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Ostholstein BMW-Aufbrüche: Wieder Lenkrad-Diebe unterwegs
Lokales Ostholstein BMW-Aufbrüche: Wieder Lenkrad-Diebe unterwegs
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23:16 02.10.2017
Die Täter haben es nur auf sogenannte Multifunktionslenkräder samt dem Airbag darin abgesehen. Quelle: Fotos: Peyronnet (2)/hfr (1)
Scharbeutz/Grömitz

„Ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll.“ Patrick Schuback ist ratlos. Sein weißer BMW wurde innerhalb von fünf Wochen zwei Mal aufgebrochen, jedes Mal im Carport auf seinem Grundstück in Scharbeutz. Kaum war das Auto das erste Mal repariert, brachen die Täter es erneut auf. Das war vor einer Woche. „In der Nacht wurden alleine in Scharbeutz fünf BMW aufgebrochen“, hat Schuback gehört.

Zum zweiten Mal ist der BMW von Patrick Schuback zu Hause unter seinem Carport geknackt worden. Quelle: Peyronnet
Die Polizei und Autobesitzer registrieren erneut eine Serie von Autoaufbrüchen, alle an Fahrzeugen der Marke BMW. Die Täter gehen stets nach derselben Masche vor und haben es nur auf sogenannte Multifunktionslenkräder samt dem Airbag darin abgesehen.

16 BMW-Aufbrüche meldete die Polizei im vergangenen Mai alleine in Timmendorfer Strand und Scharbeutz. Drei Autos waren es Mitte August in Bad Segeberg. Eines davon stand unter einem Carport.

„Ich komme jeden Morgen aus dem Haus und gucke als erstes zum Auto“, berichtet er. Stehen die Türen offen? Denn die Täter gingen immer gleich vor. Erst werde das kleine hintere Seitenfenster eingeworfen, dann die linke hintere Tür, anschließend die Fahrertür geöffnet. Nach dem Abzug der Täter bleiben die beiden Seitentüren offen, das Lenkrad samt Airbag fehlt.

Die Polizei meldet solche BMW-Aufbrüche in jüngster Zeit aus Scharbeutz und Timmendorfer Strand, aus Techau, Bad Schwartau, Grömitz und Travemünde. „Es werden immer wieder Spuren gesichert, deren Auswertung läuft“, teilte Polizeisprecher Dierk Dürbrook mit. In allen Fällen ermittelt die Kriminalpolizei in Eutin. Dabei ist den Ermittlern etwas aufgefallen: In den Nächten, in denen die Autos aufgebrochen werden, werden auch hochwertige Fahrräder gestohlen. Möglicherweise ein Mitnahmeeffekt.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täterkreis mit aller Wahrscheinlichkeit aus dem osteuropäischen Raum kommt. „Die haben einen Abnehmer, die wissen vorher schon, wer das ist“, sagt Dürbrook. Die Autoknacker-Banden handelten offensichtlich im Auftrag dieser Abnehmer, die die Autoteile bereits vorher bestellten.

Was BMW-Besitzer Schuback besonders beunruhigt: Die Täter kommen offenbar wieder, wenn sie eine gute Quelle für ein BMW-Lenkrad entdeckt haben. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Scharbeutzer innerhalb von kurzer Zeit zwei Mal von den Autoknackern heimgesucht wurde. Für den Betroffenen ist die Sache zudem teuer. Der Schaden beläuft sich jedes Mal auf 3500 Euro, berichtet Schuback. Das zahlt zwar die Teilkasko, aber bei der gibt es meistens und so auch bei ihm eine Selbstbeteiligung. „Es ist immer ärgerlich“, sagt Schuback, „man hat das Auto nicht. Wenn man selbstständig ist wie ich, ist das nur ätzend.“

Dass die Diebe keine ganzen Autos stehlen, sondern nur die Lenkräder, begründet Dürbrook damit, dass sich Autos nicht so leicht in einen Rucksack stecken lassen. „In den Lenkrädern steckt so viel Technik drin, dass es sich lohnt.“ Anders als bei den Diebstählen von Autoteilen sei die Zahl der Komplettdiebstähle von ganzen Autos rückläufig.

Zeugenhinweise nimmt die Kriminalpolizei in Eutin, Tel. 04521/8010, entgegen.

Susanne Peyronnet

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