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Ostholstein Baubeginn für schnelles Internet in der Ratekauer Ostgemeinde
Lokales Ostholstein Baubeginn für schnelles Internet in der Ratekauer Ostgemeinde
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22:23 29.10.2013
Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (Mitte) saß beim symbolischen ersten Spatenstich erstmals in einem Bagger — sehr zur Freude seiner Mitarbeiterin Ilka Böhm und von Lübecks Stadtwerke-Chef Marcus Böske.
Ovendorf

Täglich geht bei der Familie Konstantin in Offendorf der Frust um. Immer dann, wenn Jörg (45), Katharina (44) und Lia (14) an ihren Laptops sitzen und Informationen aus dem Internet abrufen wollen, sind sie der Verzweiflung nahe. Da es in ihrem Ort noch keine ausreichend starke Breitbandversorgung gibt, müssen sie sich in Geduld üben.

Abhilfe aber ist in Sicht. Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos), Gemeinde-Mitarbeiterin Ilka Böhm und Marcus Böske, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Netz GmbH, setzten in Ovendorf den symbolischen ersten Spatenstich für ein schnelles Internet. Im Januar nächsten Jahres, so hoffen alle Verantwortlichen, können die ersten Kunden aufgeschaltet werden. In den drei Orten sind dann Bandbreiten von bis zu 50 Millionen Bit pro Sekunde (MBit/s) möglich.

Die ersten 80 Meter Glasfaserkabel wurden im Ortsteil Ovendorfer Hof verlegt. Insgesamt werden für die drei Ortschaften rund 3,2 Kilometer Kabel gelegt, und es wird weitere Technik in Betrieb genommen.

Unmittelbar profitieren werden im ersten Schritt rund 140 der insgesamt 440 Haushalte von der neuen, schnellen Glasfasertechnik. Sie hatten sich im Rahmen einer Vorvermarktung bereits im Spätsommer für den Anschluss entschieden. „Wir hatten gedacht, dass es einfacher sein würde, die erforderlichen etwa 130 Bewerbungen zu bekommen“, blickten Keller und Böhm zurück. Viele Internetnutzer hätten sicherlich aber erst einmal abwarten wollen, ob es wirklich losgeht. Wenn die Arbeiten in der Ostgemeinde erledigt sind, werde es eine Versorgungsquote von 95 Prozent geben, verkündete Keller und sagte: „Für den ländlichen Raum ist das hervorragend.“

Keller und Böske übereinstimmend: „Wir freuen uns sehr, dass das Vorhaben so zeitnah umgesetzt werden kann. Schnell ist damit nicht nur das künftige Internet, sondern die gesamte Projektumsetzung durch die Gemeinde und die Stadtwerke Lübeck.“

Das Projekt wird gemeinsam von der Gemeinde Ratekau und den Stadtwerken Lübeck realisiert und vom Land mit insgesamt 140 000 Euro gefördert. Die Gesamtinvestition für das Projekt liegt bei etwa 235 000 Euro. Die Gemeinde trägt einen Eigenanteil von 40 000 Euro.

Zu den vehementesten Verfechtern einer besseren Breitbandversorgung gehört auch der CDU-Gemeindevertreter und Parteivorsitzende Richard Lienshöft aus Offendorf. Er erinnert sich noch daran, dass sein Sohn während des Studiums zu Hause viele Daten nicht hatte abrufen können, und er weiß von Vermietern, dass die ihre Wohnungen wegen einer fehlenden Breitbandversorgung nur schwer oder gar nicht vermarkten können.

Die Familie Konstantin jedenfalls freut sich schon jetzt auf das verspätete Weihnachtsgeschenk. Vater Jörg kann dann in Ruhe Nachrichten, Fußballergebnisse und vor allem die für ihn als Kapitän wichtigen Wetterberichte abrufen. Mutter Katharina, die in Hamburg als Vermessungstechnikerin tätig ist, wird konkret über einen Heimarbeitsplatz nachdenken können. Vorbei sind dann auch die Besuche samt   Rechner bei ihrer Schwester in Hamburg. „Die hat ein schnelleres Internet und hilft mir oft.“ Und Tochter Lia, die die achte Klasse der Cesar-Klein-Schule besucht, muss zur Vorbereitung von fünf Referaten pro Halbjahr nicht länger sinnlos vor ihrem Laptop warten, bis für sie wichtige Seiten endlich hochgeladen sind.

Weitere Details über Projekt und Angebot gibt es bei den Stadtwerken Lübeck, Telefon 08 00/023 02 30.

„Für den ländlichen Raum ist eine Versorgungsquote von 95 Prozent hervorragend.“
Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller

Christina Düvell-Veen

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