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Ostholstein Aussichtsturm: Fehmarn muss neue Lösung finden
Lokales Ostholstein Aussichtsturm: Fehmarn muss neue Lösung finden
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20:17 30.05.2016
Er soll ein Hingucker in Burgtiefe werden: der zwölf Meter hohe Aussichtsturm an der westlichen Yachthafenmole. Doch alle vier Entwürfe des Planungsbüros Benthien fielen im Tourismusausschuss glatt durch.

Mit Millionenwand soll die Yachthafen-Promenade in Burgtiefe zum neuen Schmuckstück verwandelt werden. Sogar in Rekordtempo von zwei statt vier Jahren. Und aufgewertet mit zahlreichen Highlights, die das Flanieren am Burger Binnensee zum Erlebnis werden lassen. Ein ganz markantes Element ist ein zwölf Meter hoher Aussichtsturm am Kopfende der westlichen Yachthafenmole.

Alle Entwürfe im Ausschuss durchgefallen – Zweite Chance für das Planungsbüro? – Zeit drängt: Im Herbst soll erster Spatenstich für Promenaden-Neubau sein.

Tourismusdirektor Oliver Behncke und die Innenpolitiker streben den ersten Spatenstich im Herbst an. Naturschutzbehörden, Denkmalpfleger und Landesbehörden – eigentlich sind (fast) alle startklar.

Die Genehmigungsplanung steht kurz vorm Abschluss. Doch urplötzlich taucht ein Hemmschuh auf, mit dem niemand gerechnet hat.

Es ist ausgerechnet der Aussichtsturm – längst beschlossen und auch durchfinanziert. Rund 200 000 Euro soll das Bauwerk kosten. Eigentlich sollte der Tourismusausschuss Fehmarn nur noch die richtige Variante absegnen. Doch dumm gelaufen: Es ist alles ganz anders gekommen. Vier farbige Varianten hat das Neustädter Planungsbüro Benthien, in dessen Händen die gesamte Freiraumplanung am Burger Binnensee liegt, vorgelegt. Keine einzige davon wird realisiert. Denn im Ausschuss gab es nur schlechte Noten.

Die Beurteilungen reichten von „nicht besonders schön“ (Ausschuss-Vorsitzender Gert Jacobsen, FWV) oder vorsichtig ausgedrückt „nicht gut“ (Christiane Dittmer, CDU) bis „besonders enttäuschend“

(Marco Eberle, Grüne) oder „nicht berauschend“ (Hans- Peter Thomsen, SPD). Thomsen wurde noch deutlicher: „Das sind keine Hingucker, sondern Weggucker.“ Jutta Liebke-Guttzeit (SPD): „Die Bevölkerung wird sagen, wieder so ein Ding, dass wir nicht haben wollten.“

Große Ratlosigkeit im Saal. Die Entwürfe wurden sofort einkassiert. Nur wenige bekamen sie als Zuschauer überhaupt zu Gesicht. Damit sich die Fehmaraner ein Urteil machen können, zeigen die LN alle Entwürfe. Obwohl: Sie sind chancenlos. Grell, unpassend, ein Fall für den Papierkorb. Da waren sich alle Inselpolitiker einig. Und auch das Gemurre der Bürger im Saal fiel ziemlich eindeutig aus.

Doch jetzt ist das Dilemma groß. Soll das Planungsbüro eine zweite Chance bekommen? Oder soll es einen ganz neuen Ideenwettbewerb geben? Josef Meyer (CDU) mochte unter Zeitdruck gar nichts entscheiden, was danach 30 Jahre für die große Aufrege auf der Insel sorgt.

„Wir können keinen Neuschwanstein-Turm bauen“, verwies Lars Widder vom Tourismus-Service Fehmarn auf den engen Kostenrahmen und die Vorgaben vom Land, in denen die Architektur des Dänen Arne Jacobsen eine starke Rolle spielt. Noch ist nichts entschieden. Klar ist, es muss eine kurzfristige Lösung geben. Keiner will riskieren, dass der vor zweieinhalb Jahren beschlossene Aussichtsturm später kommt und dann die Baufahrzeuge über die fertige Promenade fahren müssen.

Erinnerungen an den alten Wartturm

1909 legte der Architekt Carl Voß der Badegesellschaft in Burgtiefe Pläne für den Bau eines der backsteinernen Burgruine Glambek angepassten „Warteturms“ auf dem Wehrhügel vor.

Der Prachtbau wurde bereits im September eröffnet, mit einem elf Meter hoch gelegenen Aussichtszimmer.

Das Hotel „Wartturm“ musste um 1970 herum dem Bau des neuen Feriencentrum mit den drei IFA-Türmen nach Entwürfen des Dänen Arne Jacobsen weichen.

Der Abriss des „Wartturm“ war unausweichlich. An seinem Standort entstand eine moderne Kurverwaltung.

Gerd-J. Schwennsen

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