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Aus des Anrufbusses: Kreis soll sich erklären

Ostholstein Aus des Anrufbusses: Kreis soll sich erklären

Dass der Anrufbus in seiner jetzigen Form nicht weitergeführt werden könne, sei seit langem klar gewesen, berichtet Adolf Bollmann, Mitglied der Kreistagsfraktion der Grünen. Die Autokraft habe in der Vergangenheit wenig Interesse gezeigt, aus dem als Modellversuch gestarteten Anrufbus zu lernen und ihn zu optimieren“, sagt Bollmann. Außerdem sei der eigentliche Buchungsvorgang viel zu umständlich.

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„Der Kreis muss klären, wie es ab Januar weitergeht. Martin Voigt, Bürgermeister

Ostholstein. „Wir fielen aus allen Wolken“, erzählt Jürgen Brandt. Er nutzt regelmäßig den Anrufbus von Süssau nach Oldenburg zum Bahnhof und war überrascht, in den LN von der Entscheidung des Kreises zu lesen, dass das Angebot zum Jahresende eingestellt wird. „Ich habe mit anderen Nutzern gesprochen, den ging es dabei ähnlich.“

Dass der Anrufbus in seiner jetzigen Form nicht weitergeführt werden könne, sei seit langem klar gewesen, berichtet Adolf Bollmann, Mitglied der Kreistagsfraktion der Grünen. „So wie das Modell aktuell betrieben wird, ist es zu teuer und vor allem zu ineffektiv. Der Grund liegt im Wesentlichen bei dem Betreiber. Die Autokraft habe in der Vergangenheit wenig Interesse gezeigt, aus dem als Modellversuch gestarteten Anrufbus zu lernen und ihn zu optimieren“, sagt Bollmann. Außerdem sei der eigentliche Buchungsvorgang viel zu umständlich.

Ein weiterer Grund für den Misserfolg des Anrufbusses sei laut Bollmann die mangelnde werbliche Unterstützung aus der Region: „Grotesk, wenn der HVB-Geschäftsführer als ein Beispiel, was er mit seinem neuen Mobilitätskonzept verbessern will, anführt: ,Wenn der Urlaubsgast mit dem Zug in Oldenburg ankommt, dann sind die letzten Meter nach Heiligenhafen die problematischsten’. Seit zehn Jahren kann ein Urlauber, der mit dem ICE nach Oldenburg kommt, mit dem Anrufbus direkt in sein Urlaubsquartier fahren – nur: man muss dem Gast dieses Besonderheit auch verraten.“

„Nach dem Bericht in den LN hat es ein Schreiben des Kreises gegeben, aber noch kein Gespräch darüber, wie die das Beförderungangebot ab dem 1. Januar 2018 aussehen soll“, erläutert Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos). Auch in der LTO habe man zusammengesessen und über das Thema intensiv gesprochen, erläutert Voigt weiter. Mit Heiligenhafen, Großenbrode, Gremersdorf, Wangels und anderen wurde ein grundsätzliches Konzept auf den Weg gebracht (LN berichteten).

„Doch eine Umsetzung kann niemals zum 1. Januar 2018 erfolgen.“ Irgendwann müsse jetzt doch bald eine Lösung gefunden werden. „Der Kreis muss erläutern, wie der Ersatzverkehr ohne Anrufbus aussehen soll, damit wir – die Kommunen – sagen können,ob dies für die Belange der Nutzer ausreicht“, betont der Bürgermeister.

„Das als Alternative zu dem Anrufbus von der Autokraft vorgeschlagene ALFA-Linien-System ist ebenso zum Scheitern verurteilt“, glaubt Bollmann. Denn es biete nur den Bewohnern des Umlandes eine Möglichkeit, die beiden Zentralorte zu erreichen. Urlaubsgäste könnten die Linie nicht nutzen, weil sie keinen Bezug auf den Bahnverkehr nimmt und am Wochenende gar nicht verkehre. Auch Berufspendler, die vom Bus in einen Zug steigen wollen, würden aus dem gleichen Grund als Kunden wegfallen. „Dabei heißt es doch immer, wir sollen das Auto stehen lassen.“

Der Kreistag habe im November des vorigen Jahres beschlossen, dass für den Gesamt-Kreis Ostholstein ein neues ÖPNV-Konzept erarbeitet wird, in dem neben dem regelmäßigen Linienverkehr auch kreisweit ein bedarfsgesteuerter Busverkehr eingerichtet werden soll, erzählt Adolf Bollmann. Seit dem vorigen Monat werde daran gearbeitet. „Wir sollten das Konzept zum Erfolg bringen.“

 Markus Billhardt

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