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Ostholstein Badeorte im Dauerkampf gegen Strandmüll
Lokales Ostholstein Badeorte im Dauerkampf gegen Strandmüll
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18:48 26.08.2017
Morgendliche Strandreinigung in Grömitz: Kippen, Strohhalme, Bier- und Sektflaschen, Glasscherben und Kronenkorken werden aufgelesen. Quelle: Foto: Archiv

Im Schritttempo lenkt Frank Spiegel seinen Traktor über den Strand. Im Schlepp hat er eine große Maschine mit ratschenden Ketten, rhythmisch klappernden, engmaschigen Sieben und einem rotierenden Drahtbesen, der mit lautem Surren den Boden bis zu 30 Zentimeter tief durchpflügt.

Zigarettenkippen, Strohhalme, leere Bier- und Sektflaschen, Glasscherben, Kronenkorken, aber auch viele Vogelfedern und scharfkantige Muschelstücke landen in einem Auffangbehälter. Das Hightech-Gerät macht den Kilometer langen und bis zu 2000 Meter breiten Sandstrand wieder zu einem Traumstrand. Denn vier von fünf Urlaubern wählen das Ziel St. Peter-Ording unter anderem wegen des Strandes, sagt die stellvertretende Direktorin der Tourismus- Zentrale, Constanze Höfinghoff.

Dafür fährt in der Saison ein Trecker mit angehängtem Rechen täglich über den Strand. Er beseitigt Strandburgen sowie tiefe, gefährliche Löcher und kehrt den Unrat zusammen. Anschließend sammeln Strandkorbvermieter und Rettungsschwimmer den Müll zwischen den Strandkörben und im Badebereich. Bei schlechtem Wetter müssen zusätzlich die entlegenen Strandbereiche gesäubert werden.

2015 wurden an St. Peter-Ordings Stränden den Angaben zufolge insgesamt rund 1800 Kubikmeter Strandmüll gesammelt – das würde mehr als 20 Sattelzüge füllen. „Die Kosten für das Beseitigen und Entsorgen von Müll variieren - je nachdem, was und wie vom Meer angespült wurde“, erklärt Höfinghoff.

Auch die Badeorte an der Ostsee können konkrete Zahlen nennen. So muss der Kurbetrieb in Travemünde für die Strandreinigung zwischen Mai und September rund 150 000 Euro aufwenden. „Dazu kommt noch einmal ein hoher fünfstelliger Betrag für das Leeren der Abfallbehälter am Strand und an der Promenade“, sagt der Leiter des Travemünder Kurbetriebs, Uwe Kirchhoff. „Das Umweltbewusstsein der Gäste ist deutlich gestiegen. Es wird deutlich weniger Müll an den Strand geworfen als früher“, erzählt er. „Mehr Gäste bedeuten nun mal mehr Müll, und über viele Gäste freuen wir uns.“

Auch in Timmendorfer Strand ist die Müllmenge an den Stränden weitgehend konstant. Für die Beseitigung von Seegras wendet die Gemeinde in der Saison durchschnittlich 75 000 Euro auf. „Wenn viel angeschwemmt wird, müssen wir eben viel abfahren, das ist halt Natur“, sagt eine Sprecherin.

Genaue Zahlen kann Lars Widder vom Tourismus-Service Grömitz nicht nennen. Der Hauptkostentreiber für die Gemeinde sei jedoch die Beseitigung der Treibsel. „Das liegt einerseits an der Menge, aber auch an strengeren Umweltauflagen und den gestiegenen Ansprüchen der Gäste, die für ihre Kurtaxe einen sauberen Strand verlangen.“

In Heiligenhafen wurden zwischen 2014 und 2016 drei neue Hotels und zahlreiche Ferienwohnungen eröffnet. „Dadurch ist die Zahl der Übernachtungen um 50 Prozent gestiegen“, sagt Joachim Gabriel von den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben. Dadurch seien die Kosten für die Müllbeseitigung um etwa zehn Prozent gestiegen, 2016 lagen sie bei etwa 60 000 Euro.

Dazu kommen noch einmal rund 30 000 Euro für die Abfuhr und Entsorgung der Treibsel – Seegras und Abfälle, die am drei Kilometer langen konzessionierten Strand angeschwemmt werden. „Diese Menge variiert je nach Wetterlage und Windrichtung.“

LN

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