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BUND-Waldreport rüffelt Wüstenfelder Förster

Eutin BUND-Waldreport rüffelt Wüstenfelder Förster

Alexander Decius vermisst Direktansprache der Naturschutzverbände.

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Ohne Beanstandung: das Kratzen in Streifen (die mit braunem Laub bedeckten Längsflächen). Im Hintergrund brusthohe Brombeeren.

Eutin. Vor wenigen Tagen hat der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) seinen Waldreport 2016 vorgestellt. Unter dem Titel „Schatten und Licht“ sind dort 20 Fallbeispiele aus ganz Deutschland aufgeführt — negativer und positiver Art. Gar nicht gut weg kommt dabei die Revierförsterei Wüstenfelde: „Auf mehreren Einzelflächen von insgesamt 1,8 Hektar wurden die gesamte Humus-, Laub- und Vegetationsschicht und oberste Mineralbodenanteile mit Maschinen abgeschoben“, klagt der BUND, und das in einem Buchenmischwald, der als FFH (Flora-Fauna-Habitat)- Gebiet besonders schützenswert sei. Der BUND spricht sogar von einer „Kratzbagger-Affäre“.

„Es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen auf fachliche Dinge.“

Förster Alexander Decius

Dazu hat Revierförster Alexander Decius (32) auch einiges anzumerken. Der genannte Buchenwald Bökensberg sei 1,8 Hektar groß, flächig gekratzt worden sei darin auf 0,3 Hektar. Veranlasst habe er dies wegen brusthohen Bewuchses mit Brombeeren und Hollunder, durch den junge Buchen kein Durchkommen gehabt hätten. Die etwa fünf Zentimeter dicke Humusauflage habe er abtragen lassen, damit während der Buchenmast herabfallende Bucheckern hätten keimen und im Mineralboden wurzeln können. „Diese Mast hatten wir im Herbst 2014. Bei ungünstigem Wetter hätten die Wurzeln den Mineralboden nicht erreicht und wären im Sommer 2015 in der Humusschicht vertrocknet“, erklärt er.

In einem FFH-Gebiet würden besondere Ansprüche gelten, räumt er ein und auch, dass er mit der UNB (Untere Naturschutzbehörde) und dem LLUR (Landesamt für Landschaft, Umwelt und Ländliche Räume) besprochen habe, „was aus naturschutzfachlicher Sicht nicht optimal“ gelaufen sei. Flächig werde nicht noch einmal gekratzt, stattdessen in auch für den UNB akzeptablen schmalen Streifen, damit so die gewollte Verjüngung des Waldes begünstigt werde.

Wegen des flächigen Kratzens habe ein Unbekannter Anzeige gegen ihn erstattet, berichtet Alexander Decius. Daraufhin habe die UNB ermittelt. „Nach fachlicher Abwägung ist das Verfahren Anfang vergangenen Jahres eingestellt worden“, betont der Förster. Für ihn sei die Angelegenheit damit erledigt. „Es ist kein Unglück passiert. Ich werde mich in Zukunft mit der UNB abstimmen“, sagt er.

Von der kritischen Betrachtung durch Naturschutzverbände habe er allerdings durch die Verwaltung der Landesforsten erfahren: „Ich vermisse da eine Direktansprache und den Dialog.“ Er begreife in dem Zusammenhang auch die Politik des BUND nicht, der in seinem Report dazu aufruft: „Naturschutzorganisationen und Landesforsten müssen sich gegenseitig verstehen und schätzen lernen.“ Die Umweltverbände böten seit zwei Jahren eine „Allianz für den Wald“ an, die jedoch nur zögerlich angenommen würde, heißt es weiter im Waldreport.

„Ich habe keine Bauchschmerzen, dass ich jetzt im Schwarzbuch stehe. Es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen auf fachliche Dinge “, sagt Alexander Decius. Der BUND geht davon aus, dass „vermutlich die Vorgaben für einen jungen Förster“ Ursache für den Eingriff gewesen sind. Die Ausbildung ziele auf „hohen, kurzfristigen Holzertrag“, nimmt er an. „Die Revierförster sind überlastet und aufgrund zu hoher ökonomischer Vorgaben hauptsächlich mit der Holzbeschaffung beschäftigt“, heißt es im Report.

In Wüstenfelde, rund 1600 Hektar groß, gilt ein jährlicher Hiebsatz (zu fällende Holzmenge) von 7154 Festmetern. „Der jährliche Zuwachs beträgt dagegen 11300 Festmeter“, führt der Revierförster an. Wie sich die Maßnahme im Bökensberg auswirken wird — „das werden wir in 15 bis 20 Jahren sehen“, sagt Decius. ben

LN

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