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Bäckermeister klagt gegen Lärmschutzmauer in Scharbeutz

Scharbeutz Bäckermeister klagt gegen Lärmschutzmauer in Scharbeutz

„Zuhause in Ostholstein“ heißt das elf Millionen teure Bauprojekt, mit dem die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Ostholstein auf dem ehemaligen Sportplatz an der Luschendorfer Straße in Scharbeutz Wohnraum schaffen will - und das gefällt nicht jedem.

So stellen sich die Verantwortlichen der Wobau Ostholstein die Bebauung des alten Sportplatzes in Scharbeutz vor. Animation: Wobau Ostholstein

Scharbeutz. Baubeginn soll im Mai sein, erläuterte Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist während einer Informationsveranstaltung vor etwa 50 Zuhörern. Der Einladung von Wobau und Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) gefolgt waren Anlieger, potenzielle Mieter, die sich für die 53 Wohneinheiten interessieren (siehe Info-Kasten), aber auch die Bäckerfamilie Brede mit Vater Horst (82) sowie seinen Söhnen Udo (51) und Reinhard (56).

LN-Bild

Wohnungsbaugesellschaft präsentierte Bebauungspläne für ehemaliges Sportplatzgelände.

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Der 1932 gegründete Familienbetrieb liegt direkt neben dem künftigen Neubaugebiet, getrennt nur durch die enge Görlitzer Straße. Den Vorschriften des Baurechtes folgend muss zum Schutz der künftigen Bewohner zwischen Bäckerei und Baugebiet eine etwa zehn Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. Diese Tatsache sorgt bereits seit Monaten für heftige Diskussionen in der Bevölkerung.

Niemand will diese Mauer — nur der Gesetzgeber fordert sie. Dies wurde während des Abends deutlich. „Wir haben die Hoffnung, dass wir sie in der Höhe noch etwas reduzieren können, so Weist. „Auch wir finden die Wand grausam und schizophren. Wir selber wollen die blöde Wand nicht haben“, unterstützte ihn Architekt Rolf Kuhfeldt. Allerdings habe ein Schallschutzgutachten ergeben, dass ein Wohnen ohne Mauer an dieser Stelle nicht möglich ist.

Bäckermeister Reinhard Brede berichtete, er habe bereits Normenkontrollklage beim Landesverfassungsgericht in Schleswig beantragt. Damit will er Bestimmungen des Baurechtes überprüfen lassen. Die Notwendigkeit einer Mauer ergebe sich hauptsächlich durch die an- und abfahrenden Bäckerei-Fahrzeuge. Brede: „Wenn die die Luschendorfer Straße befahren, müssen die Bewohner den Lärm hinnehmen. Wenn sie aber in die Görlitzer Straße einbiegen, dann ist das mein Lärm, den ich dann abstellen muss.“

Seit 2010 schon liefen Gespräche mit der Verwaltung zur Lösung der Probleme, so Brede. Es gebe die Möglichkeit, die Görlitzer Straße ein wenig umzubauen, so dass Boxen aufgestellt werden können, in denen die Fahrzeuge beladen werden. „Dann wäre der Lärm weg“, so Brede. Er blickte in die Zukunft: „Wenn die Mauer kommt, dann wird es langfristig keinen Bäcker Brede mehr geben.“ Dann müsse er mit dem Backbetrieb nach Ratekau oder Timmendorfer Strand umziehen — wohl wissend, dass er dann mit Umsatzeinbußen bis zu 25 Prozent zu rechnen habe. Denn: „Die Kunden wollen sehen, wo gebacken wird.“

Viele Scharbeutzer müssten dann „über den Kreisel gehen, um eine Zeitung zu kaufen“. Resigniert sagte Brede: „Ich bin hier nicht mehr zu Hause. Ich fühle mich nicht mehr verstanden.“

Weniger emotional wurden die Themen „soziale Struktur der Mieter im Neubaugebiet“, Anbindung und Parkplätze behandelt.

Geförderter und frei finanzierter Wohnungsbau — 53 neue Haushalte

Auf dem alten Sportplatz, auf 10 389 Quadratmetern, sollen 35 barrierefreie Wohnungen sowie 18 Wohneinheiten in drei Reihenhäusern errichtet werden. Alle Gebäude bekommen Gründächer. Zudem wird es gemeinschaftliche Einrichtungen wie einen Gemeinschaftsraum und Gästewohnungen geben. 20 Prozent der Wohnungen werden gefördert, 80 Prozent sind frei finanziert, erläuterte Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist und sprach von einer „sozialen Durchmischung“. Nach Angaben von Bürgermeister Volker Owerien wird die Gemeinde über die Belegung von neun Wohnungen und drei Reihenhäusern entscheiden können. Gefördert wird der Mietpreis pro Quadratmeter Wohnfläche bei sechs Euro und beim frei finanzierten Wohnungsbau bei neun Euro Kaltmiete liegen. Somit ergeben sich für eine 56 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung im geförderten Wohnungsbau 448 Euro Warmmiete und frei finanziert 616 Euro. Überwiegend werden Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 35 und 92 Quadratmetern sowie in den Reihenhäusern Wohnungen zwischen 92 und 106 Quadratmetern gebaut, so Weist. Im Keller des großen Wohngebäudes wird eine Pellet-Anlage platziert. In die 53 Haushalte werden etwa 120 Personen einziehen. Es wird insgesamt 51 Parkplätze geben. cd

Von Christina Düvell-Veen

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