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Ostholstein Auf Bahnübergang: Radfahrer wird von Zug erfasst und stirbt
Lokales Ostholstein Auf Bahnübergang: Radfahrer wird von Zug erfasst und stirbt
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10:58 10.08.2018
An dem unbeschrankten Bahnübergang Bergmühle in der Gemeinde Neukirchen wurde ein Radfahrer von einem Eurocity erfasst. Quelle: Arne Jappe
Neukirchen

Nach Angaben der Bundespolizei war der Mann trotz der rot blinkenden Warnlichter mit seinem Fahrrad über den Bahnübergang gefahren. Das hätten Zeugen beobachtet. Dass die Signalanlage am Bahnübergang nicht defekt ist, war sofort klar. Sie blinkte auch während des Rettungseinsatzes noch weiter. Warum der Mann auf die Schienen fuhr und ob er den herannahenden Zug übersehen hat, ist noch unklar.

Um 15.03 Uhr kam es zu dem tödlichen Unfall. Die Bundespolizei, teilte deren Sprecher Gerhard Stelke mit, prüft alle Möglichkeiten, wie es zu dem Zusammenstoß im Verlauf der kleinen, einspurigen Straße mitten in den Feldern kommen konnte.

Seelsorger war vor Ort

Der dänische Eurocity-Zug war auf dem Weg von Puttgarden nach Lübeck, mit Halt in Oldenburg. Die Fahrt endete abrupt am Bahnübergang Bergmühle. Obwohl die Lokführerin eine Notbremsung eingeleitet hatte, erfasste die Bahn den Radler. Ein herbeigerufener Notarzt, der per Rettungshubschrauber eingeflogen wurde, konnte nur noch den Tod feststellen. Da waren ein zweiter Hubschrauber und die Feuerwehr schon zum Unfallort geeilt. Die Bergung übernahm die Feuerwehr Neukirchen. Außerdem war ein Seelsorger vor Ort. Die Zugführerin wurde durch den Notfallmanager der Bahn aus dem Dienst genommen und durch einen Kollegen ersetzt. Beamte der Bundespolizei stellten das Fahrrad und später den Zug für die weitere Beweisaufnahmen sicher.

Die Bahnlinie zwischen Puttgarden und Lübeck war während der Unfallaufnahme für zwei Stunden gesperrt. Im gut besetzten, aber nicht überfüllten Eurocity gab es keine Verletzten. Die Passagiere haben nach Angaben einer Mitreisenden von einer Notbremsung nichts gespürt. Die Frau berichtete, der Zug sei einfach auf freier Strecke angehalten. „Dann kam ein Schaffner und frage, ob ein Arzt im Zug sei“, berichtete die Frau weiter. Erst hätten alle gedacht, es sei jemand im Zug erkrankt. Später habe ein Zugbegleiter die Passagiere informiert, dass es einen Unfall gegeben habe.

Bahnreisende wurden versorgt

Die Reisenden mussten gut zwei Stunden im Zug warten. Sie wurden durch die Einsatzkräfte versorgt, unter anderem wurden mehrere Liter Wasser zum Zug gebracht. Sie habe sich gut versorgt und informiert gefühlt, sagte die Mitreisende. Der Zug sei schließlich zurück nach Großenbrode gefahren, wo Busse zunächst die Familien und die älteren Passagiere aufnahmen. Alle übrigens warteten auf einen anderen Zug, der sie nach Lübeck brachte: Ankunftszeit 18.49 Uhr, planmäßig wäre 15.36 Uhr gewesen.

Die Feuerwehr war mit etwa 20 Einsatzkräften vor Ort. Die Landes- und die Bundespolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

Arne Jappe und Susanne Peyronnet

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