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Ostholstein Außergewöhnliche Frauen in der Kirche
Lokales Ostholstein Außergewöhnliche Frauen in der Kirche
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12:54 06.09.2016
Die Frauen werden anhand von Bildern und Texten auf großen Stelen vorgestellt. Quelle: Nordkirche (hfr)
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Neustadt

 Sie alle hatten in den vergangenen 500 Jahren eine außergewöhnliche Rolle in der Kirche. Ihr Wirken war auf Erneuerung ausgerichtet. Sie gelten bis heute als Vorkämpferinnen der Reformation, traten für Humanismus in Kriegszeiten ein, stritten für die Frauenordination und ermöglichten Mädchen eine schulische Ausbildung. Anlässlich des Reformationsjubiläums im kommenden Jahr haben ehrenamtliche Frauen aus der Nordkirche eine Wanderausstellung zusammengestellt, die jetzt im Zeittor-Museum vorgestellt wurde.

18 Monate Recherche waren notwendig, um ausreichend Informationen über die Schriftstellerin Johanna Eleonora Petersen (1644 bis 1724), die eigenständige Pfarrfrau Johanna Maria Friederike Hollensteiner (1840-1896), Bildungskämpferin Elisabeth Meltz (1835-1902) sowie Emmi Bonhoeffer (1905- 1991) zusammenzutragen. Die vier Frauen stammen allesamt aus der Region. Sie sollen zusammen mit weiteren Damen auf Stelen, in Schaukästen und mit Hilfe einer Hörstation und eines Films vorgestellt werden. Zudem sind Gottesdienste, Vorträge und Führungen als Begleitprogramm angedacht.

Andrea Rathjen vom Evangelischen Frauenwerk des Kirchenkreises Ostholstein sagt, man habe sich bewusst für das Museum als Ausstellungsort entschieden. Die mentale Hürde, sich mit der Thematik zu beschäftigen, sei niedrig. Würde die Biografien in einer Kirche gezeigt, könnte dies für einige Menschen abschreckend wirken. Hinzu kommt ein praktischer Grund. „Im Zeittor ist permanent Personal vor Ort. Das könnten wir nicht leisten“, so Rathjen.

Zurück zur Spurensuche: Ursula Palm-Simonsen aus Oldenburg erzählt, dass sie bei ihrer Suche nach einer bedeutenden Frau auf Johanna Maria Friederike Hollensteiner gestoßen sei, eine der zwei Frauen des früheren Propstes Karl Hollensteiner. Anfangs habe sie lediglich einen Grabstein gefunden. Nach und nach erfuhr sie, dass die Frauen eine Kindervolksküche im Pastorat eingerichtet hatte. „Ich habe mich ihr immer weiter angenähert. Irgendwann erfuhr ich, dass es Nachfahren in Lübeck gibt. Ich habe sie angeschrieben“, so Palm-Simonsen. Kurz darauf habe sie ein Enkel von Hollensteiner angerufen, den Kontakt zu seiner Schwester hergestellt, die ein Familienarchiv besitze. „Im Juni habe ich ein Foto von Johanna bekommen. Das war toll“, erzählt Palm-Simonsen.

Auch den anderen Frauen aus dem Kirchenkreis habe man sich Stück für Stück angenähert. Heike Macheil aus Eutin nahm Kontakt mit einem Heimatforscher aus Klingberg auf. Dieser konnte ihr helfen, das Leben Emmi Bonhoeffers zu erschließen. Zusätzlich arbeitete sie die Jahrbücher des Heimatverbandes durch, suchte im Internet und las alte LN- und Spiegel-Berichte. All das Material wurde sortiert und verarbeitet. Schließlich sollte die Ausstellung nicht zu textlastig werden.

Die Ausstellung kann bis 13. November im Neustädter Zeittor-Museum betrachtet werden.

Eröffnung und Führungen

Die Eröffnung der Ausstellung ist am 14. September um 18 Uhr. Anschließend kann sie dienstags bis sonnabends zwischen 10.30 und 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Öffentliche Führungen gibt es am 20. und 27. September, 4., 11., 18. und 25. Oktober um 15 Uhr. Zudem findet an zwei Sonnabenden, 5. und 12. November, eine Tour um 15 Uhr statt.

Gruppen können sich bei Andrea Rathjen unter 045 61/16 72 1 anmelden.

 Sebastian Rosenkötter

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