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Ostholstein Ausfahrt mit dem „Tümmler“
Lokales Ostholstein Ausfahrt mit dem „Tümmler“
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20:10 30.06.2018
Fischer Gunnar GerthHansen liebt es, mit seinen Gästen an Bord über die Ostsee „zu schnacken“.

Gunnar Gerth-Hansen hat das Steuerrad des 15 Meter langen Fischkutters fest in beiden Händen. Der 53-Jährige ist hauptberuflich Fischer und erklärt seinen Gästen an Bord von Frühjahr bis Spätsommer, welche Meerestierchen in der Ostsee schwimmen. Besonders Kinder sollen entdecken, wo Krebs, Muschel und Fisch leben. Seit acht Jahren ist auch Frederik Otten mit an Bord. Der 26-jährige Ostfriese greift dem Kapitän bei den Touren unter die Arme.

Stolz präsentiert Ceyda Dehmen ihren Eltern einen lilafarbenen Seestern. Die Elfjährige steht auf dem alten Kutter „Tümmler“, neben ihr eine Plastikbox, gefüllt mit Wasser und Meerestieren. Beim Schaufischen auf Fehmarn lernen Kinder, was in der Ostsee schwimmt.

Schaufischen

Der Fischkutter „Tümmler“ sticht von April bis Oktober täglich vom Hafen Burgstaaken auf Fehmarn in See. Die Kutterfahrt durch den Yachthafen mit anschließendem Schaufischen auf der Ostsee kostet für Erwachsene neun Euro, für Kinder von sechs bis zwölf Jahren sechs Euro. Kontakt per Telefon: 0171/9916822.

Die Route führt zuerst durch den Yachthafen von Fehmarn. „Hier machen die Gäste Fotos von den ganzen Schiffen“, sagt Gerth-Hansen. Danach fährt er den „Tümmler“ auf die Ostsee. „Jetzt wollen wir mal Fische fangen“, sagt Otten. Schon hat er eine Schar Kinder um sich herum, die gespannt zusieht, wie er den Fangkorb, eine Dretsche, ins Wasser lässt.

In den 90ern war das Schaufischen das zweite Standbein von Gerth-Hansen. Heute ist es zumindest in den Sommermonaten das Hauptgeschäft. „Als bärbeißiger Fischer hatte ich es am Anfang schwer, mit den Leuten zu reden“, sagt der 53-Jährige. „Jetzt ist das eine runde Sache geworden.“

Es mache ihm viel Spaß mit seinen Gästen an Bord „zu schnacken“. Während der Fangkorb über den Meeresboden gleitet, ist der Fischer ganz in seinem Element und erzählt seinen Zuhörern Geschichten über die Fischerei und den Kutter. „Wer verlässt das Schiff denn als erstes?“, fragt Gerth-Hansen die Kinder. Natürlich sei das nicht der Kapitän. Denn der verlässt sein Schiff immer als Letzter, und Frauen und Kinder zuerst.

Dann ist die Dretsche voll. Otten hebt das tropfende Netz aus dem Wasser und kippt den Inhalt in eine Kiste. Auf den ersten Blick nur jede Menge Seetang und Algen. Vorsichtig hebt er ein Meerestier hoch und zeigt es den Kindern. „Wer weiß, was das ist?“, fragt der 26-Jährige. „Ein Krebs!“, ruft Paul. Der Fünfjährige macht Urlaub auf Fehmarn. Seinen Lieblings-Fang hat er schon entdeckt. „Ich finde den Seestichling am besten, weil der am längsten ist.“ Mit seinen 14 Zentimetern ist der kleine Fisch das längste Tierchen, das den Nachwuchs-Fischern ins Netz gegangen ist. Vorsichtig suchen Paul und die anderen Kinder die Tiere aus der Kiste heraus und lassen sie in die mit Wasser gefüllte Plastikbox gleiten.

Dann geht es zurück zum Hafen. Gerth-Hansen steuert seinen 35 Jahre alten Kutter wieder an den Anlegeplatz. „Darf ich den Seestern behalten?“, fragt Ceyda. „Nein, der muss wieder ins Wasser“, sagt der Kapitän. „Sonst vertrocknet und stirbt er.“ Wehmütig entlässt die Elfjährige den Seestern zurück in das kalte Wasser.

Saskia Hassink

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