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Ostholstein Stegner beim Kreisparteitag der SPD in Bad Schwartau
Lokales Ostholstein Stegner beim Kreisparteitag der SPD in Bad Schwartau
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17:53 27.10.2018
Landeschef Ralf Stegner und Kreischef Niclas Dürbrook zeichnen Gerhard Poppendiecker (v. l.) mit der SPD-Ehrenmedaille aus. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Im Mittelpunkt des außerordentlichen Kreisparteitages der SPD Ostholstein in Bad Schwartau sollte am Sonnabend das Thema Europa stehen. Doch bevor sich die fünf Bewerber (Delara Burkhardt, Karin Thissen, Enrico Kreft, Marc Timmer und Niklas Willma) für die schleswig-holsteinische Spitzenkandidatur zur Europawahl im Mai 2019 in Tischgesprächen bei den Genossen vorstellen durften, wurden ernste Töne angeschlagen, aber auch ein Mann gefeiert – Gerhard „Poppi“ Poppendiecker. Der 80-Jährige wurde mit der schleswig-holsteinischen Ehrenmedaille der SPD ausgezeichnet. Dafür gab es stehenden Applaus von den rund 120 Anwesenden in der Mensa des Gymnasiums am Mühlenberg.

Der Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook kritisierte gleich zur Eröffnung des Parteitags die Übernahme der Sana-Kliniken durch Ameos. Die Verunsicherung bei den Beschäftigten und bei den Menschen in Ostholstein sei groß. Mit Sana habe man in der Vergangenheit auch schon keine guten Erfahrungen gemacht. „Wenn wir sehen, was Ameos bundesweit an anderen Standorten macht, befürchten wir, dass wir vom Regen in die Traufe kommen“, sagte Dürbrook und erinnerte an einen Antrag der SPD-Fraktion, die Rekommunalisierung der Kliniken in Ostholstein zu prüfen. „Diese Prüfung hat ,Jamaika’ im Kreistag abgelehnt und jetzt haben wir den Schlamassel.“

Existenzielle Krise für die Sozialdemokratie

Über den Schlamassel in der eigenen Partei sprach Landeschef Ralf Stegner. „Eigentlich wollte ich ja über Europa reden, aber zuvor muss ich über die Sozialdemokratie etwas sagen. Wir befinden uns in einer Phase der existenziellen Krise“, erklärte Stegner mit Blick auf die letzten Umfrage- und auch Wahlergebnisse. Überall auf der Welt und in Europa seien Nationalisten auf dem Vormarsch und die Sozialdemokratie am Schwächeln. „Die Krise hat aber auch etwas mit uns und auch der Großen Koalition in Berlin zu tun“, sagte Stegner. Als Beispiel nannte er den Diesel-Kompromiss. „Die Bilder aus der ,heute show’, dass bei den Automobilkonzernen daraufhin die Sektkorken knallten, sind keine Satire, sondern Realität“, erklärte Stegner, der sich mehr klare Worte und eine klare Politik von seiner Partei wünscht. „Wenn Autofahrer beschissen werden, dann müssen die Automobilkonzerne dafür auch gerade stehen.“ Tischklopfer gab es für Stegners Forderung „endlich aufzuhören mit den Rüstungsexporten“ und das Thema Klimaschutz mehr in den Vordergrund zu stellen. „Wir dürfen die Umweltthemen nicht den Grünen überlassen. Sonst laufen uns die jungen Leute alle weg.“ Mit Blick auf Europa mahnte Stegner viel Solidarität an. „Wir brauchen ein soziales Europa mit sozialen Standards, das sich den Nationalisten entgegenstellt. Dazu gehört, das Teilen zu lernen“, sagte Stegner. Es dürfe niemanden bei uns egal sein, wenn die Arbeitslosigkeit in Spanien oder Griechenland hoch ist. „Wer soll dann unsere Sachen kaufen, die wir exportieren?“

Poppendiecker fordert mehr Gerechtigkeit

Auch Gerhard „Poppi“ Poppendiecker mahnte in seiner kleinen Dankes-Ansprache an: „Kümmert Euch um die Menschen, die es nötig haben. Dann wird die SPD auch wieder bei 35 oder 40 Prozent landen.“ Der 80-Jährige aus Heiligenhafen wurde für 52 Jahre Kommunalpolitik geehrt. Er saß für die SPD fast 18 Jahre lang im Kieler Landtag und zwölf Jahre im Kreistag. Poppendiecker forderte das Wort Gerechtigkeit nicht nur zu plakatieren, sondern auch mit Leben zu erfüllen.

Sebastian Prey

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