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Ostholstein Bauarbeiten im Sandberger Weg: Tafel klagt über Umsatzeinbußen
Lokales Ostholstein Bauarbeiten im Sandberger Weg: Tafel klagt über Umsatzeinbußen
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20:24 29.06.2013
Von Sebastian Rosenkötter
Eitel Pries, Vorsitzender der Neustädter Tafel, beklagt, dass die Tafel von der Baustelle eingekeilt und schlecht erreichbar ist. Quelle: Fotos: Rosenkötter

Eine Million Euro investiert die Stadt Neustadt in die Erneuerung des Sandberger Weges. Die Fahrbahn, die zuletzt 1985 eine neue Verschleißdecke erhielt, zeichnete sich nur noch durch Risse und Schlaglöcher aus. Die Notwendigkeit für die jetzigen Arbeiten bestätigt auch Eitel Pries, Vorsitzender der Neustädter Tafel.

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Eitel Pries, Vorsitzender der Neustädter Tafel, beklagt, dass die Tafel von der Baustelle eingekeilt und schlecht erreichbar ist.

Zufrieden ist er aber nicht. Schließlich sind die Lebensmittelausgabe, der Tafel-Treff (Café mit Mittagstisch) und die Kleiderstube seit Wochen eingekeilt von den Bauarbeiten. Aktuell wird der Unterbau im Kreuzungsbereich Sandberger Weg/Bödelsollstraße/Ziegeleiweg hergestellt.

„Die Baustelle macht uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Wir können nur rückwärts zu unserem Gebäude fahren, wenn wir Lebensmittel abliefern. Teilweise müssen wir sogar über den Bürgersteig, das gibt aber Ärger mit Fußgängern“, sagt Pries. Den Arbeitern möchte er aber keinen Vorwurf machen. „Die sind hilfsbereit und haben uns sogar schon ein paar Dinge mit dem Bagger transportiert“, betont Eitel Pries.

Neben der schlechten Erreichbarkeit ärgert sich der Vorsitzende auch über den vielen Sand und Staub, der durch die Luft wirbelt. „Da könnte man doch wenigstens mal mit einer Kehrmaschine saubermachen“, schlägt er vor.

Wie groß die Auswirkungen sind, konkretisiert Eitel Pries anhand einiger Zahlen. „Im Tafel- Treff ist deutlich weniger los. Wir haben einen Verlust von rund 30 Prozent. Das heißt, wir haben deutlich weniger Geld, als wir für laufende Kosten und Investitionen eingeplant haben.“ Noch schlimmer sehe es bei der Kleiderstube aus. Die Spenden seien um die Hälfte zurückgegangen. „Normalerweise kommen jetzt viele Camper zu aus. Die Leute rufen aber an und sagen, dass sie nicht durchkommen mit dem Auto“, so Pries.

Zudem kommen weniger Menschen zur Lebensmittelausgabe. „Gerade die älteren Kunden bleiben weg. Für sie ist das eine Plage und einen Lieferservice können wir nicht organisieren“, sagt Pries. Dass jemand hungert, glaubt der Vorsitzende der Tafel aber nicht. „Die kommen über die Runden.“

Nach Auskunft von Friedrich- Karl Kasten (CDU), Neustadts erster Stadtrat, ist Eitel Pries mit seinen Klagen ziemlich alleine. „Beschwerden der Anwohner sind nicht bekannt, nur Anlieger der Umleitungsstrecke haben sich über das starke Verkehrsaufkommen beklagt.“

Entspannen dürfte sich die Situation, wenn der Asphalt in der kommenden Woche eingebaut wird und die Bödelsollstraße vorerst wieder befahrbar ist. Endgültig fertiggestellt werden soll der Sandberger Weg zwischen Bödelsollstraße und Butzhorn bis zum 2. August.

Das wurde aus den Spenden für die Tafeln
Ostholstein — Die LN-Leser haben im Advent 2012 Herz gezeigt und 26 697,24 Euro für die sechs Tafeln in Burg, Heiligenhafen, Oldenburg Neustadt, Eutin und Bad Schwartau gespendet. Nun erzählten die Betreiber, was sie mit dem Geld, das zu gleichen Teilen aufgeteilt wurde, gemacht haben oder was noch geplant ist.

Die Neustädter Tafel: Sie hat ihren Anteil bereits investiert. Angeschafft wurden unter anderem vier neue Sortiertische aus Edelstahl die höhenverstellbar sind und so die Mitarbeiter vor Rückenproblemen schützen sollen. Zudem wurde in den Aufbau des Frühstücksexpresses investiert. Dieser versorgt seit April Schüler der Jacob-Lienau-Gemeinschaftsschule mit Frühstück.

Laut Eitel Pries, Vorsitzender der Tafel, werden mittlerweile 150 Portionen an Schüler ausgegeben, die sonst morgens nichts zu essen haben. „Da hat die LN-Aktion zu beigetragen“, betont Pries. Des weiteren wurden Küchenzubehör und Arbeitskleidung für den Tafel-Treff angeschafft und eine Sonderration Lebensmittel gekauft. Schließlich ist immer unklar, wie viele Spenden die Tafel erhält.

Die Fehmarn-Tafel: Sie hat das Geld vorerst noch zurückgelegt. Eingesetzt werden soll es, um eine neue Ausgabestation in Burg zu schaffen. Bislang wird eine Garage der evangelischen Kirchengemeinde in der Priesterstraße genutzt. „Dort ist es aber einfach zu klein“, betont Heike Struve. Es gibt sogar schon zusätzliche Truhen und andere Inventar-Spenden, die jedoch zwischengelagert werden müssen. Die Fehmarn-Tafel ist im Gespräch mit dem Kirchenvorstand.

Die Oldenburg-Tafel: Ebenfalls noch nicht ausgegeben wurde das Geld in Oldenburg. Der Vorsitzende Olf Leder berichtete den LN, dass es auf einem Konto liegt und für eine neue Räumlichkeit genutzt werden soll. „Die Ausgabestelle ist zu klein, entspricht nicht den Standards und ist für die Ehrenamtler nicht zumutbar“, so Leder. Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Bürgervorsteher verliefen bislang ergebnislos.

Die Heiligenhafener Tafel: Hier kam das Geld gerade recht, um einen gebrauchten Ford-Transit-Kleinbus zum Einsammeln der wöchentlichen Lebensmittelspenden anzuschaffen, berichtet Tafel-Leiterin Pastorin Elisabeth Caesar. Außerdem konnten für eine bedürftige Heiligenhafenerin im Sozialkaufhaus gebrauchte Möbel angeschafft und eine kinderreiche Familie unterstützt werden.

ser/gjs/mk

Sebastian Rosenkötter

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