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Ostholstein Bahn plant großen Haffkruger Bahnhof am Arcona-Denkmal
Lokales Ostholstein Bahn plant großen Haffkruger Bahnhof am Arcona-Denkmal
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21:26 13.10.2016
Diese Fotomontage hat Vorstandsmitglied Lukas Grose von der Haffkruger Bürgerinitiative angelegt. Sie soll die Lage des geplanten neuen Hafkruger Bahnhofs zwischen Autobahn (oben) und Bundesstraße 76 zeigen. Im Wald gelegen ist das Cap-Arcona-Denkmal. Quelle: Bürgerinititiave Kgbv
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Haffkrug

Als die Aufnahme mit dem geplanten Standort und der ungefähren Größe des neuen Haffkruger Bahnhofes zu sehen war, ging ein lautes Raunen durch den Kursaal. Die etwa 100 Anwesenden waren überrascht und schockiert zugleich. „Und das ist genau das, was wir erreichen wollten“, erläuterte Lukas Grose (20), jüngstes Vorstandsmitglied der Haffkruger Bürgerinitiative „Kein Güterbahnverkehr durch die Badeorte der Lübecker Bucht“. Zur Jahresversammlung hatte er eine Multimediaschau mit Aufnahmen zusammengestellt, die so noch nie zu sehen waren und die auch anhand von Luftbildern verdeutlichen, wie es mit der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung in einigen Jahren in Scharbeutz und Haffkrug aussehen könnte.

„Zeigen Sie Flagge und nehmen Sie die Politiker in die Pflicht.“ Steffen Grose, Bürgerinitiative Haffkrug

Während in Scharbeutz am Bövelstredder ein Haltepunkt geplant wird, an dem die Passagiere nur ein- und aussteigen, wird es in Haffkrug sehr viel Größeres geben. Die Deutsche Bahn (DB) will den Bahnhof auf einem Areal zwischen Autobahn und B 76, ganz in der Nähe des Cap-Arcona-Denkmals, bauen. Entstehen werde ein „gigantisches Bauwerk“. Der Bahnhof selber werde zwischen 300 und 400 Meter lang sein, das gesamte Gelände erstrecke sich über 1,5 Kilometer, so Grose.

Auf LN-Anfrage äußerte sich Maja Weihgold, Sprecherin Großprojekte bei der DB: „Die Vorplanung sieht einen Haltepunkt in Haffkrug vor, der drei Gleise haben wird, sowie einen Mittelbahnsteig und einen Seitenbahnsteig.“ Ursprünglich sei der Bahnhof als so genannter „Flügelbahnhof“ angedacht, also als ein Stopp, an dem ein Zug geteilt werden kann. Dieses sehe das aktuelle Nahverkehrskonzept, für das das Land Schleswig-Holstein zuständig ist, aber nicht mehr vor. Weihgold bestätigte folgende Aussagen des BI-Vorstandes: „Wer in Zukunft von Neustadt nach Oldenburg will, muss erst nach Haffkrug, dort umsteigen und dann weiter nach Oldenburg fahren.“ Das Cap-Arcona-Denkmal könne trotz des neuen Bahnhofs an seinem jetzigen Standort bleiben, und auch Teile des Waldes blieben erhalten, erläuterte Steffen Grose. Schwierigkeiten werde es sicherlich mit dem großen Höhenunterschied geben. Da die neue Bahntrasse höhengleich mit der Autobahn werde, müsse der Bahnhof etwa neun Meter höher gelegt werden. „Da müssen Sie erst einmal hinkommen“, sagte Grose und gab zu bedenken, wie schwierig es schon jetzt sei, auf dem Scharbeutzer Bahnhof mit einem Rollator das Gleis zu wechseln.

Unklar sei zudem die Situation der Autobahnzu- und -abfahrt in Haffkrug. Die jetzige sei nach den vorliegenden Plänen nicht mehr nutzbar. In ersten Überlegungen angedacht worden sei eine parallele Abfahrt in einem 90-Grad-Winkel. „Das würde gerade im Sommer zu einem verkehrstechnischen Chaos führen“, sagen die BI-Mitglieder voraus. In Gesprächen sei dies auch von den DB-Mitarbeitern erkannt worden, so Steffen Grose. Untersucht werden jetzt Möglichkeiten, die Zu- und Abfahrt nicht mehr rechtwinklig, sondern in einem Rundbogen verlaufen zu lassen. Grose appellierte mit Blick auf die Hinterlandanbindung und deren Folgen an alle Zuhörer: „Zeigen Sie Flagge.“ Die Wähler müssten die Politiker in Gemeinde, Land und Bund in die Pflicht nehmen und sie auffordern, sich für die Interessen der Bevölkerung einzusetzen.

Maja Weihgold kündigte an: „Im nächsten Jahr werden wir die fertige und mit der Region besprochene Planung beim zuständigen Eisenbahnbundesamt einreichen und das Planfeststellungsverfahren damit starten.“

 Christina Düvell-Veen

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