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Ostholstein Baby-Prozess: Dramatische Notruf-Aufnahme im Gericht
Lokales Ostholstein Baby-Prozess: Dramatische Notruf-Aufnahme im Gericht
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20:48 03.06.2016
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Schönwalde

Ein 30-Jähriger aus Schönwalde soll seinen vier Wochen alten Sohn am 18. November vergangenen Jahres so massiv geschüttelt haben, dass dieser wenige Tage später im Krankenhaus starb. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor (die LN berichteten). Gestern fand der zweite Prozesstag vor dem Lübecker Landgericht statt. Hauptgegenstand der nur etwa 45 Minuten dauernden Verhandlung war ein aufgezeichneter Notruf.

Die Aufnahme verdeutlicht die Dramatik der Situation am 18. November. Es ist zu hören, wie der Angeklagte einem Mitarbeiter der Rettungsleitstelle schildert, dass sein Baby auf einmal angefangen habe zu weinen. Es sei erst eingeschlafen, habe dann geschrien und kurz darauf Schnappatmung bekommen. All dies stimmt mit dem überein, was der Schönwalder bereits am ersten Verhandlungstag dem Gericht geschildert hatte.

Aus dem Anruf geht zudem hervor, dass der mutmaßliche Täter versuchte den Jungen wiederzubeleben, da dieser zwischenzeitlich nicht mehr geatmet hatte. „Luft leicht in den Mund blasen.“ „Schnell den Brustkorb drücken.“ Sätze wie diese sind zu hören. Minutenlang geht das so. Immer wieder sind auch Schreie der Mutter zu hören. „Was soll ich denn machen. Er wird immer blasser“, ruft sie. Kurz nach dem Eintreffen von Krankenwagen, Notarzt und Polizei endet die Aufzeichnung. Fragen dazu gibt es keine. Weder vom Richter, noch von der Staatsanwältin. Der Verteidiger des Schönwalders schweigt, ebenso der Anwalt der Nebenklage. ser

Der Prozess soll am Montag, 27. Juni, um 13.30 Uhr weitergehen. Insgesamt sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil wird für den 21. Juli erwartet.

LN

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