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Ostholstein „Auf die Aufgaben besinnen“
Lokales Ostholstein „Auf die Aufgaben besinnen“
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21:10 15.01.2018
Ist bald alles klar mit dem Feuerwehrgerätehaus? Der Eutiner Ortswehrführer Dietrich Asbach (r.) begrüßt Verwaltungschef Carsten Behnk. Quelle: Fotos: Ben
Eutin

Dazu eingeladen hatten erneut gemeinsam die Stadt und das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“. Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) mit Ehefrau Marina, Bürgervorsteher Dieter Holst und Kommandeur Alexander Radü begrüßten 300 Gäste in der Historischen Reithalle. Eine „konsequente Besinnung auf die Aufgaben“ kündigte der Bürgermeister für das laufende Jahr an. Zu tun gebe es genug, sagte er mit Verweis auf die von ihm stets gern zitierte „Multiprojektlage“.

Die Eutiner mögen an ihrer Stadt das Stadtfest, die Fußballer von Eutin 08, den Wochenmarkt, das Schloss samt Garten, die Bluesveranstaltungen, die Gemütlichkeit und die freundlichen Menschen, die hier leben. Ihre Verbundenheit mit Eutin stellten sie auch beim Neujahrsempfang unter Beweis, der gut besucht war.

Als hilfreich dafür wertete er die von ihm wahrgenommene Beruhigung innerhalb der Stadt, nachdem das Jahr doch mit einigen Aufregungen begonnen habe – eine Anspielung unter anderem auf die Stadtsanierung und ein angestrebtes Bürgerbegehren, den Streit um das Haus des Gastes und den Bürgerentscheid dazu.

Gelegen komme die Absenkung der Kreisumlage um 0,3 Prozentpunkte zum 1. Januar. „Sie entlastet Eutin um eine sechsstellige Summe. Und von 2019 an wird sie um einen weiteren Prozentpunkt sinken." Jetzt müsse noch der kommunale Finanzausgleich in Kiel umgebaut werden, sagte Behnk, damit Städte und Gemeinden bei den vielfältigen Aufgaben, die ihnen aufgegeben worden seien, entlastet würden. „Die Region ist im Aufbruch. Wir müssen ein touristisches Entwicklungskonzept in Angriff nehmen“, sagte der Verwaltungschef.

Ihren Dank sprachen Bürgermeister und -vorsteher allen Ehrenamtlern aus, sei es im Bereich Kultur, Sport, Jugendarbeit oder Flüchtlingsbetreuung. Dieter Holst ging auch auf die Auseinandersetzungen um die Eutiner Schulpolitik ein. „Ich kann verstehen, wenn Menschen Unmut äußern. Sie sind mit ihrer Unzufriedenheit ernst zu nehmen“, sagte er. Kein Verständnis könne man haben, wenn mit Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Unterstellungen Stimmung und Meinung gemacht werde und das Gemeinwohl aus dem Mittelpunkt des öffentlichen Interesses verschwinde. Holst mahnte im Umgang miteinander Ehrlichkeit, Redlichkeit, Toleranz, Verlässlichkeit und Achtung vor dem Anderen an.

„Den Schulstandort sollten wir bei aller kontroverser Diskussion nicht schlecht reden und uns nicht schlecht reden lassen. Wir haben zweifellos Nachholbedarf. Eutin ist und bleibt aber ein guter Schulstandort“, betonte der Bürgervorsteher. Einzigartig mache Eutin sein „kultureller Reichtum“, hob er hervor und listete auf: Kreis- und Landesbibliothek, Ostholstein-Museum, Blues- und Stadtfest, das Schloss und seinen Garten – vieles von dem, was Eutiner in einem eingespielten Film als liebenswert an ihrer Stadt aufgezählt hatten.

Sorge um das Krankenhaus und Fachkräftemangel

Die Turbulenzen um die Sana-Klinik sparte Holst nicht aus. Seine Meinung: „Ob Sanierung oder Neubau – das Krankenhaus gehört nach Eutin.“ Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) äußerte sich energischer: „Der Kreis hat Sana unmissverständlich aufgefordert, strukturelle Mängel unverzüglich zu beseitigen und die chirurgische Notfallversorgung in Oldenburg und Eutin 24 Stunden am Tag sicherzustellen. Das für Ende März in Aussicht gestellte Gutachten erwarten wir dringend.“ Auch den Fachkräftemangel sprach Rüder an: „Er macht uns große Sorge – in vielen Bereichen. Die Politik muss alle Anstrengungen unternehmen, dem gegenzusteuern.“

Seinen letzten Neujahrsempfang als Kommandeur in der Rettbergkaserne bestritt Alexander Radü, der Eutin am 6. April verlassen wird. Er hob erneut die Verbundenheit der Eutiner mit „ihren“

Soldaten hervor. „Es ist unverändert grandios: Wir sind fest eingebunden, wir stehen auf allen Gästelisten, wir sind überall in der Stadt dabei. Das empfinden wir als Geschenk“, sagte er. Seit Februar 2017 seien alle Eutiner Aufklärer aus dem Ausland zurück, „das Jahr diente der Einsatznachbereitung und dazu, unser Handwerkszeug aufzupolieren“. Nach Umstrukturierungen innerhalb der Truppe würden in den nächsten drei Jahren kontinuierlich immer zwischen zehn und 20 Soldaten im Auslandseinsatz sein, sagte der Oberstleutnant.

Mit guten Wünschen der Gastgeber und Gastredner, mit dem Segen von Pastorin Maren Löffelmacher, dem Besuch der Sternsinger und einem musikalischen Anstoß von Martin Karl-Wagner und Thomas Goralczyk wurden die Besucher des Neujahrsempfangs in den Sonntag entlassen.

Von Ulrike Benthien

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