Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ausflug zu Fischern und Netzen
Lokales Ostholstein Ausflug zu Fischern und Netzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 18.08.2017
„Halten Sie das mal hoch“: Sven Oldhof (l.) erklärt den Teilnehmern an der Führung, wie ein Fischernetz funktioniert. Quelle: Foto: S. Latzel

Die Fischerei ist ein spannendes Gebiet, besonders für die Urlauber an der Ostsee. Sven Oldhof, Hafenmeister in Neustadt, bietet deshalb regelmäßig Führungen durch den Niendorfer Hafen an, bei denen er von der Arbeit auf dem Wasser, von Netzen und Fischen berichtet.

Sven Oldhof berichtet bei seinen Hafenführungen in Niendorf von der Arbeit auf der Ostsee.

Noch fünf Termine

Mittwochs um 14.30 Uhr starten die kostenlosen Hafenführungen, ein Angebot der Tourismus GmbH, an der Hafen-Information in Niendorf. Für 2017 gibt es noch folgende Termine: 23. und 30. August, 6. und 20. September sowie 4. Oktober.

Es gab einmal einen Jungen, der in der Nähe von Lübeck aufwuchs und unbedingt Fischer werden wollte. Das war gar nicht so leicht, er musste zahlreiche Umwege nehmen. Aber erstens hat Sven Oldhof auf Dauer niemand von der Ostsee und vom Hafen fernhalten können, und zweitens ist er dann doch irgendwann Fischer geworden. Sowie ein Hafenmeister, der bei regelmäßigen Führungen Urlaubern und überhaupt allen Interessierten einiges über den Niendorfer Hafen erzählt.

„Willkommen im kleinsten Hafen der westlichen Ostsee“: So begrüßt Oldhof an diesem Mittwochnachmittag etwa 30 Neugierige im Alter irgendwo zwischen drei Jahren und Ü-70. Die Sonne scheint, ein laues Lüftchen weht, und der 60-Jährige geht gleich in die Vollen, zeigt eine alte Aufnahme aus der Zeit vor 1918, als es den Hafen noch gar nicht gab und die Netze am Niendorfer Strand getrocknet wurden.

Rasch ist Oldhof beim Niedergang der Fischerei: „Sehen Sie das Schiff da, SO7, die ,Charlotte‘, die fischt nicht mehr.“

Andere Schiffe beziehungsweise Fischer aber schon, deshalb marschiert Oldhof mit seiner Gruppe zum letzten Schleppnetzfischer im Niendorfer Hafen. Er berichtet vom Wert der Selbstvermarktung: „Da bekommen Sie für ein Kilo Dorsch sechs bis sieben Euro. Wenn der über die Genossenschaft in die Auktion geht, sind es nur 1,50 Euro.“ Vom „ewigen Kampf mit der EU“ hören die Teilnehmer, von zahlreichen Vorschriften für die Fischer, „die am besten überwachten Handwerker überhaupt“. Vom Schlachten und Auf-Eis-Legen an Bord und von Vergrämern, die die Schweinswale von den Netzen abschrecken sollen.

Oldhof selbst ist erst spät zur Fischerei gekommen. Er absolvierte zunächst eine Schlosserlehre auf einer Werft, war zehn Jahre Hafenmeister in Niendorf und ist seit 2009 Hafenmeister in Neustadt.

„Aber vor acht Jahren bin ich dann doch noch Fischer geworden, habe die Prüfung geschafft“, sagt er stolz. Er lässt seine Zuhörer ein Netz ausbreiten, erzählt von den „Fluchtfenstern“ darin, die für die kleinen Fische gedacht sind. „Abends raus, morgens rein“, beschreibt er die Stellnetz-Fischerei und erklärt auf Nachfrage eines Zuhörers, bis zu wie viel Metern Tiefe gefischt wird: „Bei uns sind das nicht mehr als 25 Meter.“

Die Themen scheinen unerschöpflich. Wie viele Tonnen Fisch werden jährlich in der Hafen-Räucherei verarbeitet? Worin unterscheiden sich Flunder und Scholle? Wo versteckt sich der „Brotfisch“ Dorsch am liebsten? Was hat es mit der Flutmauer auf sich, und was mit dem grünen Wohnwagen von „Heinzel“? Wie läuft eine Seebestattung ab? Und wo ist der beste Platz im Niendorfer Hafen, um den Sonnenuntergang zu betrachten? Fragen, die ebenfalls alle beantwortet werden – aber nicht an dieser Stelle, sondern während der Hafenführungen mit Sven Oldhof, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Mehr Informationen aus Niendorf finden Sie unter www.LN-online.de/timmendorferstrand.

Sabine Latzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Matthias Meyer-Göllner singt in Plön.

18.08.2017

Über Abschiebungen wird zunehmend kontrovers diskutiert. Die Rufe nach mehr und schnelleren Rückführungen treffen auf Kritik an inhumanen Zwangsmaßnahmen.

18.08.2017

Sommerfest am 27. August soll das Miteinander im Ort fördern.

18.08.2017
Anzeige