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Ostholstein Auf geht’s in die Kulturscheune
Lokales Ostholstein Auf geht’s in die Kulturscheune
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20:41 20.09.2017
Süsel

Die letzte Probe lief nicht so, wie sich das die Regisseurin Anne Vehres vorgestellt hatte. „Ich bin gespannt, wie wir das hinkriegen“, sagt die 69-Jährige mit Blick auf ihren Probenplan und die noch leere Bühne in der Scheune des Vereins. Am Sonnabend, 7. Oktober, feiert das Theaterstück „Ik weer dat nich!“ Premiere, bis dahin muss das fünfköpfige Ensemble seine Rollen beherrschen. Mit dem Lustspiel startet der Theaterverein die neue Spielzeit, die bis 31. Mai 2018 andauert. „Wir haben ein sehr umfangreiches Programm“, erzählt Vehres und blättert in dem Flyer, in dem die niederdeutschen und „sehr unterschiedlichen Stücke“ wie sie betont aufgeführt sind.

Anne Vehres, Geschäftsführerin der Kulturscheune, freut sich schon sehr auf Gäste. Quelle: Foto: Zill

Dabei sind Auftritte des Theatervereins Rellingen, der Niederdeutschen Bühne Lübeck, Wismar, Rendsburg und Neumünster, die komödiantische, nachdenkliche sowie spannende Stücke im Gepäck haben. Anne Vehres hat das Programm mit sehr viel Bedacht zusammengesetzt. Sie will und muss die Scheune mit ihren 130 Sitzplätzen voll kriegen, damit es sich wirtschaftlich rechnet. „Die Spielplangestaltung ist wichtig für den Erhalt des Hauses“, erklärt Vehres und ergänzt: „Wir bekommen keinerlei Zuschüsse.“ Deshalb kann sich der Verein auch keine Experimente erlauben, nur alle fünf Jahre gibt es schwere Kost wie diesmal „Mudder Mews“. „Ernste Stücke lassen sich nicht gut vermarkten“, erklärt Vehres.

In dieser Spielzeit setzt die 69-Jährige wieder auf ihre Stammgäste. 310 Theaterfans haben Abos. „Sie sind ein sicherer Sockel“, sagt die Bühnenleiterin. Durch die Stammkundschaft habe man eine Auslastung von 80 Prozent. Die Bühnenleiterin hofft aber auch auf neue Zuschauer – im Publikum und hinter den Kulissen. Die Gästezahlen sind rückläufig, der Verein im Umbruch. Vehres will nach der Spielzeit 2018 – ausgerechnet zum 30-jährigen Bestehen der Kulturscheune – ihr Ehrenamt nach 33 Jahren an den Nagel hängen.

„Ich möchte kürzer treten, reisen“, erklärt sie.

Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht, auch freiwillige engagierte Helfer sind rar. „Uns gehen die Ehrenamtler aus“, sagt sie. In den Anfängen, also in den 1980er Jahren, gab es etwa 40 Vereinsmitglieder, die sich engagierten, die für ein paar Tausend D-Mark die alte Scheune im Ort kauften und sie zu einem Niederdeutschen Kulturzentrum umbauten. Der Mut wurde belohnt, „im ersten Jahr hatten wir 70 Abonnenten, im zweiten Jahr schon das Dreifache“, sagt Vehres rückblickend. 29 Jahre später sitzen nur noch sieben Mitglieder im Vorstand. Während der Auftritte ist Vehres froh, wenn der Tresen, die Garderobe und die Technik mit Helfern besetzt sind. Das wird jedoch immer schwieriger. Jedes Wochenende sei Vorstellung. „Die Personaldecke wird dünner“, sagt sie. Der Verein stehe auf einer Schwelle, sie bräuchten mehr Ehrenamtler mit Engagement und neuen Ideen. Jetzt müsse etwas passieren.

Momentan stehen aber erst einmal die Proben an erster Stelle. Bis zur Premiere und nach ein bisschen Übung mehr ist sie sich sicher, dass das Ensemble das Publikum begeistern wird. „Wir kriegen das hin.“

Nachwuchs-Schauspieler

Karten und Abos für alle Niederdeutschen Stücke in der Kulturscheune Süsel, Pastor-Dr.- Fuchs-Weg 3, gibt es im Internet unter www.theater-suesel.de, dienstags und mittwochs jeweils von 9 bis 12 Uhr telefonisch unter 04524/1379 und unter tickets@theater-suesel.de

Der Theaterverein bietet zudem „Theater am Donnerstag“ mit besonderen plattdeutschen Stücken an. Außerdem gibt es die „Kulturbanausen“, das sind Kinder von sechs bis 17 Jahren.

Beke Zill

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