.“ Der Hund gebe einem einfach viel zurück.

Beke Zill

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