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Ostholstein Müllheizkraftwerk: Schadstoff-Grenzwerte werden deutlich unterschritten
Lokales Ostholstein Müllheizkraftwerk: Schadstoff-Grenzwerte werden deutlich unterschritten
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16:07 30.10.2018
Das Neustädter Müllheizkraftwerk. Quelle: LOUIS GÄBLER
Neustadt

Was kann ein Bebauungsplan in Bezug auf das Müllheizkraftwerk in Neustadt leisten, was haben andere Behörden zu genehmigen und wie arbeitet der Zweckverband Ostholstein (ZVO) mit dem Müllheizkraftwerk (MHKW)? Diese Fragen wurden auf einer Infoveranstaltung am Montag im Rathaussaal vor interessierten Bürgern, Kommunalpolitikern und Naturschützern aufgegriffen und erläutert.

Die Stadtvertreter Neustadts haben im Frühjahr einen B-Plan, der beide Seiten des Gewerbegebiets am Industrieweg und somit auch das MHKW betrifft, verabschiedet. Im Rahmen des Auslegungsverfahrens sollte auch eine Bürgerbeteiligung stattfinden, bei der das Stadtbauamt, der ZVO und Vertreter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Rede und Antwort stehen. „Das Müllheizkraftwerk ist ein sensibles Thema, das wichtig für viele Neustädter ist“, betonte Bauamtsleiterin Antje Weise.

Infoabend mit Stadt, ZVO und LLUR zum B-Plan Industrieweg und dessen Auswirkungen auf das Müllheizkraftwerk. Quelle: MARKUS BILLHARDT

Stadtplaner Conrad Rieger verdeutlichte, dass der neue B-Plan Nummer 80 städtebauliche Rahmen festsetze. So dürfe bei einer Erneuerung der Anlage die derzeitige Höhe von 23 Metern nicht überschritten werden, damit das jetzige Landschaftsbild nicht zerstört werde. Die Grundfläche der Hauptanlage sollte nicht mehr als 2500 Quadratmeter haben, zur Verfügung stehen somit Erweiterungsmöglichkeiten von 25 Prozent. Da es in dem Gebiet ansonsten kaum Baulücken gebe, „die zu stopfen sind“, so Rieger, treffe der Plan darüber hinaus sinnvolle Regelungen für den ansässigen Einzelhandel zum Schutz der Innenstadt, erläuterte Rieger.

Wie hoch ist die Belastung für die Umwelt?

Die Fragen der Besucher richteten sich daher auch mehr zu dem Abfall, der im MHKW entsorgt wird, den Schadstoffausstoß und die Belastung für die Umwelt. Wie Michael Rakete, Geschäftsführer der ZVO Entsorgung erklärte, würden maximal 60 000 Tonnen Abfall im Jahr verbrannt werden. Darunter seien etwa 36 000 Tonnen Hausmüll sowie weitere Mengen an Gewerbe- und Klinikabfällen aus dem Kreis Ostholstein sowie nicht wiederverwendbare Sperrmüllreste und kleinere Teile Abfall aus dem Raum Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern – aber kein Müll aus anderen EU-Ländern.

Die Fachleute des LLUR vom Zentraldezernat Immissionsschutz machten klar, dass das MHKW in Sachen Schadstoffe alle Grenzwerte zum Teil deutlich unterschreite. Selbst bei einer Forderung nach noch besseren Zahlen hätte man als Überwachungsbehörde keine rechtliche Handhabe. Edda Disselhoff von der BUND-Ortsgruppe Neustadt dazu: „Grenzwerte orientieren sich nicht an der Gesundheit.“ Durch laufende Optimierungsarbeiten und einer fünfstufigen Abgasreinigung sei das MHKW auf dem bestmöglichen Stand der Technik, so Betriebsleiter Andreas Bordukat.

Markus Billhardt

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