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14:58 12.09.2018
Grüne Dame Barbara Freyher aus Bad Schwartau war Gast beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin.  Quelle: Michael Freyher (hfr)
Bad Schwartau/Berlin

„Ich war schon sehr überrascht, eine Einladung vom Bundespräsidenten zu bekommen“, gesteht Barbara Freyher, „und ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut.“ Am vergangenen Freitag war dieser große Tag. Rund 4000 Ehrenamtler aus ganz Deutschland hat Bundespräsident Frank Walter Steinmeier zum traditionellen Bürgerfest in seine Residenz, das Schloss Bellevue, geladen. Als Dank, Anerkennung und sichtbare Wertschätzung für die unentgeltliche Arbeit zugunsten der Gesellschaft.„Das hat mich nachhaltig beeindruckt“, gesteht Barbara Freyher.

Als verdiente Ehrenamtlerin hat Barbara Freyher aus Bad Schwartau eine Einladung ins Schloss Bellevue in Berlin bekommen.

Roter Teppich für Ehrenamtler

Jeder Gast mit offizieller Einladung durfte eine Begleitperson mitbringen. Barbara Freyher hat sich für ihren Sohn Michael entschieden. Am späten Nachmittag begann das Fest im Schlossgarten mit Musik, Kinderanimation und kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt als Fingerfood. Zuvor waren Barbara Freyher und rund zwei Dutzend Ehrenamtler aus Schleswig-Holstein eingeladen in das schleswig-holsteinische Landeshaus in Berlin. Dort sei es auch sehr schön gewesen, sagt die 78-Jährige. „Es war dort ein gutes Vorspiel für den Termin danach“, erklärt sie. Mit Shuttlebussen ging es von dort aus zum Schloss Bellevue.Der Weg ins Schloss führte über einen roten Teppich, mit gültiger Einladung und – ja, auch mit Taschenkontrolle. „Das gehört eben einfach dazu bei Staatsmännern“, sagt Barbara Freyher, „solche Sicherheitsmaßnahmen müssen sein.“ Live und in Farbe gesehen hat Barbara Freyher den Bundespräsidenten beim Bürgerfest schon, aber doch eher aus der Ferne. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich bei einigen Tausend Gästen die Gelegenheit habe, mit ihm persönlich zu sprechen“, sagt Barbara Freyher, „dafür war der Rahmen des Festes einfach zu groß. Aber dafür war dieses Fest top organisiert.

Geschichte der Grünen Damen

Gegründet wurde diese ehrenamtliche Bewegung in Krankenhäusern und Altenheimen durch Brigitte Schröder in Deutschland in den 1960er Jahren nach Vorbild eines Volunteer Service (Freiwilligendienstes) in den USA. Inzwischen arbeiten rund 11 000 Damen (und auch Herren) bundesweit in dieser gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft.

Vor 20 Jahren gründete Barbara Freyher die Bad Schwartauer Gruppe der Grünen Damen. Zu Beginn waren es acht Mitstreiter, inzwischen sind es knapp über 30, die in zwei Krankenhäusern und drei Altenheimen unterwegs sind. Die Gruppe darf gern noch größer werden. Wer gern mit Menschen zu tun hat und einmal pro Woche zwei bis drei Stunden Zeit hat, ist herzlich willkommen bei den Grünen Damen. Wer sich der Bad Schwartauer Gruppe anschließen möchte, kann sich mit Barbara Freyher unter Telefon 04 51/251 60 in Verbindung setzen.

Rundgang durch das Schloss

Es war gediegen, elegant, aber nicht protzig.“ Aber dafür durften die Gäste auch einen Rundgang durch das Schloss machen und so eine Idee davon entwickeln, wie der Bundespräsident in seiner Residenz lebt und arbeitet. „Das war schon sehr interessant“, sagt die Bad Schwartauerin, die auch mit ihren 78 Jahren immer noch nicht an Aufhören denkt bei ihrem ehrenamtlichen Engagement. Als Grüne Dame besucht sie Kranke in Kliniken und Senioren in Altenheimen und schenkt ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Doch das, was so banal klingt, ist in einer Zeit, in welcher der digitale und nicht selten emotional gestörte Handy- und Konsumwahn immer weiter zunimmt, eine immer wertvoller werdende Ressource. „Zu meiner großen Überraschung hat der Bundespräsident in seiner Dankesrede an die Ehrenamtler zuerst die genannt, die die Alten und Kranken besuchen“, sagt Barbara Freyher. Allein das zeige ihr, wie viel Sinn das macht, was sie als Grüne Dame leistet. „Ja, das ist eine Bestätigung“, gesteht die Bad Schwartauerin, „und es ist auch Motivation, weiterzumachen.“ Ungefähr bis Mitternacht dauerte das Fest beim Bundespräsidenten. Als dann am Abend die italienische Rocksängerin Gianna Nannini zum Konzert im Schlossgarten aufspielte, „da wurde es mir dann etwas zu laut“, sagt Barbara Freyher und lacht, „das war dann einfach nicht mehr meins. Das Fest war wirklich sehr schön und ich werde noch sehr lange daran denken und davon erzählen.“ Ganz sicher auch den Kranken und Alten.

Doreen Dankert

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