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Ostholstein Bahnverbindung nach Dänemark wegen maroder Brücke unterbrochen
Lokales Ostholstein Bahnverbindung nach Dänemark wegen maroder Brücke unterbrochen
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06:48 05.04.2017
Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt i.H.

Bahnreisende zwischen Hamburg und Dänemark müssen sich mindestens bis Ostern auf erhebliche Störungen und deutlich längere Fahrtzeiten einstellen. Der Grund: Eine Eisenbahnbrücke in Neustadt (Kreis Ostholstein) wurde gestern Morgen überraschend für sämtliche Züge gesperrt. Automatische Messungen hatten ergeben, dass die Tragfähigkeit des 64 Jahre alten Bauwerks nicht mehr gewährleistet ist. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind Reisende dadurch – je nach aktueller Verkehrslage – bis zu eine Stunde länger unterwegs. Die Regelfahrtzeit von Hamburg nach Nykøbing beträgt 3:15 Stunden. Von der Sperrung sind täglich mindestens acht Fernverkehrszüge sowie 20 Regionalbahnen betroffen. Die Ersatzbusse für ICE und EC werden laut Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis bereits ab Hamburg -Hauptbahnhof eingesetzt. Sämtliche Haltestellen auf der Strecke sollen wie üblich angefahren werden. Auf dem Internetportal der Bahn werden zudem alternative Routen vorgeschlagen, beispielsweise über Rostock oder Flensburg. Damit verlängert sich die Reisezeit allerdings gleich um mehrere Stunden. Nutzer des Nahverkehrs müssen zwischen Neustadt und Puttgarden auf Busse umsteigen. „Der Bahn-Rhythmus bleibt jedoch erhalten, um die Anschlusszüge zu erreichen“, sagte Meyer-Lovis. Genaue Abfahrtspläne gab es gestern allerdings nicht.

„Es ist nicht gut, dass der internationale Fernverkehr und auch der Regionalverkehr auf der Vogelfluglinie aufgrund infrastruktureller Defizite eingestellt werden müssen“, kritisiert Stefan Barkleit, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Schleswig-Holstein. „Die Verbindung muss so schnell wie möglich wieder hergestellt werden.“ Laut Bahn dauert die Sperrung voraussichtlich bis Ende kommender Woche. In der Zeit soll eine Behelfsbrücke gebaut werden. Der Austausch war laut Meyer-Lovis bereits geplant gewesen, aber erst für Ende des Monats. Nun müssten kurzfristig Baufirmen gefunden werden, die die notwendigen Arbeiten übernehmen könnten. Die Bahn verfüge über verschiedene Brückenmodule, so dass diese relativ schnell mit einem Schwertransport an die Ostsee gebracht werden könnten.

Stefan von Massenbach, Leiter Arbeitsgebiet Planung und Steuerung der DB Netz AG Kiel, war gestern einer der Ersten vor Ort. Hintergrund der Sperrung seien automatisierte Messungen gewesen, die dauerhaft stattfinden. Die Geräte prüfen die Durchbiegung und Dehnung der Brücke. Eben diese Werte hätten gestern um 8.48 Uhr dazu geführt, dass der Zugverkehr eingestellt wurde.

Sebastian Rosenkötter und Janina Dietrich

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