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Ostholstein Bank-Filiale schließt: Anwohner in Sorge
Lokales Ostholstein Bank-Filiale schließt: Anwohner in Sorge
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21:16 05.07.2017
„Service wird inzwischen ganz klein geschrieben. Thomas Schlimmermann (55) Getränkeshop-Besitzer aus Pönitz
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Pönitz

Als Mechthild Ziesmann die Nachricht erfährt, ist sie geschockt. „Das ist schlimm, besonders für die älteren Leute“, klagt die Sparkassen-Kundin, die gerade auf dem Weg in die Filiale in Pönitz ist, die es bald so nicht mehr geben wird. Der Grund: Die Sparkasse Holstein wandelt Filialen in ihrem Geschäftsgebiet um. In Pönitz entsteht ein reiner SB-Standort – also mit Automaten zur Selbstbedienung. Darüber hinaus werden in Schönwalde und Kellenhusen die Öffnungszeiten deutlich verkürzt. Diese Veränderungen werden schon ab Montag, 17. Juli, auf die Kunden zukommen. Das teilte die Bank jetzt mit.

Bei der Sparkasse Holstein in Pönitz gibt es künftig nur noch Automaten.

3 Sparkassen-Mitarbeiter statt bisher zwei sollen in Zukunft an den beiden Öffnungstagen in Kellenhusen und Schönwalde vor Ort an alter Wirkungsstätte für die Kunden da sein. An den anderen Tagen verstärken die Kellenhusener Mitarbeiter künftig das Team in Grömitz und die Schönwalder das in Lensahn.

Verkürzte Zeiten

In Schönwalde ist künftig dienstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

In Kellenhusen ist montags von 9 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Filialen in Kellenhusen und Schönwalde sowie auch zwei weitere im Kreis Stormarn (Tangstedt und Lütjensee) haben ab Mitte des Monats nur noch an zwei Wochentagen geöffnet. In Stapelfeld (Kreis Stormarn) schließt eine weitere. „Die Sparkasse Holstein verfügt mit 39 personenbesetzten sowie 39 SB-Filialen über ein gut ausgebautes Geschäftsstellennetz. In den letzten Jahren hat sich das Nutzungsverhalten der Kunden jedoch deutlich verändert“, sagt Sparkassensprecher Björn Lüth. Die SB-Technik und das Home- sowie Mobile-Banking hätten klassische Bankgeschäfte zunehmend von Öffnungszeiten und Standorten entkoppelt. Dadurch kämen viel weniger Kunden in die Filialen.

Doch gerade die Kundennähe hält Stefan Jordt, der in Pönitz einen Tischlereibetrieb hat, für wichtig. „Ich finde es schade, gerade für Selbstständige wie mich, dass immer mehr Bankfilialen schließen“, sagt der Pönitzer. Auch Thomas Schlimmermann, der einen Getränkeshop in Pönitz besitzt und regelmäßig Einzahlungen vornehmen muss, kritisiert die Schließung. „Die Leute wollen doch Service“, betont Schlimmermann, der vor allem um die ältere Generation besorgt ist. „Wo sollen die Herrschaften denn noch hin?“ Das fragt sich auch Dariusz Kosubik. „Ohne Auto wird es umständlich.“

Er kritisiert zudem, dass es noch nicht einmal einen Einzahlungsautomaten gibt.

In Pönitz steht bald für die Bankgeschäfte ein Geldautomat, ein SB-Terminal und ein Kontoauszugsdrucker zur Verfügung. In Schönwalde gibt es außerhalb der eingeschränkten Öffnungszeiten (siehe links) einen Geldautomaten, ein SB-Terminal und einen Kontoauszugsdrucker, in Kellenhusen ein SB-Terminal mit Kontoauszugsdrucker und einen Geldautomaten für Ein- und Auszahlungen. Ein Gerät mit Einzahlfunktion würde sich in Pönitz indes nicht lohnen, sagt Lüth. „Wir haben alle Kunden mit einem persönlichen Brief angeschrieben und über die anstehenden Veränderungen informiert“, ergänzt er.

In Pönitz würde es aber noch ein bis zwei Tage zusätzlich brauchen, um den Schließfachnutzern die Gelegenheit zu geben, ihr Fach zu räumen und in eine andere Filiale umzuziehen. Das Filialteam werde weiterhin für seine Kunden da sein und hierzu in eine Nachbarfiliale in der Nähe wechseln, sagt Lüth. Die Pönitzer Mitarbeiter gehen nach Scharbeutz.

mb/bz

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