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Ostholstein Großbaustelle Rettberg-Kaserne: So geht es voran
Lokales Ostholstein Großbaustelle Rettberg-Kaserne: So geht es voran
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12:07 12.09.2018
In der Eutiner Rettberg-Kaserne werden um die 30 Millionen Euro investiert. Unter anderem wird ein neues Unterkunftsgebäude gebaut. Mit der teilweise zurückgesetzten Front lehnt es sich optisch an die Altbauten (hinten) an. Quelle: Peyronnet
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Eutin

Bei der Bundeswehr dauert alles ein bisschen länger. Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, haben Kommandeure des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ darum gerungen, dass die veralteten Unterkunftsgebäude erneuert werden. Vor drei Jahren begann der Abriss des Unterkunftsgebäudes 24, jetzt steht dort tatsächlich ein fast fertiges großes Haus. Zurzeit läuft der Innenausbau.

Die Übergabe an die Bundeswehr war ursprünglich für Mitte dieses Jahres vorgesehen. Das wird jetzt noch ein wenig dauern. Aber, versichert Bauleiter Friedhelm Sylupp vom Rostocker Architekturbüro Bastmann und Zavracky: „Beim Kosten- und Zeitplan bewegen wir uns im Rahmen. Wir werden dieses Jahr noch fertig werden.“

Hotelstandard soll erreicht werden

Das freut Kasernenfeldwebel René Wetzel, der in seiner Funktion unter anderem eine Art Hausmeister der Kaserne ist. Allzu oft muss sich Wetzel in Engelsgeduld üben, denn so richtig flott geht fast nichts voran, wenn es um Reparaturen und Neubauten geht. Beim Unterkunftsgebäude läuft es dagegen gerade richtig glatt. Dabei ist das Projekt immens groß.

Auf etwa 2000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen 81 Stuben mit 17 Quadratmetern Grundfläche. Das Zauberwort heißt Hotelstandard: Jedes Zimmer verfügt über Fernseher, W-Lan, Kühlschrank, Stehlampe und Spiegel sowie ein eigenes Duschbad mit WC. Was für ein Unterschied zu den Acht-Mann-Stuben, in denen die Soldaten zurzeit hausen.

Jahrelanges Provisorium

Das ist nicht der Normalfall, kommt aber gerade in der Übergangszeit zwischen Abriss und Neubau öfter vor. „Wir müssen ein bisschen hin- und herschieben“, erläutert der Presseoffizier, Hauptmann Matthias Simon. Bei der Bundeswehr herrscht bis zum Ende des 24. Lebensjahres Kasernenpflicht, erst danach dürfen die Soldaten pendeln oder sich eine Wohnung am Standort nehmen.

Die Übergangsphase, die es zu überbrücken gilt, dauert voraussichtlich mehrere Jahre. Ist das Gebäude 24 fertig, kommt das benachbarte Gebäude 14 an die Reihe. Dessen Abriss wurde um ein Jahr verschoben. „Das dritte Gebäude werden wir in fünf bis sechs Jahren in Angriff nehmen“, sagt Wetzel.

Neue Räume für die Soldaten, neue Werkstätten für die Drohnen

Drohnenhalle seit 2009 geplant

Während im Unterkunftsgebäude 24 bereits der Innenausbau läuft, ist die Ausbildungs- und Werkhalle für die Drohnen KZO (Abkürzung für Kleinfluggerät Zielortung) und Luna noch im Rohbau. Am Dienstag fuhren Betonmischer vor, wurde der Fußboden geschüttet. Auch auf dieses Gebäude hat das Bataillon lange warten müssen. „Die Halle wurde seit 2009 geplant, jetzt wird sie gebaut“, erläutert Wetzel.

Wann sie fertig wird? Darauf antwortet er mit einem Schulterzucken. Zuvor hat er kurz auf das neue Waffenkammergebäude gezeigt. Fertig ist es nicht. „Wir warten seit gut einem Dreivierteljahr auf die Fenster. Sie sind noch nicht in Sicht“, erläutert der Kasernenfeldwebel.

Keine Waschbecken

Das aber ist noch längst nicht der Rekord, berichtet Wetzel und erzählt von den richtig krassen Fällen. Etwa, dass der Bau einer Teeküche zwei Jahre in Anspruch genommen hat. Oder dass im Gebäude der 4. Kompanie seit einem Jahr die Duschen erneuert werden. Mittlerweile wurden Notduschen in einem Container außerhalb des Gebäudes aufgestellt. Auch darüber, dass im Zuge der Reparaturen alte Waschbecken abgebaut, aber keine neuen montiert wurden, kann Wetzel nicht mal mehr lachen.

Sicherheit first

Alle Bauarbeiter, die auf den Baustellen in der Kaserne arbeiten, werden vorher überprüft. Schließlich sind sie mit einer sogenannten „sicherheitsempfindlichen Tätigkeit“ betraut. Bestimmte Staatsbürger dürfen gar nicht auf öffentlichen Baustellen arbeiten. 29 Staaten stehen auf der Liste der Risikoländer, von Afghanistan über Kuba bis Vietnam.

Immerhin: Der Zaunbau hat begonnen und schreitet voran. Der alte Maschendrahtzaun um das Kasernengelände wird nach und nach durch einen festen Metallstab-Zaun mit betoniertem Boden und mit Stacheldraht bewehrten Y-Auslegern auf der Spitze versehen. Ein Teil davon steht schon, nach und nach sollen über die kommenden zwei Jahre die gesamten zwei Kilometer Außengrenze der Kaserne so gesichert werden, auf dass weder Hasen noch Wildschweine durchkommen, und schon gar keine ungebetenen Besucher.

Warum dauern die Arbeiten so lange?

Und noch eine Neuerung steht an: Die Hauptwache samt Hauptfahrt werden an die namenlose Panzerstraße verlegt, dort entsteht ein neues Wachgebäude. An der Oldenburger Landstraße bleibt nur ein Fußgängerzugang.

Warum aber dauern Arbeiten in Eutin so lange? Eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur der Bundeswehr erklärt: „Bei der Instandsetzung von sanitären Anlagen sollen durch die enge Abstimmung aller Beteiligten möglichst belastbare Termine vereinbart werden, bis wann die baulichen Maßnahmen abgeschlossen werden.“ Dazu gebe es einen regelmäßigen Austausch.

Susanne Peyronnet

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