Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Bad Schwartau: Keine Alternative zur Troglösung
Lokales Ostholstein Bad Schwartau: Keine Alternative zur Troglösung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 25.09.2018
3333 Unterschriften für einen übergesetzlichen Lärmschutz für Bad Schwartau wurden gesammelt. Die Listen-Übergabe an Bürgermeister Uwe Brinkmann (3.v.l.) im Bauausschuss. Mit dabei sind Andreas Marks (Vorsitzender Bauausschuss) sowie die Bad Schwartauer Kreuzritter Christina Bednarski, Meike Vogel, Henning Beck (Bürgerverein), Ute Holz (Kreuzritter) und Reimer Schley vom Verein Vesuw (v.l.). Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Die Stadt Bad Schwartau lässt im Kampf um übergesetzlichen Lärmschutz im Zuge der Schienen-Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung nicht locker. Einstimmig hat der Bauausschuss am Montagabend eine Erklärung zur Unverzichtbarkeit der geforderten Tieferlegung im Trog-Bauwerk erklärt. „Es ist die einzige technische Lösung, die die Belastungen für Bad Schwartau in verträglicher Weise mindert“, betonte Bernhard Schmidt. Der 58-jährige Diplom-Ingenieur ist in Sachen Hinterlandanbindung der Experte im Bad Schwartauer Bauamt und hat laut Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) schon viel erreicht. „2015 wollte die Bahn keinen einzigen Euro für den Lärmschutz in Bad Schwartau bereitstellen. Jetzt sind wird immerhin schon bei einem dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Brinkmann.

Doch mit den jetzt gemachten Vorschlägen der Bahn wird sich Bad Schwartau nicht zufrieden geben. Schon gar nicht mit sechs Meter hohen Lärmschutzwänden entlang der 2,3 Kilometer langen Ortsdurchfahrt. Schmidt: „Die Schutzmaßnahmen lösen die Lärmschutzfälle nur teilweise. Sie ist städtebaulich unverträglich.“

Mauer am Bahnübergang

Schmidt untermauerte die Aussage mit Visualisierungen von Lärmschutzwänden am Bahnübergang Kaltenhöfer Straße, an der Stettiner Straße und Elisabethstraße. Um die städtebaulichen Auswirkungen durch die hohen Lärmschutzwände aufzuzeigen, genehmigte der Bauausschuss die Errichtung einer ähnlichen Wand in der Nähe des Bahnübergangs Kaltenhof. 6000 Euro stellten die Politiker für die Errichtung einer sechs Meter hohen und etwa vier Meter breiten Wand bereit, um die städtebauliche Unverträglichkeit zu veranschaulichen. Das Bauwerk soll für einen Zeitraum von mehreren Jahren dort stehen bleiben und kann zudem als Informationsfläche in Sachen Hinterlandanbindung genutzt werden.

Lebensqualität erhalten

Dass Verwaltung, Politik und auch Bürger in dieser Angelegenheit an einem Strang ziehen, wurde am Montag wieder einmal mehr als deutlich. Meike Vogel von den Bad Schwartauer Kreuzrittern überreichte in der Ausschusssitzung gemeinsam mit anderen Vertretern von Initiativen und Vereinen 3333 Unterschriften, die sich für einen übergesetzlichen Lärmschutz in Form eines tiefergelegten Trog-Bauwerks bei der Ortsdurchfahrt aussprechen. Sie bedankte sich bei den Initiatoren der Unterschriftensammlung (Günter Semmerow, Christina Bednarski und Wolfram Vloth) sowie bei den anderen Vereinen und Verbänden, die die Lebensqualität in Bad Schwartau erhalten wollen.

Entscheidung fällt in Berlin

Gemeinsam mit Bürgermeister Brinkmann will nun eine Abordnung nach Berlin reisen, um die Liste dort an den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Bundestag zu übergeben. „Die Entscheidung für einen übergesetzlichen Lärmschutz fällt in Berlin. Ich versuche, dort so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen“, versprach Brinkmann, der die Lärmschutz-Pläne der Bahn für Bad Schwartau als nicht akzeptabel bezeichnete. Er kritisierte zudem, dass die Berechnungen der Bahn für eine Trog-Lösung in Bad Schwartau auf einem Gefälligkeitsgutachten basieren. Laut Bahn liegen die Kosten für diese Variante bei rund 215 Millionen Euro. „Dafür wird es keine Zustimmung von der Politik geben. Die Summe ist aber künstlich hochgerechnet. Ich bin mir sicher, dass es auch eine Trog-Lösung für unter 100 Millionen Euro gibt“, erklärte Schmidt. Dies sei möglich, wenn man den Bahnbetrieb im Nahverkehr für die Bauzeit von eineinhalb Jahren aussetzt und statt Bohrpfähle auf Spundwände setzt. Ein entsprechendes Gutachten werde derzeit erstellt.

Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Dankesworten, Urkunden, Medaillen und einem Sektumtrunk wurden bei der Gemeindevertretersitzung am Montagabend zehn Gemeindevertreter geehrt, die seit der Kommunalwahl im Mai nicht mehr in der Stockelsdorfer Gemeindevertretung sitzen. In besonderer Weise wurde Andreas Gurth geehrt, der 28 Jahre Gemeindevertreter war.

25.09.2018

Wegen drei Einbrüchen in hochpreisige Bekleidungsgeschäfte in Travemünde und Scharbeutz ist ein 35-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Erbeutet wurde Mode im Wert von 57 000 Euro.

25.09.2018

Nach etwa 13 Jahren wurde jetzt der letzte Bauabschnitt des Ostseeferiendorfs fertiggestellt. Die Anlage direkt am Strand gilt als äußerst modern und umfasst mehrere neue Haustypen.

25.09.2018