Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Aus der Traum: Biker sind sauer auf Eutin
Lokales Ostholstein Aus der Traum: Biker sind sauer auf Eutin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 10.10.2016
Wo sonst kurz vor Mittag jeder Quadratmeter mit Maschinen zugeparkt war, herrschte am Sonntag bei zeitweise strömendem Regen nur wenig Betrieb. Quelle: Eckhard Meier
Anzeige
Eutin

Große Enttäuschung bei vielen norddeutschen Motorradfahrern: Das achte Eutiner Biker-Treffen war das letzte seiner Art. Grund dafür war keineswegs das äußerst unfreundliche Wetter am vergangenen Sonntag, sondern tiefer Frust bei den Veranstaltern über mangelnde Unterstützung aus dem Rathaus.

Zur Galerie
Macher des Motorradtreffens verkünden Ende der Veranstaltung. Massive Kritik an der Stadt.

Dirk Ketelhohn von den Eutiner ,Rödeldöös’, einem Zusammenschluss engagierter Fahrer, gab die Entscheidung am Ende des Treffens öffentlich bekannt. „Vor acht Jahren haben wir eine Idee in die Tat umgesetzt und den erfahrenen Organisator Helge Nickel als Ausrichter mit ins Boot geholt“, sagte ein sichtlich enttäuschter Ketelhohn den LN. „Seitdem hat sich das Eutiner Motorrad-Treffen nicht nur zu einer der größten Veranstaltungen dieser Art in ganz Norddeutschland entwickelt, sondern auch einen sehr guten Ruf erlangt. Doch jetzt ist Schluss. Wir sind alle Privatleute, und aus der anfänglichen Euphorie ist tiefer Frust geworden, weil die Vorgaben der Administration immer schärfer und unverständlicher wurden. So etwas müssen wir uns nicht mehr antun. Ich danke allen Rödeldöös für ihre langjährige tolle Arbeit und den ausstellenden Händler, dass sie uns stets unterstützt haben. Unsere treuen Besucher bitte ich um Verständnis, dass wir unter den gegebenen Umständen nicht mehr weitermachen wollen.“

Helge Nickel als von den Rödeldöös beauftragter Organisator wollte zur jüngsten Entwicklung nicht äußern, kündigte aber noch für diese Woche eine umfangreiche Stellungnahme an, die nicht nur unter den Motorradfahrern mit Spannung erwartet werden dürfte. Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) sagte gestern, er könne die Kritik nicht nachvollziehen. In einem Krisengespräch seien im Vorfeld alle Unstimmigkeiten ausgeräumt worden: „Wenn jemand bei uns etwas veranstalten will, bekommt er auch die gewünschte Unterstützung dafür.“ Für eine weitergehende Kommentierung der Situation werde er zunächst die von Nickel angekündigte Stellungnahme abwarten.

Das achte Treffen in der Eutiner Innenstadt blieb weit hinter den Erwartungen zurück – kein Wunder bei einem Wetter am Vormittag, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen mochte. Da sorgten auch die gegen 14 Uhr etwas besseren Bedingungen nicht mehr für den großen Schub; viele Biker waren einfach zu Hause geblieben oder reisten lieber mit dem Auto an. Die, die kamen, erlebten wie in der Vergangenheit eine gut organisierte Veranstaltung mit allem, was das Hobby „Moppedfahren“ ausmacht. Einschließlich der Präsentation neuer Fahrzeugmodelle verschiedensten Hersteller.

 Eckhard Meier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige