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Bäume für die Müllentsorgung geopfert

Kellenhusen Bäume für die Müllentsorgung geopfert

Eilentscheidung des Bürgermeisters sorgt in Kellenhusen für Aufregung im Neubaugebiet. Er hat eiligst entschieden, dass zu Jahresbeginn die Bäume, die in einem Kurvenbereich liegen, ausgepflanzt und diese Bereiche der Straße zurückgebaut werden.

Kellenhusen. „Es war 5 vor 12, sonst würde ab dem 13. Januar keine Abfallentsorgung mehr durchgeführt“, erklärt Kellenhusens Bürgermeister Carsten Nebel. Im Neubaugebiet „Auf der Holzkoppel“ hätten drei Bäume weichen müssen, damit die Fahrzeuge des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO) die Straße weiter befahren würden. Anlieger können diese Maßnahme gar nicht verstehen.

LN-Bild

Eilentscheidung des Bürgermeisters sorgt in Kellenhusen für Aufregung im Neubaugebiet.

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Am Freitag vor Silvester erhielt Carsten Nebel die Information, dass jetzt endlich etwas passieren müsse, sonst werde künftig dort kein Müll abgefahren. So habe er eiligst entschieden, dass zu Jahresbeginn die Bäume, die in einem Kurvenbereich liegen, ausgepflanzt und diese Bereiche der Straße zurückgebaut werden. „Es sind aber nicht nur drei, sondern insgesamt vier Bäume im Straßenverlauf herausgerissen worden und bei zwei weiteren wurde die Befestigung angeschnitten“, ist Anwohner Ulrich Salvadori verärgert.

„Eine Anliegerstraße wie die Straße Auf der Holtzkoppel muss bei geradem Straßenverlauf eine Breite von mindestens 3,55 Metern aufweisen und muss zudem so gestaltet sein, dass in Kurvenbereichen die Schleppkurven der eingesetzten Müllfahrzeuge berücksichtigt sind“, erläutert Nicole Buschermöhle, Kommunikationsleiterin des ZVO. Salvadori kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. „Unsere Straße ist 3,55 bis 3,60 Meter breit. Und da hier ja auch noch immer gebaut wird, fahren hier ständig problemlos Baufahrzeuge und manchmal sogar Schwerlasttransporter durch.“

Seit Sommer 2015 sei die ZVO Entsorgung GmbH mit der Gemeinde im regelmäßigen Austausch, wodurch diverse Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, die aber keine langfristige Wirkung hatten, so Buschermöhle. So wurde die beidseitig befahrbare Straße zur Einbahnstraße gemacht. Die dann geschaffene Parkplatzsituation habe aber den Bürgersteig verkleinert und vor allem im Sommer viel stärker für enge Verhältnisse auf der Fahrbahn gesorgt als die Bäume, sagt Salvadori.

Am Montag nach Neujahr wurden vier Bäume entfernt. „Nur durch die Proteste der Anwohner konnte verhindert werden, dass dann zwei weitere weggenommen wurden“, betont Salvadori. Die Weißdorn-Bäume lägen dann jetzt die ganze Zeit am Straßenrand und seien aufgrund der Witterung wahrscheinlich abgestorben. Am vergangenen Montag hat die Gemeinde nun die Steinumrandung von drei Bäumen entfernt, die Erde ausgehoben und die Straße neu gepflastert. Was jetzt an der Stelle passiert, wo sich der vierte Baum befand, weiß Salvadori nicht. Dieser stand direkt gegenüber der Einfahrt zu zwei Grundstücken, eines gehört dem Ehepaar Otto. „Wir konnten bisher aufgrund des Baumes mit der Umrandung nicht direkt zu unserem Haus fahren“, erklärt Bettina Otto, „sondern mussten ein kurzes Stück vorbeifahren und dann rückwärts einbiegen“. Daher könnten alle hier eine Versetzung verstehen. Und dass durch die fortschreitende Bebauung auch der Standort der Bäume geklärt werden müsse, sei nicht das Problem. Aber dass sie keiner über diese „Nacht- und Nebel-Aktion“ aufgeklärt habe, können die Anwohner nicht begreifen. „Es ärgert, wenn der Souverän – der Bürger – auf der Strecke bleibt.“

„Wenn wir nicht aktiv geworden und der Müll liegen geblieben wäre, hätte es auch große Aufregung gegeben“, so Bürgermeister Nebel. Ob das alles die richtige Lösung ist, da sei er sich nicht sicher und will weiter das Gespräch mit dem Zweckverband suchen. In der Zwischenzeit haben Anwohner zur Sicherheit die beschädigte Befestigung an einem der bislang stehengelassenen Bäume ganz abgebaut. „Wir fühlen uns eigentlich sehr wohl hier. Doch manchmal ist Kellenhusen ein merkwürdiges Pflaster“, sagt Ulrich Salvadori.

 Markus Billhardt

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