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Ostholstein Auf der Suche nach der perfekten Furche
Lokales Ostholstein Auf der Suche nach der perfekten Furche
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21:43 22.03.2016
Möglichst filigran muss die Furche sein. Dafür setzen die Kandidaten auf extra umgebaute Pflüge. Quelle: Susanne Peyronnet
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Sierhagen

Trecker an, ab auf‘s Feld und pflügen bis keine Stoppel mehr zu sehen sind. Klingt einfach, ist aber eine hohe Kunst. Die 40 besten Landwirte im Leistungspflügen werden am 25. September in Ostholstein erwartet. Auf einem zu Gut Sierhagen gehörenden Weizenfeld steigt der Bundesentscheid. Der Gewinner fährt zur Weltmeisterschaft, die 2018 im eigenen Land stattfindet.

Gestern wurde die Großveranstaltung vorgestellt. Der Süseler Bernd Schulze-Entrup, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Deutscher Pflügerrat“, erläuterte im Amt Ostholstein-Mitte, was es mit dem Wettbewerb auf sich hat. „Es geht um ergänzende Ausbildung“, betonte er. Früher sei das Pflügen ein Pflichtfach in der Ausbildung zum Landwirt gewesen. Nach dem Wegfall sei der Wettbewerb, den der Verein seit 1967 organisiert, ein wichtiger Bestandteil bei der Vermittlung von Wissen geworden. Dabei gehe es um eine fachgerechte Bodenpflege mit dem Ziel der nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit.

Die Kandidaten, die nicht älter als 35 Jahre sein dürfen, müssen in 20 Minuten eine 100 Meter lange Spaltfurche pflügen. Dann haben sie drei Stunden Zeit für ein etwa 18 mal 100 Meter großes Beet.

Dass der beste Pflüger Deutschlands in Ostholstein ermittelt wird, hat mehrere Ursachen. „Eigentlich sollte der Wettbewerb dieses Jahr im Saarland stattfinden auf einer Fläche der Familie Boch, von Villeroy und Boch. Jedoch fehlte die Zusage und wir standen ohne Acker da“, erläuterte Schulze-Entrup. Glücklicherweise habe er vor Jahren Kontakt mit Carl-Christian Graf von Scheel-Plessen (Gut Sierhagen) gehabt. Schnell sei klar gewesen, die Veranstaltung in den Norden zu holen.

Die zu pflügenden Flächen liegen von Neustadt aus kommend auf der rechten Seite vor Gut Sierhagen. Laut Gutsinspektor Martin Kollmann sollen zehn Hektar für den Wettbewerb und etwa 20 Hektar für die Trainingseinheiten zur Verfügung gestellt werden. Die Weizenernte könne zuvor wie geplant ablaufen. Schulze-Entrup rechnet damit, dass einige der Teilnehmer schon Tage vor Beginn des offiziellen Teils am 22. September anreisen, um ihren bis zu 50000 Euro teuren Pflug zu testen und einzustellen.

Finanziert wird das 75000 Euro teure Finale übrigens vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Anreise müssen die Teilnehmer allerdings selbst bezahlen. Und die dürfte einiges kosten, da Traktor und Pflug mit einem Schwertransporter nach Sierhagen kommen.

Kritik gibt es an Schirmherr Robert Habeck (Grüne). Das Ressort des Umweltministers sieht sich laut Peter Zink, Vorsteher des Amtes Ostholstein-Mitte, nicht in der Lage, die organisatorische Durchführung zu stemmen. Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) betonte, dass dies in anderen Bundesländern selbstverständlich sei. Nun würden die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein und das Amt die Verwaltungsarbeit erledigen.

Kasseedorfer mit dabei

1 Ostholsteiner tritt beim Bundesentscheid an. Es ist Oliver Hansen aus Kasseedorf. Außerdem nehmen Jan Range aus Mölln und Sonja Jordan aus Rendsburg teil.

Der Bundesentscheid beginnt am 22. September mit der Anreise aller Teilnehmer. Sie können auf der etwa 20 Hektar großen Trainingsfläche von Gut Sierhagen üben.

Die Landjugend lädt am 24. September zu einem Ball ein.

Die WM im Leistungspflügen steigt vom 26. August bis 2. September 2018 in Baden-Württemberg.

Von Sebastian Rosenkötter

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