Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Backfisch und Seestücke an der Kaikante
Lokales Ostholstein Backfisch und Seestücke an der Kaikante
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:33 05.08.2017
Mit Fischbrötchen vor Hafenkulisse: Sabine Kremser aus Hessen (v. l.), Claudia Rode aus Lübeck und Silke Dreekmann aus Krummesse. Quelle: Fotos: S. Peyronnet
Anzeige
Niendorf

Einen Leuchtturm für den eigenen Garten? Oder ein Seestück fürs heimische Wohnzimmer. Oder einfach nur ein leckeres Fischbrötchen vor schaukelnden Schiffen?

Niendorf feiert noch heute und morgen die Hafentage – Buntes Programm und maritimes Ambiente.

„Die Damen von der Reeperbahn, machen mich so tierisch an“, hallt es über die Festwiese am Niendorfer Hafen. Es sind Damen, die nur in der Phantasie der „Hamburger Lokalpiloten“, einem singenden Männertrio aus den Hamburger Jungs Bernd, Carsten und Roland, bestehen. Im Niendorfer Hafen geht es gesittet, aber fröhlich zu. Die gelöste Stimmung ist förmlich zu spüren. Sabine Kremser aus Hessen, Claudia Rode aus Lübeck und Silke Dreekmann aus Krummesse (Kreis Herzogtum Lauenburg) haben es sich auf einer der Bänke zwischen den Fischbuden bequem gemacht und verzehren jede eine Fischbrötchen.

„Ich esse jedes Jahr dieses Fischbrötchen, weil es so gut ist“, sagt Kremser und leckt sich die Finger. Der fangfrische Backfisch vom Stand gleich nebenan hat es ihr angetan. Silke Dreekmann hat dieses Jahr eine Fischfrikadelle zwischen die Brötchenhälften legen lassen. Im vergangenen Jahr hatte sie Heringsröllchen gewählt, doch damit eine ganz besondere Erfahrung gemacht. „Beim Abbeißen hat mir eine Möwe das Brötchen aus dem Gesicht gerissen.“ „Das gehört dazu, ebenso wie der Wind“, sagt Claudia Rode und streicht sich die Haare aus dem Gesicht.

Der Umsatz am Frischbrötchen-Stand ist natürlich viel größer als der bei Reinhard Rahn. Dennoch kann sich der ehemalige Fischer, der 55 Jahre auf der Ostsee gewesen und zum Jahreswechsel 2016/17 nach 40 Jahren als Fischer in den Ruhestand gegangen ist, nicht beklagen. Fünf Bilder hat der Niendorfer gestern bis zum Nachmittag bereits verkauft. Seine Leidenschaft gilt noch immer seinem ehemaligen Arbeitsplatz. „Die See ist mein Thema“, sagt der Niendorfer. Jetzt ringt er ihr nicht mehr die Fische ab, sondern malt sie in Acryl. Das kommt bei den Besuchern gut an, nicht nur bei den Urlaubern, sondern auch bei Angelika und Klaus Drewes aus Niendorf, die bereits einige Gemälde bei Rahn gekauft haben und gern einen Schnack mit ihm halten.

Neben allerlei Ständen mit Kulinarischem, das beileibe nicht alles aus dem Meer kommt, bieten die Hafentage maritime Dekoration in vielen Varianten an. Ob Seesacktaschen, Leinenkissen mit aufgedruckten Segelschiffen oder gar dem Leuchtturm für den eigenen Garten, wahlweise mit Standlicht, Blinklicht oder Farbwechsel mit Funkfernbedienung. Wer es ein bisschen dezenter mag, findet vielleicht das passende Stück am Stand mit maritim gestaltetem Schmuck.

Selbst die Kinder kommen nicht zu kurz. Trampolin, aufblasbare Rutsche und große aufblasbare Rollen, die sich auf dem Wasser eines riesigen Pools drehen, sorgen für Bewegung, Spaß und Spannung. Genau das Richtige für Urlauberfamilien, die beim durchwachsenen norddeutschen Wetter lieber den Strand gegen den Hafen tauschen möchten.

Das Programm

Heute (Öffnungszeiten 11 bis 22 Uhr): 15 bis 16.30 Uhr: Shantychor Timmendorfer Strand; 17 bis 19 Uhr: „The Joker“; 19.30 Uhr: „Lazy Sunday“mit Rock, Klassikern und Partymusik.

Morgen (10 bis 20 Uhr): 10 Uhr: Hafen-Gottesdienst; 11 bis 13 Uhr: „Lui & Fiete“ mit musikalischer Reise über die Weltmeere; 15 Uhr: „Louis & Chris“ mit Soul, Funk, Pop, Gospel; 17

Uhr: „Timmendorfer Skiffle Group“.

 Susanne Peyronnet

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige